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Biblis ist unzureichend gegen Erdbeben gesichert

gefunden auf TIP Verlag Lampertheim (Artikel lesen)

Lampertheim: BIBLIS - Auf die atomaren Risiken des Betriebs der beiden Atomkraftwerksblöcke hat der Landtagsabgeordnete Norbert Schmitt (SPD) hingewiesen. "Biblis ist gegen Erdbeben und Flugzeugabstürze unzureichend gesichert und hat durch das Fehlen einer externen Notstandswarte einen zentralen Sicherheitsmangel", erklärte der Abgeordnete.




Nach den dramatischen Ereignissen in Japan werden nun auch in Deutschland die Sicherheitsfragen der Atomkraft wieder intensiv diskutiert. Dabei werde die Frage der Erdbebensicherheit erörtert. So habe die hessische Umweltministerin Puttrich behauptet, die Kraftwerke in Biblis seien "sicher bei Erdbeben". Für Schmitt ist das eine Falschbehauptung. "Die Atomkraftwerke in Biblis wurden nur für ein Erdbeben der Intensität von VIII ausgelegt. Dabei wurde sogar noch unterstellt, dass nur 50 Prozent wichtiger Anlagenteile zerstört werden. Damit ist Biblis gegen schwere - in Deutschland denkbare - Erdbeben z.B. der Intensität von X unzureichend geschützt. Zudem müssen - das zeigen die Ereignisse in Japan - deutliche höhere Zerstörungswerte als 50 Prozent wichtiger Anlagenteile bei einem Erdbeben unterstellt werden", so der SPD-Abgeordnete.




Wenn die hessische Umweltministerin Puttrich erklärt, die Anlagen in Biblis seien sicher, beschwichtige sie ein um das andere Mal die erheblichen Sicherheitsmängel in Biblis. Während in Berlin wenigstens beim Umweltbundesminister eine Nachdenklichkeit über den Sicherheitszustand der deutschen Atomkraftwerke eingekehrt ist, zeigt sich seine hessische Kollegin völlig unbesorgt. Schmitt meint dazu:"Frau Puttrich ist und bleibt eine Beschwichtigungsministerin". Die SPD wird deshalb die Fragen der Anlagen- und Erdbebensicherheit in Biblis wiederum zum Thema der Landespolitik machen, kündigte der Abgeordnete an.




Für die SPD machten die Ereignisse einmal mehr deutlich, dass die mit der Atomenergie verbundenen Gefahren nicht hinnehmbar sind. Das sogenannte Restrisiko könne nicht verantwortet werden. Nur der Ausstieg aus der Atomenergie und der Einstieg in erneuerbare Energien, die vor Ort unterstützt werden müsse, seien zukunftssicherende Politik. "Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke und die Beschwichtigung der Risiken sind unverantwortlich", so der SPD-Abgeordnete. zg
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