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Der Piraten-Stadtverband Langenhagen besucht regelmäßig die Sitzungen des Stadtrates Langenhagen und die seiner Ausschüsse

Hier der Bericht vom Stadtplanungs- und Umweltausschuss, 15.11.2012
Es war die erste Sitzung gemeinsam mit allen Ortsräten.

Gleich bei der Begrüßung wurde den in großer Zahl anwesenden Ortsräten deutlich gemacht, dass sie Gäste seien und daher kein Stimmrecht hätten. Das mag satzungskonform sein, dennoch gab es einzelne Kommentare, wie z.B. „..wir gehören eben doch nicht zu Langenhagen..“.

Einige der Tagesordnungspunkte wurden im Laufe der Sitzung vertagt, einige wurden nach zum Teil intensiver Diskussion zurückgezogen.

Hauptpunkt war die Vorstellung des Landschaftsrahmenplanes (LPR) durch zwei Vertreter der Region Hannover. Die Vorstellung war sehr umfassend und löste im Anschluss viele Nachfragen aus.

Den Regionsvertretern war unter anderem wichtig, zu verdeutlichen, dass dieser LRP zwar keinerlei bindenden Charakter hat, aber dennoch bei weiter- und tiefergehenden Planungen und Entscheidungen als „Messlatte“ dient.

Ebenfalls wurde deutlich, dass Landschaftsschutzgebiete eine völlig andere Bedeutung haben, als Naturschutzgebiete.

Durch die Fragen wurde erkennbar, dass natürlich erhebliche Verzahnungen unterschiedlicher Interessen gibt, die nach Möglichkeit vereint werden müssen:

Landwirtschaft, Schaffung von Biotopen, Jagd, Erholungsgebiete, Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten, Reitsport, Straßenverkehr, Bauland usw.

Die von der Verwaltung vorgelegte Drucksache „Neuaufstellung LRP Region Hannover“ wurde einstimmig beschlossen. Es bestand Einigkeit, dass es genüge, den Verwaltungsausschuss damit weiter zu befassen, nicht aber den Stadtrat.

In der KiTa Stadtmitte bestanden erhebliche Beeinflussungen der Atemluft, deren Ursache dann in einem undichten Herzungsrohr unter dem Fußboden gefunden wurde. Durch den jetzt abgeschlossenen Komplettaustausch des Fußbodens wurde die bestehende Belastung endgültig behoben.

Das Thema „Wasserqualität im Silbersee“ nahm einen recht großen Raum ein. Die Erwartungshaltung der Antragsteller, jetzt bereits und möglichst schnell erste Schritte hierzu einzuleiten, wurde in der Diskussion relativiert. Es wurden Kostengründe ins Feld geführt, und „..man wisse ja nicht, in welcher Reihenfolge die vorgeschlagenen Maßnahmen erfolgen sollen..“.

Einigkeit bestand allerdings darin, dass ein großer Anteil der, trotz recht guter Wasserqualität, bestehenden Belastung und Verschlammung durch die hohe Anzahl an Wasservögeln (besonders Enten) ausgelöst wurde und wird.

Die immer wieder beobachtete Fütterung dieser Tiere, die direkten Folgen dieser Fütterung und die wegen der Fütterung steigenden Bindung an den Silbersee, ist das Hauptproblem, für das es -das wurde sehr deutlich- trotz mehrerer unterschiedlicher Vorschläge, keine einfache Lösung gibt.

Die Verwaltung wird auch weiterhin intensiv an dem Thema arbeiten und über den Fortgang berichten.

Kritisch wurde die „3. Änderung des Bebauungsplanes Münchner Straße Ost“ betrachtet. Es wurde eingeworfen, dass schon jetzt durch die dort angesiedelten Logistikunternehmen ein erheblicher, in Spitzenzeiten überaus dichter LKW-Verkehr erzeugt werde, der durch weitere Ansiedlungen zu nichtmehr erträglichen Belastungen führe.

Hier wurde der Interessenkonflikt zwischen anzusiedelndem steuerzahlenden Gewerbe und dadurch entstehenden zusätzlichen Umweltbelastungen deutlich.

Der Ausschuss sprach die Bitte aus, keine weitere Ansiedlung vorzunehmen.



Wenn auch themenfremd, aber dennoch irgendwie in Verbindung, wurde generell die Nutzung von Gewerbegebieten angesprochen.

Es wurde kritisiert, dass die zusätzliche Ansiedlung von Spielhallen und Bordellen offenbar ein Anliegen der Stadt sei, was aber mit den Intentionen, Langenhagen auch weiterhin zu einer familienfreundlichen Stadt zu entwickeln, nicht einhergehe.

Es gäbe schließlich von beidem reichlich und genug.

Die Verwaltung erklärte kurz und bündig, dass es einen Unterschied in der Bewertung der kritisierten Ansiedlung gäbe: Spielhallen seien eben Unterhaltung, und Bordelle seinen eben Gewerbe, sodass diese in den entsprechenden Gebieten auch angesiedelt werden könnten.

Die generelle Thematik selbst wurde dann nicht weiter vertieft.
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