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NABU Langenhagen blickt auf die Amphibienwandersaison 2018 zurück

Im Rückblick auf die diesjährige Krötensaison stellt Ricky Stankewitz, erster Vorsitzender des NABU Langenhagen, fest, dass es bereits Anfang Januar Temperaturen gab, die theoretisch für Wanderaktivitäten von Erdkröte, Teichmolch und Co. ausreichend gewesen wären: "Alles sah danach aus, als ob der bislang früheste Wanderungsbeginn am 26. Januar in diesem Jahr getoppt werden sollte. Letztlich kam es doch anders und aus dem vermeintlich frühesten Wanderungsbeginn wurde die bislang späteste Saison aller Zeiten."

Für die von Georg Obermayr mit seinem Team betreute Wanderstrecke „An der Neuen Bult“
gab es gute Zahlen zu vermelden: „Insgesamt haben wir bisher ca. 1.500 Kröten in der Zeit von 19:00 Uhr und in der Sommerzeit ab 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr gezählt - davon ca. 800 Männchen, die am Waldrand gewartet haben. Alle anderen Kröten - davon 300 Weibchen auf dem Weg zum Rückhaltebecken auf der Rennbahn zum Laichen - haben wir seit dem 22. März über die Straße getragen, bzw. von der Straße genommen. Das zeigt, wie wichtig die Maßnahmen der Absperrung und der Betreuung durch uns bis zum Schichtende gegen 22:00 Uhr sind“, fasst das Vorstandsmitglied die Saison in diesem Bereich zusammen. Ganz ohne Probleme verlief die Saison leider nicht. Es gab zwei Mal Probleme mit dem Abholen von Klärschlamm abends gegen 22:00 Uhr. "Der LKW fuhr viel zu schnell", bedauert Obermayr. "Es gibt jedoch ein Hinweisschild mit Tempo 10 während der Krötenwanderung." Der NABU bittet darum, den  Klärschlamm während der Krötensaison in Zukunft vor 19:00 Uhr abholen zu lassen: "Das wäre ein besserer Zeitpunkt und es würden dann keine Kröten getötet. Wir glauben, mit etwas gutem Willen können hier Verbesserungen erreicht werden", bittet Obermayr um Rücksichtnahme. Er freut sich über das Engagement der Helfer*innen: "Erfreulich war das Interesse von Kindern mit Eltern aus der Nachbarschaft, die mithalfen und sehr wissbegierig waren. Meistens sind wir bei unserer Aktion auf viel Verständnis gestoßen."

An der Evershorster Straße gab es sowohl positive als auch negative Rekorde zu vermelden. Mit 486 männlichen Erdkröten wurde die bisherige Höchstzahl von 263 Tieren aus dem Jahr 2016 deutlich übertroffen. Bei den weiblichen Erdkröten gab es hingegen im Vergleich zu den Vorjahren einen deutlichen Rückgang. Mit nur 98 Tieren wurde der bisherige Tiefststand erreicht. "Wir hoffen auf eine Verbesserung in den kommenden Jahren" zeigt sich Stankewitz zuversichtlich. Er zieht letztendlich ein positives Resümee der Krötenwanderung und bedankt sich bei allen Helfern*innen: "Alles in allem war es eine erfolgreiche Saison mit spannenden Begegnungen am Krötenzaun. An dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Dank an alle Helfer*innen, die uns bei der jährlichen Amphibienwanderung unterstützen. Diese Saison hat wieder einmal gezeigt, dass Wanderbeginn und -ende nicht planbar sind und die Helfer genauso flexibel unterstützen mussten, wie die Tiere in ihre Aktivitätsphase starteten."

(Text und Foto: Ricky Stankewitz)
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