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Ein Brief an alle deutschen Politiker - oder solche die es werden wollen.

Meine lieben deutschen Politiker,

ich bin 40 Jahre alt, als liberaler Demokrat erzogen und ich glaube an das demokratische System.
Meiner Tochter (5 Jahre alt), erklärte ich Demokratie so:

„Da sitzen viele vom Volk gewählte Vertreter zusammen, beratschlagen und stimmen dann so ab, dass das Beste für die Bürger in dem jeweiligen Ort, Stadt, Land gemacht werden kann.“

Aber ist das denn wirklich noch aktuell? Vielleicht ist meine Einstellung und Meinung antiquiert. In der modernen Politik geht es im Grunde doch nur noch darum „Saubermänner“ zu präsentieren – Inhalte hingegen sind doch fast egal geworden, Hauptsache sie sind schön „Mainstream“ und der aktuellen (Mode-)Meinung angepasst.

Was denkt der Bürger über solche Aktionen? Macht ihr euch, liebe Volksvertreter, da jemals Gedanken drüber? Sucht irgendwer noch nach produktiven Lösungen oder wird nur noch „Polemitik“ betrieben? Geht es nur darum das „ich“/“meine Partei“ Recht habe/hat? Das „ich“/“meine Partei“ es geschafft haben die andere Seite zu diskreditieren? So darf Politik nicht funktionieren. Der Bürger will Inhalte sehen, Ergebnisse, Politiker die was anderes machen als nur das Haar in der Suppe bei den „Anderen“ zu suchen.

Das ist Zeit- und Geldverschwendung – und beides ist, wie wir alle wissen, leider nur „endlich“ vorhanden.

Ich glaube das die Bürger seit Jahren signalisieren was sie von der Politik in Deutschland halten, durch permanent sinkende Wahlbeteiligung und teilweise massiver Abwanderung zu links- oder rechtsextremen Parteien.

Politikverdrossenheit muss man es nennen – „Die machen eh was sie wollen, wir können ja nichts daran ändern.“ hört man immer wieder.

Deutschland braucht keine extreme Regierung, Deutschland braucht die gesunde Mischung des Volkes. Ich brauche keine allmächtige CDU, SPD, FDP oder Grüne, die Mischung daraus sollte das ergeben was der Bürger will und auch braucht. Jede Meinung hat in der Demokratie das Recht objektiv gehört zu werden. Ich buchstabiere noch mal kurz: O B J E K T I V !

Da sollten einige im Rat/Landtag/Bundestag ihrem politischen Gegner mal genau zuhören, vielleicht ist man ja sogar einer Meinung, merkt es nur nicht weil der Betonkopf die Sicht verhindert.

Aber wenn dann extreme Parteien gewählt werden, dann wollen wir die ja verbieten – anstatt Alternativen zu bieten. Anstatt mal die eigene Politik zu betrachten und sich zu fragen was man ändern kann – die sind dann ja auch Verfassungsfeindlich. Mal ehrlich, was die großen alten Parteien in Deutschland machen halte ich für Verfassungsfeindlich – es braucht viel mehr große Koalitionen um des Volkes wahre Meinung wiederzugeben. Viel mehr ernsthafte Zusammenarbeit, konstruktives Miteinander statt verbrannter Erde und verhärteter Fronten.

Wenn man Freunde verliert sollte man sich dringend überlegen woran das liegt. Wenn man der Meinung ist das alle anderen doof sind, sollte man zuerst auf die Idee kommen sich selber zu prüfen.

Vor allem bei unterirdischen Wahlbeteiligungen wo dann eine Mehrheit durch ~25% der eigentlich Wahlberechtigten zustande kommt. Gerade dann sind die großen Volksparteien in meinen Augen verpflichtet viel mehr auf die andere Seite einzugehen um nämlich einen Großteil der wählenden Bürger zu befriedigen. Große Koalitionen sind da gefragt, schwarz/rot oder rot/schwarz, erst dann vertretet ihr die Meinung der Mehrheit.

Was hat der Bürger davon wenn eine der großen Parteien sich den Forderungen eines „Zwerges“ beugen muss, um überhaupt regieren zu können!? Nichts! Die miesen Ergebnisse sehen wir immer wieder. Vielleicht ist die große Koalition tatsächlich leichter zu bilden als die kleine – die Politik ist hier in der Pflicht einen Konsens zu erreichen, für die Bürger und Wähler.

Demokratie darf nicht in „Wir gewinnen die Wahl, egal wie und um welchen Preis..." enden, Politik muss viel weiter gehen. Am Ende von Politik erwarte ich in Deutschland Zusammenarbeit für Freiheit, Toleranz, Verlässlichkeit, Frieden, Ordnung, Diplomatie und Führung.

Ich würde mich als Bürger darüber freuen wenn dieser Text einige Politiker in Deutschland zum Umdenken bewegt und in den großen und alten Parteien ein Wandel entsteht von „Gegen die Anderen“ zu „gemeinsam für den Ort, die Stadt, das Land, den Bund und am Ende auch EUROPA!“.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Markus Villwock, Langenhagen, kein Scherz, trotzdem am 1. April 2012 fertiggestellt. ;-)
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 01.04.2012 | 15:58  
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