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Landsberger U17-Mädchen sind Oberbayerischer Meister - Sensationeller 58:41-Erfolg gegen Jahn München

Die Mannschaft vor dem Spiel. Hinten von links: Leonie Fiebich, Anja Seemüller, Sabrina Schelkle, Vroni Gruber und Tanja Kantelhardt. Mitte von links: Rebecca Steiner, Theresa Paulus, Julia Schelkle und Andrea Hecht. Vorne: Trainergespann Lorenz Meyer und Moni Schelkle.
 
Trainer Lorenz Meyer gibt Anweisungen für das Spiel.
 
Die erst 13jährige Leonie Fiebich machte ihr bisher bestes Spiel.

Das hätte kaum jemand für möglich gehalten: die U17-Basketballerinnen der DJK Landsberg bezwingen die Jugend-Bundesligamannschaft des TS Jahn München sensationell mit 58:41, sichern sich dadurch die Oberbayerische Meisterschaft und dürfen am 11./12. Mai das Turnier um den Bayerischen Titel ausrichten.

Nach der erfolgreichen Saison mit 14 Spielen ohne Niederlage, mussten die U17-Mädels der DJK am Samstag zum angesetzten Finalspiel gegen die zweitplatzierten des TS Jahn München antreten, die durch eine Wildcard diese zweite Chance auf die Oberbayerische Meisterschaft erhalten hatten. Für die Landsbergerinnen stand somit der Erfolg der gesamten Saison auf dem Spiel und dementsprechend motiviert waren die Mädels von Trainergespann Moni Schelkle und Lorenz Meyer dann auch. Und nicht nur die: die gesamte Landsberger Basketballgemeinde wollte alles daran setzen, den Oberbayerischen Titel in der Altersklasse U17 nach 2012 erneut an den Lech zu holen. Circa 100 Zuschauer fanden sich am Samstag in der Sporthalle der ehemaligen Saarburgkaserne ein, um die DJK-Mädels zu unterstützen. Im wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten sorgten sie für eine überwältigende Kulisse in der kleinen Halle.

Und genau das verunsicherte die individuell klar überlegenen Münchnerinnen. Die Landsbergerinnen hingegen bewiesen gleich zu Beginn eine unheimliche Nervenstärke und überrumpelten ihre überraschten Gäste förmlich. Diese rechneten wohl nicht mit so einer aggressiven Verteidigung der „unterklassigen“ DJK-Mädels, die dieses Spiel aber um jeden Preis gewinnen wollten. Die Großen – Sabrina Schelkle, Vroni Gruber und vor allem Tanja Kantelhardt – kämpften um jeden Rebound und waren dabei stets entschlossener als ihre Gegner. Im Angriff war es ausgerechnet Landsbergs Jüngste, die ihre Mannschaft über das 9:0 nach sechs Minuten zum 21:4 nach dem ersten Viertel trug: die erst 13jährige Leonie Fiebich machte wohl das Spiel ihres Lebens, erzielte allein in dieser Phase zehn Punkte, zog immer wieder beherzt zum Korb, traf alle ihre vier Freiwürfe und sorgte somit bei allen Beteiligten für ungläubiges Augenreiben beim Blick auf die Anzeigetafel.

Angesichts der extrem hohen Intensität und der kürzeren Landsberger Auswechselbank musste man aber befürchten, dass die Münchnerinnen schon bald die Kontrolle über das Spiel gewinnen würden. Doch zu Beginn des zweiten Viertels bauten die DJKlerinnen ihre Führung sogar noch bis auf 26:6 aus. Garant dafür war vor allem die gute Freiwurfquote: bis zur 15. Minute traf man als Mannschaft zehn von 14 Versuchen. Doch genau hier machte sich in der Folge der Kräfteverschleiß bemerkbar. Nur noch einer der nächsten sechs Würfe fand sein Ziel und so konnte man aus der körperlichen Spielweise der Münchnerinnen kaum mehr Profit schlagen. Hinzu kam, dass man sich nun auf einmal gegen die Pressverteidigung Jahns schwer tat. Julia Schelkle, Landsbergs einzig echte Aufbauspielerin, bekam beim Ballvortrag zu wenig Unterstützung. Ballverluste und daraus resultierende leichte Punkte für München waren die Folge. Trotzdem: der Halbzeitstand von 27:14 konnte sich nach wie vor sehen lassen.

