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Ludwig Emil Grimm und Goßfelden

Selbstbildnis - Ludwig Emil Grimm (1813)
 
Johann Heinrich Christian Bang - Zeichnung von Ludwig Emil Grimm (1829)
Ludwig Emil Grimm (1790-1863) ist der jüngste Bruder der „Märchenbrüder“ Jacob (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859).

Während Jacob und Wilhelm insbesondere während ihrer Studienzeit in Marburg (1802/3-1805/6) mit Friedrich Carl von Savigny und den weiteren Marburger Romantikern in Goßfelden bei dem befreundeten Pfarrer Johann Heinrich Christian Bang (1774-1851) waren, hat Ludwig Emil Grimm den Goßfeldener Pfarrer in 1829 besucht.

Da Ludwig Emil Grimm am 4. April 1863 - und damit vor 150 Jahren gestorben ist - wollen wir uns seines Besuchs im August 1829 in Goßfelden erinnern.

Ludwig Emil Grimm war zu dieser Zeit schon als Zeichner und Radierer bekannt. Er radierte insbesondere Landschaften und Tiere - am liebsten aber porträtierte er.
So hatte er bereits viele berühmte Persönlichkeiten der damaligen Zeit porträtiert, dazu gehören zunächst seine Geschwister, dann die Marburger Romantiker mit u.a. Friedrich Carl von Savigny, Clemens und Bettina Brentano, aber auch Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe, zu dem er eine besondere Beziehung hatte.
Auch findet sich auf dem Titelblatt der zweiten Ausgabe der von seinen älteren Brüdern herausgegebenen „Kinder- und Hausmärchen“ seine Radierung der Märchenerzählerin Dorothea Viehmann. Ebenso hat er Zeichnungen zu Märchen gefertigt (u.a. „Brüderchen und Schwesterchen“, „Hänsel und Gretel“, „Dornröschen“).

Im Hessenland war er (auf Anregung Wilhelm Grimms) unterwegs, um „die besten Landschaften, die Trachten und sonstigen Eigenthümlichkeiten zu sammeln“. Dies hat er getan. Und so gibt es von ihm viele Zeichnungen und Radierungen (nicht nur) hessischer Landschaften und Personen.
1824 hat er mit Gerhard Wilhelm von Reutern in Willingshausen, wo sich seit etwa 1820 schon Künstler trafen, eine Malerkolonie gegründet und war dann immer wieder mal dort.

Und im August 1829 kam er – wohl mit der Postkutsche von Marburg - nach Goßfelden, um den Freund seiner älteren Brüder, den Pfarrer Johann Heinrich Christian Bang, zu besuchen.
Der damalige Schüler des Gymnasiums im Pfarrhaus, Carl Hille (1811-1894), hat sich in seinen Erinnerungen „Vor 60 Jahren“ des Besuchs von Ludwig Emil Grimm wie folgt erinnert: "… der trefflichen Bleistiftzeichnung gesendet, zu welcher unser lieber Alter (gemeint ist Pfr. Bang - Anm.) dem Maler Ludwig Grimm – auch ein „Gebrüder Grimm“ – einst unterm Schirm der Linde gesessen".
Also, im Schatten des Baumes vor dem Pfarrhaus, der später "Märchenlinde" genannt wurde, ist das Porträt entstanden, das Ludwig Emil Grimm am 6. August 1829 von dem Pfarrer Johann Heinrich Christian Bang gezeichnet hat.
Weiter hat Ludwig Emil Grimm hier noch Trachtenbilder gezeichnet, darunter „Drei Mädchen aus Goßfelden“.
Nach dem Besuch in Goßfelden führte seine Reise weiter über Amöneburg nach Willingshausen.

Ludwig Emil Grimm wurde in 1832 zum Professor an der Kunstakademie Kassel ernannt. Bis 1854 hat er noch mehrere Sammlungen radierter Blätter herausgegeben.
Er starb 1863 an einer Lungenentzündung.
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Weiterveröffentlichungen:

Oberhessische Presse | Erschienen am 20.04.2013
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