Basketball: Trotz Rückzug eine erfolgreiche Saison - DJK Landsberg startet neues Konzept mehr als erfolgreich

Der Kopf des Landsberger Basketballs: Xaver Egger (am Ball) (Foto: Frank Schloffer)
 
Die Verantwortlichen der HSB v. l.: Manager Felix Bredschneijder, DJK-Headcoach Roman Gese und Co-Trainer Eugene Hostetler
 
Die HSB in der Saison 2010/2011 - Danke an die Fans!
Es war sicherlich ein gewagter Schritt und viele Anhänger des Landsberger Basketballs sahen dem freiwilligen Rückzug in die 2. Regionalliga ein wenig skeptisch entgegen. Doch nach dem Saisonabschluss der Heimerer Schulen Basket Landsberg kann man sagen, dass es der richtige Weg ist, den die DJK Landsberg verfolgt und auch die Fans das Projekt mitgetragen haben. Immerhin beendete die Mannschaft um Trainer Roman Gese die Saison auf dem 4. Platz, und das ausgenommen von Migala und Geeheb nur mit landsberger Spielern.

Immerhin wurde fast der komplette Kader verändert. Einzig Michi Teichner, Lukas Kloker, Chris Kufner und Josef Egger verblieben aus der letzten Saison. Aufgefüllt wurde der Kader mit vielen Rückkehrern und Jugendspielern und man merkte schon in der Vorbereitung, dass Roman Gese eine gute Mannschaft zusammengestellt hat.

Zum Saisonbeginn waren alle Verantwortlichen noch sehr aufgeregt, ob nun auch wirklich alles klappt, wie man sich es vorgestellt hat. Dass der Saisonauftakt dann auch gleich mit einem Doppelspieltag begann, war nicht wirklich optimal. Gese startete bereits im Juli mit der Saisonvorbereitung, doch zwei Spiele an einem Wochenende waren einfach zu viel für den Auftakt. Das erste Spiel bestritten die HSB gegen Vilsbiburg, dem spätern Meister und da schlug sich die Mannschaft um Kapitän Michi Teichner beachtlich gut. Vor vielen Zuschauern im Landsberger Sportzentrum mussten die Lechstädter eine 68:78-Niederlage hinnehmen. Das nächste Spiel, keine 24 Stunden später, fand in Landshut statt und lief weniger nach Plan. Mit 97:64 ging es wieder an den Lech und das Fazit von Gese nach dem Spiel traf es wohl recht deutlich: „Das Spiel vom Vortag steckte uns noch in den Knochen“.

Nach den beiden Auftaktpleiten, die an sich aber kein Beinbruch waren, da beide Teams deutlich stärker eingeschätzt wurden, klappte es dann auch gleich mit dem ersten Sieg. Gegen München Basket 2 holten die Landsberger Basketballer mit einem 82:71-Sieg die ersten zwei Punkte. „Ich hatte die ganze Zeit über Vertrauen ins Team, dass wir gewinnen. Und unterm Strich gesehen hätte der Sieg noch höher ausfallen können“, sagt Teammananger Bredschneijder in seiner Rückschau. Er sah in München eine insgesamt enorm verbesserte Leistung.

Es folgten weitere Siege gegen Germering, München Ost und Gröbenzell. Nun schien es, als käme der SB München gerade richtig, da sich die HSB in guter Form präsentierten. Gegen das ehemalige Team von Xaver Egger und Marco Geidosch gab es jedoch nichts zu holen. Ohne Xaver Egger mussten die HSB antreten, und das machte sich deutlich bemerkbar. Mit 70:55 mussten sich die Landsberger geschlagen geben, auch wenn das Ergebnis ein wenig hoch ausfiel.

Nun war es an der Zeit, den Zuschauern im Landsberger Sportzentrum mal einen echten Krimi zu präsentieren. Zu Gast war der SB Rosenheim und was den Fans geboten wurde, war pure Spannung und feinster Basketball. Über drei Viertel hinweg hatten die Landsberger die Nase vorne und die Gäste auch gut im Griff. Im letzten Abschnitt gelang Rosenheim erstmals der Ausgleich und gut drei Minuten vor Schluss ging SB zum ersten Mal in dieser Partie in Führung, und diese sollte dann entscheidend sein. Da half den Landsbergern auch nicht mehr die Unterstützung des Publikums. Tragischer Held war Xaver Egger, der drei Sekunden vor dem Ende mit drei Freiwürfen die Chance zum Ausgleich hatte. Nachdem Egger im Spielverlauf acht von acht Freiwürfen versenkte, konnte er diese Serie nicht weiter ausbauen und sein Team musste eine knappe 77:79-Niederlage hinnehmen. Doch Egger hatte in den ersten Spielen der Saison häufig großen Anteil an den Siegen seiner Mannschaft, daher zollten die Landsberger Fans ihren HSB großen Respekt mit viel Applaus und Standing Ovations.

