Panzerüberfahrt im Nationalpark Eifel renaturiert

Die Projektverantwortlichen freuen sich über den Abschluss der Arbeiten am Helingsbach: Von links Bettina Krebs, Projektleiterin des LIFE+-Projektes „Wald-Wasser-Wildnis“ von der Biologischen Station StädteRegion Aachen e.V., Henning Walter, Leiter des Nationalparkforstamtes Eifel, Markus Vollmer, Leiter des Forstreviers Vogelsang, Bundesforstbetrieb Rhein-Weser, BImA, und Marietta Schmitz, Verantwortliche für die Gewässermaßnahmen und ökologische Bauleitung im LIFE+-Projekt „Wald-Wasser-Wildnis“, Biologisc | Foto: Nationalparkverwaltung
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  • Die Projektverantwortlichen freuen sich über den Abschluss der Arbeiten am Helingsbach: Von links Bettina Krebs, Projektleiterin des LIFE+-Projektes „Wald-Wasser-Wildnis“ von der Biologischen Station StädteRegion Aachen e.V., Henning Walter, Leiter des Nationalparkforstamtes Eifel, Markus Vollmer, Leiter des Forstreviers Vogelsang, Bundesforstbetrieb Rhein-Weser, BImA, und Marietta Schmitz, Verantwortliche für die Gewässermaßnahmen und ökologische Bauleitung im LIFE+-Projekt „Wald-Wasser-Wildnis“, Biologisc
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Gewässerrenaturierung im Rahmen des LIFE+-Projekts "Wald - Wasser - Wildnis" auf der Dreiborner Hochfläche steht kurz vor dem Abschluss

Schleiden-Dreiborn - Eine 30 Meter lange Fußgängerbrücke schwebt an einem Autokran über dem Helingsbach im Nationalpark Eifel.

Die Brücke wird langsam in die vorbereitete Baugrube hinunter gelassen und montiert. Mit der Anlieferung der Brücke am Helingsbach sind die umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen im Rahmen des LIFE-Projektes „Wald-Wasser-Wildnis“ auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Vogelsang, der heutigen Dreiborner Hochfläche, nahezu abgeschlossen. „Nächste Woche ist die Brücke wieder frei für die Wanderer, Reiter und Radfahrer im Nationalpark“, so der Leiter des Nationalparks Eifel, Henning Walter.

Ziel der Maßnahmen ist es, dass sich Hollersief, Sauer-, Mücken- und Mühlenbach sowie ihre Nebenbäche wieder naturnah entwickeln, Fische und Wasserinsekten ungehindert wandern können. Die ehemaligen, mehrere Meter hohen und massiven Dämme mit ihren Verrohrungen in den Bachtälern des ehemaligen Truppenübungsplatzes haben als Panzerüberfahrten längst ausgedient. Die Dämme verhinderten einen natürlichen Wasserabfluss und eine Überschwemmung der gesamten Aue. „Wir wollen mit den Maßnahmen der Natur den Weg in die Wildnis ebnen, aber auch ein Erleben der Bäche ermöglichen“, so Bettina Krebs, Projektleiterin bei der Biologischen Station StädteRegion Aachen, die verantwortlich für die Fließgewässermaßnahmen ist.

Marietta Schmitz, Bauleiterin und verantwortlich für die Maßnahmen vor Ort, deutet auf die Baustelle: „Im Gegensatz zu den Verrohrungen bieten die neuen Brücken ausreichend Licht und Raum für eine natürliche Entwicklung der Gewässer und ihrer Aue.“ Die Brücke am Helingsbach muss vor Ort eingepasst und die Geländer montiert werden. Es wird noch einige Arbeitstage dauern, bis die Brücke verkehrssicher ist und durch die Besucher des Nationalparks genutzt werden kann.

In Zukunft können Wanderer, Fahrradfahrer und Reiter dann in bis zu fünf Meter Höhe den Bach überqueren und Einblicke in das Helingsbachtal gewinnen. Zwei weitere kleinere Brücken werden im Sauerbachtal noch errichtet. Mückenbach und Mühlenbach können in Zukunft über Trittsteine gequert werden. Darüber hinaus wurden durch eine regionale Baufirma weitere zwölf Dämme und Verrohrungen in Bereichen entfernt, in denen laut Nationalpark- und Wegeplan die Wege nicht mehr genutzt werden. Nicht mehr benötigte Wege wurden teilweise zurückgebaut. Ab August folgt auf der Dreiborner Hochfläche eine letzte Maßnahme am Hollersief sowie weitere Maßnahmen im Bezirk Dedenborn.

Finanziert wird das Projekt durch das LIFE+ Programm der EU und das Land Nordrhein-Westfalen. Mit den Fördermitteln wird das Netzwerk Natura 2000, ein europäisches Schutzgebietsnetz, zu dem auch die Projektgebiete im Nationalpark Eifel gehören, unterstützt. Bis Ende 2015 sollen insgesamt über 50 Kilometer Fließgewässer wieder durchgängig gestaltet werden.

Hintergrundinformation
Das LIFE+ „Wald – Wasser – Wildnis“ ist ein Projekt der Nationalparkverwaltung Eifel und der Biologischen Station StädteRegion Aachen e.V.. Für die Umsetzung der gewässerbaulichen Maßnahmen im LIFE+ Projekt ist die Biologische Station Aachen verantwortlich. Da der ehemalige Truppenübungsplatz Vogelsang auf der Dreiborner Hochfläche dem Bund gehört, werden die Flächen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) betreut. Daher finden die Maßnahmen hier in Kooperation mit der BImA statt. Die Gebiete des LIFE+ Projektes „Wald – Wasser – Wildnis“ liegen nahezu vollständig im Nationalpark Eifel und sind Teil von Natura 2000. Mit dem Finanzierungsinstrument LIFE+ fördert die Europäische Union Naturschutzmaßnahmen in Natura 2000-Gebieten. Das mit rund 4,2 Millionen Euro ausgestattete LIFE+ Projekt wird zur Hälfte von der Europäischen Union (LIFE+) und dem Land Nordrhein-Westfalen finanziert. Im Rahmen des LIFE+ Projekts „Wald – Wasser – Wildnis“ werden bis Ende 2015 weitere Renaturierungsmaßnahmen im Nationalpark Eifel durchgeführt. In den Bachtälern des Kermeters sowie in Bereichen der Dreiborner Hochfläche, Dedenborn und Wahlerscheid werden entlang der Bäche nicht heimische Nadelbäume entfernt, Rohre und Wehre entfernt und Bachbegradigungen abgebaut. Insgesamt werden im Projekt etwa 500 Hektar Wald und über 50 Kilometer Bachläufe in einen naturnahen Zustand versetzt, den Weg in die Wildnis bahnt sich die Natur dann selbst.

Bürgerreporter:in:

Karl-Heinz Huber aus Langenfeld

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