Anzeige

TSV Ingeln-Oesselse/Wanderabteilung/Wanderfreizeit im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Vor dem Wildtierpark
 
Auf dem Aussichtsturm im Tierpark
 
Warten auf die Greifvogel-Flugschau

Neun Tage bergauf, bergab und über Stock und Stein im Nationalpark Kellerwald-Edersee im September 2019


Die diesjährige Wanderfreizeit führte die Wanderer des TSV Ingeln-Oesselse für neun Tage in den Nationalpark Kellerwald-Edersee. Dieser bekannte Nationalpark gehört teilweise aufgrund seiner uralten knorrigen Buchen zum UNESCO-Weltnaturerbe und ist ein Eldorado für Wanderer. Es gibt dort eine Vielzahl gut ausgebauter Wanderwege und verschlungener Wanderpfade durch faszinierende Wildnis, urige Laubwälder mit bizarren Baumgestalten und atemberaubenden Ausblicken auf die einzigartige Wald- und Seenlandschaft des Nationalparks und der Erlebnisregion Edersee. Besonders zu erwähnen sind hier der 68 km lange Urwaldsteig Edersee und der 150 km lange Kellerwaldsteig.
Für die Teilnehmer der Wanderfreizeit wurden an jedem Tag zwei verschieden lange Wanderungen angeboten. Jeder Wanderer konnte morgens nach Tagesform entscheiden auf welche der Wanderstrecken er wandern möchte. Nach der Wanderung war jeweils noch eine kleine Besonderheit geplant und auch die Geselligkeit kam dabei nicht zu kurz.
Da war die interessante Rundwanderung durch den 53 Hektar großen Wildtierpark Edersee mit Besuch der Greifvogel-Flugschau und dem sich anschließenden Baumkronenweg mit seiner 30 Meter hohen Panorama-Aussichtsplattform sowie den zahlreichen Informations- und Mitmachstationen. Nach dem Abendessen lud im Hotel eine niederländische Blasmusikkapelle zu einem schwungvollen Konzert auf die Hotelterrasse ein.
Oder die Wanderung die mit einer Zugfahrt von Herzhausen nach Schmittlotheim begann und von dort auf wildromantischen Pfaden durch das Elsebachtal, über den Bettelkopf, Himmelsbreite und den Hagenstein, dessen Aussichtsplattform auch die "Loreley des Edertals" genannt wird, zum Nationalpark-Zentrum in Kirchlotheim führte. Dort gab es neben der sehr informativen Ausstellung auch einen außergewöhnlichen 3-D Film über den Naturpark zu sehen. Am Abend wurde dann ein Rundgang durch den kleinen Ort Fürstenberg und zu den Infotafeln mit der geschichtlichen Vergangenheit und der Igelsage des Ortes angeboten.
Rund um den kleinen schön gelegenen Ort Kleinern ging es am 3. Wandertag. Bei dieser Wanderung bescherte Wanderfreund Albert seinen Mitwanderern eine besondere Einlage, indem er in Schuhen und Strümpfen eine zusätzliche Wanderung durch das große natürlich angelegte Wassertretbecken am Waldrand unternahm. Für alle Teilnehmer gab es am Ende der Wanderung Zwetschenkuchen oder Schwarzwälder Kirschtorte
Der 4. Wandertag war für viele Teilnehmer der schönste Tag. Er begann mit der Autofahrt nach Waldeck zum Parkplatz am Schloss. Von dort führten die Wanderungen die zunächst auf den Elsterberg. Von hier oben hatte man einen traumhaften Ausblick auf das Schloss Waldeck, auf die Seilbahn und auf den Edersee. Auf wunderschönen anspruchsvollen Panorama-Wanderpfaden ging es immer bergauf und bergab zum Hexenkopf und Teufelsgraben. Dort konnte man auf einer Informationstafel die Sage über die Hexen-Verbrennung am Hexenkopf und das Einsammeln ihrer Seelen durch den Teufel im Teufelsgraben lesen. Danach musste ein sehr steiles Stück des Wanderpfades überwunden werden, aber das war für die Wanderer kein Problem. Entlang des Pfades war zur Sicherheit ein Seil angebracht. Dieses wurde allerdings so stark in Anspruch genommen, dass die Wanderführerin .unter Gelächter fast vom Pfad gekickt wurde (ob der Teufel hier auch seine Hände im Spiel hatte?). Auf der Kanzel wurde eine Pause eingelegt, die hervorragende Aussicht genossen und über die Sage vom guten Berggeist und vom bösen Berggeist diskutiert. Durch Wiesen und Wald kam dann bald die letzte Aussichtsplattform für diesen Tag in Sicht. Sie befand sich oberhalb der Sperrmauer und man hatte einen traumhaften Panorama-Ausblick auf Edersee und Sperrmauer. Über Stock, Stein, viele Kehren und vorbei an außergewöhnlichen Baumgestalten erfolgte der Abstieg zum See. Hier gab es bis zur 90minütigen Schiffsrundfahrt mit der "Edersee Star" noch etwas Freizeit. Auf dem Schiff konnte man dann nicht nur Getränke und Kuchen genießen, sondern auch die ganze umliegende Landschaft bei Niedrigwasser betrachten. Nach der Schifffahrt schloss sich eine weitere kurze Wanderung zur Talstation der Bergseilbahn an, die dann alle Teilnehmer bequem wieder hinauf zum Parkplatz beförderte.
