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Sein erstes Date

  140 Besucher im Foyer des Landsberger Stadttheaters beim ersten Date des SPD-OB-Kandidaten, Felix Bredschneijder. Der 43jährige Rechtsanwalt ließ keinen Zweifel aufkommen der nächste Rote Oberbürgermeister in Landsberg zu werden. Seine weit über einstündige Rede über die Themen Verkehr, Wohnen, Altstadt, Stadtentwicklung und Kommunikation zwischen Verwaltung und Menschen wurde mehrmals durch heftigen Applaus unterbrochen. „Bislang verwalten wir den Verkehr. Einzelmaßnahmen wie der Radweg an der Neuen-Berg-Straße werden kommen, können aber keine alleinige Lösung sein. Klar ist: „Radwege sind wichtig und auszubauen. Künftig sind Verkehre jedoch in anderen Dimensionen zu beurteilen. Wir müssen umdenken. Woher kommt der Verkehr: Gibt es ein neues Baugebiet? Wo entstehen neue Wohnungen? Wo entstehen neue Arbeitsplätze, neue Einkaufsmöglichkeiten. Entsteht dadurch neuer Verkehr und wie können wir ihn vermeiden, ist vorher zu überlegen“. Eine Möglichkeit sieht Bredschneijder im Stadtbus, der eine Taktung und Verfügbarkeit bekommen muss, der den Bürger das eigene Auto in die Garage verbannen lässt. Landsberg wächst, damit entsteht zwangsläufig neuer Wohnbedarf. Die Grundstückspreise steigen, die Mieten steigen. Dies betrifft besonders den Bereich der Sozialwohnungen. Hier hat die Stadt in Folge der wegbrechenden Belegungsrechte beim Bestand nichts, um gegenzusteuern. Es gibt zwar Baugrundstücke und Investoren. Seit Jahren passiert aber nix und wenn, würde es nur auf ein Belegungsrecht hinausgehen, das wiederum Probleme für kommende Generationen hinterlässt. Für Bredschneijder gibt es nur eine Konsequenz: die Stadt muss den Wohnungsbau in die eigene Hand nehmen. Er sieht dringendsten Handlungsbedarf und unmittelbare Realisierung. Das Thema Altstadt sieht er im Zusammenhang mit der Pflugfabrik. Hier operiert die Stadt am offenen Herz. Die grundsätzlich gute Planung wird so nach der Salamitaktik zu Gunsten des Investors verwässert. Forderungen wie hier ein Stockwerk mehr, dort statt Kulturstadel ein Hotel muss die Stadt mit mehr Selbstbewusstsein entgegentreten. Die Altstadt ist Zentrum, Handelsplatz, Bühne, Treffpunkt, Kultur und Platz für die Gastronomie. Dieses Herz der Stadt muss schlagen. Im Rahmen der Stadtentwicklung ist ein neues Pflaster für Vorder- und Hinteranger mit Anbindung an die Fußgängerzone eine Option. Landsberg als kleine Stadt zwischen den Metropolen München und Augsburg konnte ihre Eigenständigkeit erhalten. Gerade die unzähligen kleinen Momente: die Teufelsküche, der Wildpark, der Christkindlmarkt oder nach Feierabend an der Lechmauer zur Ruhe zu kommen, sind unbedingt zu erhalten und zu bewahren. Immens wichtig ist, dass wir keine Verwahranstalt für kostenbewusste Großstädter werden. Landsberg muss organisch lebendig bleiben. Aber wie bringe ich neuen Bürgern in dieser Stadt dieses „Landsberg Gen“ bei? Hier kommen die Vereine ganz vorne ins Spiel. Kinder kommen mit Kindern in Kontakt, Eltern mit anderen Eltern. Auf die integrative Kraft der Vereine kann nicht verzichtet werden. Kulturell gibt es immer etwas zu verbessern. Doch der Lechstädtler braucht heute nicht mehr nach München ins Theater zu fahren. Das Angebot ist in Landsberg fast schon als sensationell zu bezeichnen. Landsberg ist nicht nur eine Stadt, sondern auch ein Lebensgefühl, das es zu erhalten gilt. In Landsberg Oberbürgermeister zu sein, heißt nicht nur, etwas verwalten zu können. Sondern auch Platz zu schaffen für die vielen Leute, die Ideen haben. Ich will nicht, dass solche Menschen zur Verwaltung gehen und betteln müssen. Sondern, dass sie dort die Hand gereicht bekommen als Partner und viel mehr: als Verbündete. Wenn ich OB werde, bin ich nicht am Ziel, sondern am Anfang“, eine vielversprechende Ankündigung.
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