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Kobolde der Nacht im Wietzepark

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Im Rahmen der Europäischen Fledermausnacht bot der NABU Langenhagen eine Führung im Wietzepark an - Flugsequenz einer Wasserfledermaus (Symbolbild) (Foto: NABU / Gerhard Mäscher)
Langenhagen: Wietzepark |

Der NABU Langenhagen hatte am letzten Wochenende im August wieder zur beliebten Fledermausnacht in den Wietzepark eingeladen. Trotz regnerischen Wetters waren 17 interessierte Gäste der Einladung gefolgt, und Fledermausexperte Ricky Stankewitz konnte nach einem kurzen Regenschauer mit der Führung zu den Kobolden der Nacht beginnen. Unterstützung bekam er dabei von Dominik Meyer und Felix Hartmann, die auch in der NAJU (Naturschutzjugend) Langenhagen aktiv sind.

Zu Beginn der Führung beantwortete Stankewitz Fragen rund um Fledermäuse, die mit ihren Händen fliegen und mit ihren Ohren sehen können. Dafür stoßen die Tiere Rufe im Ultraschallbereich aus. Deren Schallwellen treffen auf einen Gegenstand, kommen als Echo wieder bei der Fledermaus an und helfen ihr so bei der Orientierung. Mit Detektoren können diese Rufe auch für den Menschen hörbar gemacht werden. Auch einige Vorurteile über Fledermäuse konnte Stankewitz ausräumen. "Fledermäuse fliegen nicht in Haare, sondern jagen Mücken über unseren Köpfen, was uns sogar vor dem einen oder anderen Mückenstich bewahrt", schmunzelte der Fledermausexperte und erklärte weiter: "Vampire gibt es nur in Südamerika. Und selbst die ritzen nur vorsichtig die Haut an, um austretendes Blut zu lecken." Wer den sympatischen Säugetieren ein Quartier anbieten möchte, sollte laut Stankewitz auf jeden Fall mehrere Nisthilfen am Haus anbringen. „Fledermäuse wählen ihr Quartier je nach Wettersituation. Wichtig ist daher, die Kästen in alle Himmelsrichtungen außer dem Norden auszurichten“, konnte der Fledermausexperte wertvolle Tipps geben.

Mit dem Detektor machte sich die Gruppe anschließend auf den Weg durch den Wietzepark und entdeckte bald einen Großen Abendsegler. Der war gut mit dem Detektor an seinem typischen Ruf zu erkennen. „Stellen Sie sich eine volle Badewanne vor, in die Wasser in schneller Folge aus dem Hahn tropft. Dieses ploppende Geräusch ist typisch für den Großen Abendsegler“, erklärte Stankewitz. Neben einer Zwergfledermaus und einer Breitflügelfledermaus war auch eine Fledermaus aus der Gattung der Myotis am Abendhimmel unterwegs, die mit dem Detektor allerdings nicht näher bestimmt werden konnte. Höhepunkt des Abends war die Beobachtung einer Wasserfledermaus bei der Jagd nach einer Motte. Im Lichtkegel der Taschenlampen konnten die Teilnehmer hautnah miterleben, wie die Fledermaus die Motte auf der Wasseroberfläche registrierte, umdrehte und im erneuten Anflug die Beute ergriff.

Wer in diesem Jahr nicht die Gelegenheit hatte, bei der Fledermausnacht dabei zu sein, hat im nächsten Jahr wieder die Chance, mehr aus dem Leben der faszinierenden Tiere zu erfahren. Der NABU Langenhagen wird auch dann wieder Veranstaltungen zu den Kobolden der Nacht anbieten.
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3 Kommentare
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 01.09.2017 | 19:01  
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Holger Finck aus Langenhagen | 01.09.2017 | 20:14  
22.559
Katja W. aus Langenhagen | 04.09.2017 | 21:22  
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