In Erding setzte es dann eine weitaus ärgerlichere Niederlage. Mit 83:73 mussten die HSB die Heimreise antreten und auch HSB-Manager war ratlos: „Woran es gelegen hat, ist schwer zu sagen, wir hatten kollektiv einen schlechten Tag.“ Doch die Lechstädter rehabilitierten sich sehr schnell, bereits gegen Weilheim klappte es mit dem nächsten Sieg. Auch die Reserve des FC Bayern München konnte Landsberg nicht schlagen und somit stand auch schon das letzte Spiel der Hinrunde bevor. Zu Gast im Landsberger Sportzentrum war der TSV Freising und auch diese Mannschaft konnte die HSB nicht stoppen. Mit 82:71 ging der Sieg an Landsberg und wieder einmal waren es Egger, Geidosch und Migala die ihr Team zum Sieg führten.

„Wir sind auf dem richtigen Weg“ sprach Bredschneijder vor der Winterpause seine Zufriedenheit aus. Und damit hatte er vollkommen recht, auch wenn im ersten Spiel 2011 gegen Vilsbiburg eine knappe Niederlage zu Buche stand, legten die HSB im Anschluss einen irren Lauf aufs Parkett. Zuerst klappte es mit der Revanche gegen Landshut in einer spannenden Partie die mit 69:67 für Landsberg endete.

Als nächste kam München Basket 2 in Landsberg unter die Räder und verlor deutlich mit 72:48. Ob Germering, München Ost, Gröbenzell oder Weilheim, keine Mannschaft konnte die Lechstädter besiegen. Mit sechs Siegen in Folge fand nun das Rückspiel gegen SB München statt und die Mannschaft war heiß auf eine weitere Revanche. Was gegen Landshut funktionierte vermisste man gegen München. Erneut mussten sich die HSB gegen die Isarstädter geschlagen geben. Diese Niederlage steckten die Lechstädter allerdings sehr schnell weg, denn es folgte wohl die Sensation der Saison.

Es stand das schwere Auswärtsspiel gegen Rosenheim bevor und auch hier hatten die Landsberger noch eine Rechnung offen. Die Vorraussetzungen waren allerdings denkbar schlecht, denn Roman Gese hatte nur sieben einsatzfähige Spieler zur Verfügung. Doch was diese „Rumpftruppe“ zeigte, war einfach überragend. Mit 71:64 setzten sich die Landsberger durch und vor allem Marco Geidosch, der in der Offensive seine Akzente setzte und Lorenz Hüper, der den gegnerischen Amerikaner Tim Edwards mit starker Verteidigung aus dem Spiel nahm, konnten überzeugen. „Es war der geilste Sieg in meiner Karriere.“ so Geidosch voller Euphorie nach dem Sieg.

Nachdem der Kader mehr als dezimiert war, kam den HSB ein spielfreies Wochenende sehr gelegen, um alle Krankheiten und Verletzungen richtig auszukurieren. Und im Nachhinein betrachtet war diese Pause noch wichtiger, denn das Heimspiel gegen Erding wurde zum wohl spektakulärsten Spiel der HSB-Saison. In den letzten Minuten hielt es die Zuschauer im Landsberger Sportzentrum nicht mehr auf den Sitzen: Das Spiel des Teams Heimerer Schulen Basket gegen Erding war an Dramatik kaum zu überbieten. Die Landsberger Basketballer jagten ihre Anhänger in ein Wechselbad der Gefühle und sorgten mit der Verlängerung – nach 40 Minuten stand es 66:66 – für zusätzliche Spannung. Denn erst in der Overtime gelang der Mannschaft von Roman Gese der 81:72-Erfolg. „Es war unglaublich, ein richtiger Hexenkessel“ so Bredschneijder nach dem Spiel über die Stimmung in der Halle.

In den beiden letzten Partien gegen Freising und Bayern ließen die Lechstädter auch nichts mehr anbrennen und konnten jeweils deutliche Siege einfahren. In der Rückrunde mussten die HSB also nur zwei Niederlagen hinnehmen und konnten im Gegenzug neun Siege einfahren. Nach dem letzten Heimspiel bedankten sich 1. Vorstand Horst Geiger, Headcoach Roman Gese und Kapitän Michi Teichner mit persönlichen Worten bei Fans, Sponsoren und Mitglieder. Die vergangene Saison macht Lust auf mehr und in der nächsten Saison wird ein Aufstiegsplatz angestrebt. Ob man diesen Schritt zurück in die 1. Regionalliga dann auch wirklich wagt, wird man sehen. Die Fans der Heimerer Schulen Basket Landsberg können sich auf jeden Fall schon jetzt auf die neue Saison freuen, die wohl im Oktober 2011 starten wird.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin Landsberg | Erschienen am 15.04.2011
myheimat-Stadtmagazin Landsberg | Erschienen am 23.12.2011
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