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Mit ubuntu-Werten von Afrika nach Dießen

Den sehr interessierten Zehntklässlerinnen der Mädchenrealschule brachten (von links) Walter Any-anwu, Dr. Margaret Nkrumah und Dr. Clemens Klingan (SOS-Kinderdorf Österreich) ubuntu-Werte näher.
 
Großen Spaß hatten (von links) ubuntu-Visionärin Dr. Margaret Nkrumah und ihre Begleiter Walter Anyanwu und Dr. Clemens Klingan (SOS-Kinderdorf Österreich), als sie die Buben und Mädchen im SOS-Kinderdorf bei einer Percussion-Improvisation begleiten durft
ubuntu ist vieles: Zuhören, Verantwortung übernehmen, Vertrauen schenken, gegenseitiger Respekt, etwas Gutes tun. ubuntu ist aber auch eine Kulturinitiative und eine Botschaft, die die Menschen verschiedenster Kulturen, Sprachen und Rassen verbin-den soll. Ein Stück davon brachte die diesjährige ubuntu-Visionärin Dr. Margaret Nkrumah bei ihrem Besuch in Dießen mit – ins SOS-Kinderdorf, aber auch in die Dießener Mädchenrealschule.
Vor den Zehntklässlern der Mädchenrealschule war Margaret Nkrumah in ihrem Element. Schließlich, so erläuterte ihr Begleiter Dr. Walter Anyanwu, hat sie in ihrem Heimatland Ghana ein College aufgebaut und zu große Ruhm geführt. Dabei vermittelte sie ihren Schülern nicht nur eine weltweit aner-kannte Bildung, sondern ermunterte sie auch, sich sozial zu engagieren. Kein Wunder also, dass die Vizepräsidentin von SOS-Kinderdorf International wie zuvor schon Astrid Lindgren zur ubuntu-Visionärin bestimmt wurde.
Anyanwu verdeutlichte, warum SOS-Kinderdorf und die vor drei Jahren gegründete Kulturinitiative ubuntu so gut zusammen passen: Sowohl das Zulu-Wort als auch das Wirken des SOS-Gründervaters Hermann Gmeiner zeigen die Elemente „Handlungsbedarf erkennen, Verantwortung übernehmen, Vertrauen schenken, Partner finden und Gutes tun“ auf. Außerdem, leitete Nkrumah zu den diesjährigen ubuntu-Themen über, will SOS-Kinderdorf Buben und Mädchen eine neue Heimat geben und ihnen damit helfen, eine gesunde Identität zu entwickeln.
Bei einem Brainstorming zum Thema Afrika machte Nkrumah den Schülerinnen klar, wie negativ geprägt die meisten Schlagwörter zu Afrika sind und wie sich diese Sichtweise auf das Selbstbild der Afrikaner auswirkt. Sie forderte die Mädchen auf, sich näher mit dem schwarzen Kontinent zu befassen und auch die andere Seite Afrikas zu sehen – zum Beispiel die große Hilfsbereitschaft der Menschen, die engen Familienbande und das Füreinander-da-sein.
Die Menschen in Afrika seien – vom Materiellen her gesehen – zwar arm, dafür aber reich an Bodenschätzen und menschlichen Gütern, betonte sie später auch bei ihrem Empfang im SOS-Kinderdorf. Dort brachte sie SOS-Kinderdorfmüttern und ihren Schützlingen ebenfalls mit viel Humor und Enthusiasmus ubuntu-Werte näher. Dabei sparte sie nicht mit Lob für die Darbietung der Trommlergruppe unter Leitung von Musikpädagoge Roger Kretschmann und den „Afrikanischen Tanz“, den Psychologin Stefanie Lesinski mit einigen Kindern zur Begrüßung einstudiert hatte.
SOS-Kinderdorfleiter Erich Schöpflin bedauerte, dass ubuntu-Werte wie Achtsames Miteinander, gegenseitiger Respekt und Menschenwürde heute immer weniger gelebt würden. Im SOS-Kinderdorf stelle man sich der Aufgabe, diese Werte nicht nur zu vermitteln, sondern auch die Möglichkeit zu schaffen, sie in zwischenmenschlichen Begegnungen und gemeinsam gelebten Erfahrungen zu verinnerlichen. In Begegnungen könnten auch Zugehörigkeit und Heimaterleben gefördert werden – Begriffe, die bisweilen besser zu fühlen als zu definieren seien.
Schöpflin freute sich wie Bürgermeister Herbert Kirsch sehr über den Besuch Nkrumahs, den er als zeitversetzten Beitrag zum „Tag der Kinderrechte“ sah. Für die Mitarbeiter sei er zudem eine Ermuti-gung auch darin, ubuntu-Werte in ihrer täglichen Arbeit zu realisieren.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin Landsberg | Erschienen am 13.11.2009
1 Kommentar
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Familie Scheffler aus München | 05.04.2015 | 23:14  
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