In der Kabinenansprache appellierten die DJK-Coaches an das Durchhaltevermögen ihrer Mädels. Denn würde man es schaffen, den Vorsprung tatsächlich ins letzte Viertel zu retten, sei wirklich alles möglich.

Bis zum 34:18 in der 25. Minute schien dieser Plan sogar aufzugehen. Doch plötzlich stockte der Landsberger Motor. Man agierte im Angriff zu hektisch und unkonzentriert und konnte sich so keine guten Würfe mehr herausspielen. München hingegen nutzte seine Chancen und verkürzte mit einem 9:0-Lauf auf 34:27 und zu Beginn des Schlussviertels auf 37:31. Gingen den DJK-Mädels nun doch die Kräfte aus?

Ja und nein. Denn trotz der höheren Arbeitslast der Landsberger Leistungsträgerinnen gegenüber den Münchnern, verloren die DJK-Mädels nicht die Nerven, sondern bewiesen ein wahnsinniges Kämpferherz und den stärkeren Siegeswillen.

Julia und Sabrina Schelkle, sowie Tanja Kantelhardt übernahmen nun die Verantwortung und führten ihre Mannschaft zu einem neuerlichen 11:2-Run. Nun lagen plötzlich bei Jahn München die Nerven blank: Andrea Hecht wurde nach einem Ballgewinn im Schnellangriff unsportlich gefoult und traf immerhin einen Freiwurf. Leonie Fiebich und Tanja Kantelhardt – an diesem Tag Landsbergs Topscorerinnen – legten nach und so stand es zwei Minuten vor Schluss 53:35. Nun war die Sensation zum Greifen nahe, der Druck aber nach wie vor riesengroß. Doch auch jetzt bewiesen die DJK-Mädels Nervenstärke, behielten die Ruhe und spielten ihre Angriffe bedacht zu Ende. Kapitän Vroni Gruber konterte die letzten Verzweiflungstaten der Münchnerinnen. Deren Trainer Armin Sperber war noch vor der Schlusssirene erster Gratulant. Derweil standen die fantastischen DJK-Fans angesichts des 58:41-Endstands Kopf und feierten ihre überglücklichen Sieger.

Die DJK hatte das Unmögliche tatsächlich möglich gemacht: gegen im Schnitt mehr als ein Jahr ältere, technisch und körperlich überlegene Gegnerinnen behielt man dank der besseren Nerven, des größeren Herzens, dem stärkeren Zusammenhalt, die Oberhand und ist somit mehr als verdient Oberbayerischer Meister der U17 weiblich 2013 – eine Leistung auf die alle Beteiligten angesichts der Umstände sehr stolz sein können!

Es spielten: Tanja Kantelhardt (16 Punkte), Leonie Fiebich (14), Vroni Gruber (9), Julia Schelkle (8), Sabrina Schelkle (5), Andrea Hecht (4), Anja Seemüller (2), Rebecca Steiner und Theresa Paulus.

Nur als Zuschauer mit von der Partie war die erkrankte Julia Seemüller. Auf Grund eines Auslandsaufenthaltes musste die DJK zudem auf ihre Größte, Lara Behnke, verzichten. Beide haben aber durch ihren Einsatz unter der Saison einen ebenso großen Anteil am Erfolg, wie der Rest der Mannschaft. Zur Bayerischen Meisterschaft wird man dann hoffentlich auch wieder in voller Besetzung antreten können. Bis dahin gilt es aber weiterhin konsequent zu trainieren, denn auch hier will man nach dem 3. Platz letztes Jahr noch eine Schippe drauflegen und sich für die Südostdeutsche Meisterschaft qualifizieren.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin Landsberg | Erschienen am 20.04.2013
myheimat-Stadtmagazin Landsberg | Erschienen am 09.01.2014
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