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100. Veranstaltung des Förder- und Kulturvereins

Bang-Tage 2004: Pfarrer Joh. Heinrich Chr. Bang wird von den Marburger Romantikern besucht
 
2006: "Landleben" - Lied- und Gedichtvorträge der Gruppe "Lahntabile"
In 1994 wurde der Förderverein „Gemeinschafts- und Kulturzentrum Roßweg e.V.“ gegründet. In den ersten Jahren seines Bestehens war es seine Hauptaufgabe, sich mit der Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde um den Ausbau einer Scheune am Roßweg zu einem Begegnungszentrum zu befassen. Mit der Fertigstellung Anfang 1997 wurde daraus dann das „Johann Heinrich Christian Bang-Haus“, oder kurz „Heinrich Bang-Haus“. Es ist ein kirchliches Gemeindehaus, das unterschiedlichen Zwecken zur Verfügung steht.
Seither werden auch Vortragsveranstaltungen angeboten, zunächst in einem kleineren Rahmen, ab Ende 2004 dann die Veranstaltungsfolge „Kultur, Wissen, Gespräche bei Bang“, in der in monatlicher Folge Vorträge verschiedenster Art stattfinden. Dazu gehören Redevorträge, Reiseberichte, Spielabende und Musikveranstaltungen.
Am 14. September nun fand die 100. Veranstaltung des Fördervereins im Heinrich Bang-Haus statt. Der Vorsitzende Karl Heinz Görmar hat dies zu einem kleinen Rückblick genutzt und an die Veranstaltungen erinnert.

Es haben nicht alle Veranstaltungen des Vereins im Heinrich Bang-Haus stattgefunden, es gab welche im „alten Gemeindehaus“, solche im Kirchlichen Gemeindezentrum Sarnau, auch auf dem geschichtsträchtigen Kirchplatz – wo man einen so schönen Blick über Goßfelden und in das Lahntal hat - und im Ubbelohdegarten, ja sogar einmal an dem Maisfeld in Sterzhausen.
So gab es insbesondere Redevorträge zu historischen, kulturellen und allgemein interessierenden Themen; Reiseberichte aus dem In- und Ausland und Vorstellungen anderen Länder und Völker. Die Musikveranstaltungen zogen sich vom Volksliedersingen über Chorauftritte bis zu einem Harfenkonzert, zweier Violinkonzerte und der allseits beliebten „Musik zur Sammeltasse“ hin. Dazu kamen Kinderveranstaltungen mit Fredrik Vahle und einer „Wichtel-Lesung“ am Maisfeld bei Sterzhausen.
Eine herausragendes Ereignis der Vereinsarbeit ab 1997 aber waren die „Bang-Tage“ in 2004, mit denen über 3 Tage des 230. Geburtstags des Namensgebers des „Joh. Heinrich Chr. Bang-Hauses“ gedacht und auch eine Gedenkschrift herausgegeben wurde. Historische Gruppen aus dem Festzug des Grenzgangvereins Goßfelden e.V. wirkten bei der Vorstellung des „Besuchs der Marburger Romantiker bei Johann Heinrich Christian Bang“ mit.
Ein weiterer Höhepunkt der Vereinsarbeit war die Schaffung eines beschilderten Otto Ubbelohde-Rundweges durch Goßfelden. Die Otto Ubbelohde-Stiftung hat dabei mitgewirkt und die Gemeinde Lahntal und der Ortsbeirat Goßfelden haben dieses Werk von Anfang an mitgetragen.
Am 12.Juni 2010 war die Eröffnung des 16 Stationen umfassenden Rundweges „Auf den Spuren von Otto Ubbelohde durch Goßfelden“ unter Mitwirkung des Grenzgangvereins Goßfelden e.V., außerdem sind Fredrik Vahle mit Teilen seiner Band und der Posaunenchor Lahnfels im Ubbelohde-Garten zur Unterhaltung der Kinder und derjenigen, die die Erstbegehung des beschilderten Wegs nicht mitmachen konnten, aufgetreten.
Bei dem Eröffnungsrundgang wirkten eine Harfespielerin, der Posaunenchor Lahnfels und historische Gruppen oder Einzelpersonen aus dem Grenzgangfestzug mit. So konnte man nicht nur Otto Ubbelohde „treffen“, auch seine Frau Hanna und den „Besuch bei Ubbelohdes“.
Das Besondere an diesem Rundweg ist, dass nicht nur auf Otto Ubbelohde und seine Gemälde und Zeichnungen, die nach Motiven in Goßfelden entstanden sind oder entstanden sein könnten und die noch heute wiedererkannt werden können, eingegangen wird, sondern auch weitere Künstler (insbesondere Franz Frank) vorgestellt werden, die in Goßfelden gelebt und gewirkt haben. Weiterhin wird auf die örtliche Geschichte (Deutschordensdorf) das Brauchtum und die Tracht eingegangen. So ist dieser Rundweg mehr, als der Name vermuten lässt.

Zu der 100. Veranstaltung des Vereins sprach Herr Professor Dr. Wilhelm Solms in einem Vortrag zum Jubiläum der „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm über “Die Wahrheit der Märchen und die Lehren des Erzählers“. Dabei ging er darauf ein, dass die „gute Lehre“, die der Erzähler, und das ist meistens Wilhelm Grimm, aus den Märchen zieht, nicht immer mit der Moral von der Geschichte identisch ist. Dabei hat er das Publikum in den Vortrag einbezogen und bspw. gefragt: Wo war denn der Vater von Aschenputtel, als seine zweite Frau seine Tochter aus erster Ehe, so schlecht behandelte? Was ist das für ein Vater gewesen? Er hat mit diesem Vortrag dafür gesorgt, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer künftig die Märchen mehr hinterfragen und damit ganz anders mit dem Märchen umgehen werden.

Die nächste Veranstaltung im Heinrich Bang-Haus findet am 25. Oktober 2012 um 19.30 Uhr statt. Herr Prof. Dr. Siegfried Becker wird in seinem Vortrag „Auswanderungen aus Goßfelden“ über die Auswanderungswelle im 19. Jahrhundert referieren.
Am 2. November dann, wird Herr Prof. Dr. Becker um 19.30 Uhr im Kirchl. Gemeindezentrum Sarnau (Kirche) über die „Auswanderungen aus Sarnau“ sprechen.
Über Prof. Friedrich Carl von Savigny und seine Beziehung zu Johann Heinrich Christian Bang wird uns Frau Dr. Rotraut Fischer, die gerade den Schriftverkehr zwischen beiden aufarbeitet, am 16. November 2012 um 19.30 Uhr im Heinrich. Bang Haus vortragen.
Herzliche Einladungen zu diesen Veranstaltungen.
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