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Es war einmal….. Was genau passiert eigentlich im Stellwerk Sarnau „Sf“?

  „Ein Stellwerk ist eine ortsfeste Bahnanlage zur Steuerung des Bahnbetriebs. Es dient der Stellung hauptsächlich der Stellung von Weichen und Gleissperren, stellt Abhängigkeiten zwischen den Fahrwegelementen und Signalen her und bindet Bahnübergangssicherungsanlagen in die Sicherungslogik ein“ (WIKIPEDIA).

Das heute vorhandene „Stellwerk Sf“ gehört zur DB RegioNetz Infrastruktur GmbH Kurhessenbahn und hat seinen Ursprung in den 1930er Jahren. Die Bezeichnung Sf trägt es seit der Auflösung des „Stellwerks Sr“ im ehemaligen Sarnauer Empfangsgebäude und der Vereinigung aller Bedienungseinrichtungen im heutigen Stellwerk.
Auf der eingleisigen Strecke erfolgen Zugfahrten in drei Richtungen: Bad Laasphe/ Erndtebrück, Frankenberg/Korbach und Cölbe/Marburg.

Von Montag bis Freitag sind 65 Züge von der Fahrdienstleitung des Stellwerks im Schichtbetrieb abzuwickeln. Samstag und Sonntag sind es aufgrund des Wochenendfahrplanes weniger Züge.

Welche Aufgaben im Einzelnen hat(te) nun die Fahrdienstleitung im Stellwerk Sarnau?

Das Stellwerk Sarnau Sf ist ein sogenanntes mechanischen Stellwerk und wird per Hand vom Fahrdienstleiter/-in bedient: Die Hebelbank der Bauart Jüdel*** beherbergt die Geräte für fünf Weichen und drei Einfahr- und auch die sechs ca. 1971 aufgestellten Ausfahrsignale.
Die Stellhebel oder über die am Hebel befestigte Seilscheibe und eine Drahtzugleitung sind mit den jeweiligen Außenanlagen, z.B. Weichen, verbunden und reagieren auf die Handgriffe der Fahrdienstleitung.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verantwortlich für den am Fahrplan ausgerichteten Zugfahrtenablauf. Die Züge werden über das sogenannte Zugmeldeverfahren angeboten. Dies erfolgt entweder technisch über die Zugnummernmeldeanlage oder fernmündlich über die Zugmeldeleitung. Bei Annahme erfolgt der sogenannte “Erlaubniswechsel“. Hierbei handelt es sich um ein bahnspezifisches Verfahren, wodurch gewährleistet wird, dass sich immer nur ein Zug gleichzeitig auf dem eingleisigen Streckenabschnitt befindet.
Nach Annahme des Zuges wird der Fahrweg auf Freisein geprüft und anschließend der Fahrweg (Weichen, Fahrstraßenhebel) eingestellt. Sobald sich der Zug aus Cölbe in Richtung Sarnau nähert, ertönt ein akustisches Signal (Anrückmelder).


Es erfolgt eine weitere Fahrwegprüfung durch Augenschein, die Schranke wird (nach wie vor mit Muskelkraft) geschlossen und gesichert (festgelegt).

Die Bundesstraße wird ebenfalls mit der Fahrstraßenfestlegung gesichert. Erst wenn alle sicherheitsrelevanten Maßnahmen durchgeführt sind, kann der Fahrdienstleiter das Signal auf „Fahrt“ stellen.
Nach Vorbeifahrt des Zuges im Bahnhof wird wieder alles in Grundstellung gebracht. Der jeweilige Streckenabschnitt wird dann als „besetzt“ angezeigt und erst wieder freigegeben, wenn der Zug den nächsten Bahnhof erreicht hat.

Kurhessenbahn:
Die Strecke wurde in vier Etappen eröffnet: Warburg–Bad Arolsen am 1. Mai 1890 Frankenberg–Sarnau am 1. Juli 1890 Bad Arolsen–Korbach am 15. August 1893 Korbach–Frankenberg am 1. Mai 1900

Rainer Kieselbach
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