Am nächsten Tag begannen und endeten die Wanderungen in Asel. Gewandert wurde entlang des Hochsteins, zur Ruine Ehrenburg und hinab ins Edertal. Von dort immer entlang des Edersees über die "Hohe Fahrt" und mit sehr schönem Ausblick auf die alte Aseler Brücke, die bei dem niedrigen Wasserstand sehr gut zu sehen war.
Der sehr bekannte Knorreichenpfad war die große Sehenswürdigkeit der nächsten Wanderung. Auf diesem Pfad konnte man sehr viele uralte knorrige Eichen bewundern, deren Wurzeln kaum Halt und Nahrung in dem steilen steinigen Untergrund finden konnten. Der Rückweg führte über die Kahle Hardt mit Mittagspause auf einer Bank mit wunderschönem Ausblick auf das Edertal. Nach der Wanderung ging es zur Besichtigung des schiefen (auf dem Kopf stehenden) Hauses an den Affolderner See. Auf dem Rückweg wurde noch bei der Sommerrodelbahn zum Rodeln angehalten.
Mit der Fahrt in der Uniper-Standseilbahn hinauf zu den Hochspeicherbecken begann für die Wanderer ein besonderes Erlebnis. Unterwegs erhielten sie vom Seilbahnführer viele Informationen. Nur ca. zwei Meter von der Standseilbahn entfernt verliefen die Druckrohrleitungen mit einem Durchmesser von über zwei Metern. Durch diese Leitungen strömen bei Bedarf bis zu 25000 Liter Wasser pro Sekunde talwärts auf die Turbinen der Kraftwerke. Oben angekommen erwartete die Wanderer eine großzügige Aussichtsplattform mit einem Blick in den Nationalpark und weit ins Waldecker Land. Nach der Umrundung der Hochspeicherbecken ging es bergauf und bergab wieder hinab nach Hemfurth. Anschließend wurde zum "Überraschungskaffee" gefahren. Der Weg führte nach Frankenau und hier stand ein Planwagen mit Kutscherin und den beiden Kaltblüter-Pferden Dotti und Fritz bereit. Mit 2 PS ging es nun zwei Stunden durch den Nationalpark Kellerwald. Unterwegs wurde an der Quernst Pause gemacht. Nach der Besichtigung der Quernst-Kapelle war der rustikale Kaffeetisch zur Selbstbedienung aufgebaut. Ein kurzer Besuch in der Kellerwalduhr rundete den sehr schönen Wandertag ab.
Vom idyllisch gelegenen Ort Nieder-Werbe am See aus wurde am Samstag gewandert. Die Rundwanderungen führten noch einmal durch die ganze Palette der Wanderlandschaft mit zauberhaften Ausblicken und Fahrt mit der Seilbahn. Auf dem Rückweg wurde noch einmal gerodelt.
Am letzten Tag ging es nach Bad Wildungen zum Parkplatz in der Innenstadt. Ab hier stand die Wanderroute "Der Blaue Stuhl" auf dem Programm. Diese Route führte durch Bad Wildungen mit seiner historischen Altstadt sowie durch den Königsquellepark und um Wildungen herum. Sie war interessant und kurzweilig. Viele "Blaue Stühle" oder Sitzmöglichkeiten markierten diesen Wanderweg. Sie waren originell und witzig gestaltet, hatten einen Bezug zu ihrem Umfeld und luden zum Platz nehmen ein. In ihrer Nähe gab es vielfältige Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Nach dieser Wanderung ging es zurück nach Ingeln-Oesselse.
Es war auch in diesem Jahr wieder eine sehr schöne, abwechslungsreiche Wanderfreizeit, bei sehr gutem Wanderwetter ohne Regen mit viel Sonnenschein. Alle neun Wandertage waren ausgefüllt mit anspruchsvollen interessanten Wanderungen und vielen neuen Erlebnissen. Jeden Tag gab es viel Neues zu entdecken und kein Wanderweg glich dem anderen. Eines stand zum Abschluss der Wanderfreizeit schon fest, auch im Jahr 2020 wird es voraussichtlich wieder eine Wanderfreizeit geben.
Ursula Denda
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.