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TSV Ingeln-Oesselse / Wanderabteilung / Wanderung im Hils um Grünenplan

In diese Richtung müssen wir wandern
 
Am Wilhelm-Raabe-Turm
Bericht zur Wanderung im Hils am 07.05.2017
Nach langer Zeit hatte die Wanderabteilung des TSV Ingeln-Oesselse wieder einmal eine Wanderung im Hils eingeplant. Der Hils ist ein waldreicher Mittelgebirgszug des Leineberglands und ein bekanntes Wandergebiet. Die Landstraße 484 überquert den Hils und ist auf der Strecke von Gerzen bis Holzen aufgrund ihrer vielen Steigungen und Kehren bei gutem Wetter auch bei den Motoradfahrern sehr beliebt. Die 20 Wanderer des TSV Ingeln-Oesselse erreichten in Fahrgemeinschaft den Luftkurort Grünenplan mit seinen ca. 2450 Einwohnern. Grünenplan mit seiner über 850 Jahre alten kontinuierlichen Glasgeschichte liegt in der Hilsmulde und wird auch das "Gläserne Herz Niedersachsen" genannt, denn es liegt an der Schnittstelle der Glasstraße Leinebergland und der Glasstraße Weserbergland. Die Glasmachertradition in der Hilsmulde lässt sich anhand von Grabungsfunden bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Einen Überblick von den Anfängen bis zur Gegenwart vermitteln das Erich-Mäder-Glasmuseum und das Glasmacherhaus.
Start und Ziel der zwei verschieden langen Wanderungen war das Verkehrsamt in der Ortsmitte. Hier konnte gleich zu Beginn der Ofen 2 der Waldglashütte unter dem Hilsborn, ein herausragendes Technikdenkmal aus dem 17. Jahrhundert, besichtigt werden. Die kürzere Strecke führte am Kurhaus und Hallenbad vorbei, entlang des Apfelbergs mit der Gartenkolonie, Richtung Langer Grund und zur Glasebachwiese sowie Schneppelhütte. Durch den Köhlergrund wurde der Hilsbornteich erreicht. Dann ging es entlang der Talsköpfe wieder zurück nach Grünenplan. Vorbei an der Schott AG, der ehemaligen Spiegelglashütte aus dem Jahr 1744, dem ältesten Werk der glaserzeugenden Industrie Niedersachsens, kam das Ziel der Wanderung, das Verkehrsamt bald wieder in Sicht.
Die längere Strecke führte durch den interessanten Glasmacherort, den Langen Grund und erreichte nach teilweise steilen Anstiegen den Kammweg. Auf dem Kammweg, der gleichzeitig ein Teilstück des 80 km langen Ith-Hils-Wegs ist, ging es weiter zur Feuerschneisenhütte. Hier wurde eine Pause eingelegt und während der Stärkung aus dem Rucksack die schöne Fernsicht über den weitläufigen Duinger Wald und den Ith bis hin zu den Orten Duingen und Coppengrave genossen. Gut gestärkt führte die Wanderroute hinauf bis zur Bloßen Zelle. Die Bloße Zelle ist mit ca. 480 m die höchste Erhebung des Hils. Ihr Name erinnert an die Zeit der Wanderglashütten des 16. Jahrhunderts. Damals fällten die Glasmacher das ganze Buchenholz, das in der Nähe ihrer Hütten stand, da sie es als Brennmaterial und zur Gewinnung der für die Glasherstellung erforderlichen Pottasche benötigten. Wenn die Umgebung kahlgeschlagen war, zogen die Wanderglashütten weiter und auf dem verlassenen Gelände entwickelten sich große Heideflächen. Inzwischen ist die Bloße Zelle jedoch wieder bewaldet. Kurz danach wurde der 15 m hohe, aus Metall gebaute Wilhelm Raabeturm auf dem 472 m hohen Großen Sohl erreicht und es ging die Stufen und Leitern hinauf bis zur Aussichtsplattform. Von hier oben muss man bei klarem Wetter eine großartige Fernsicht haben. Der Turm erhielt seinen Namen von dem deutschen Schriftsteller Wilhelm Raabe, geb. 1831 in Eschershausen. Wilhelm Raabe ist der berühmteste Sohn der Stadt Eschershausen und besonders bekannt für seine gesellschaftskritischen Erzählungen, Novellen und Romane. Eines seiner bedeutesten Werke ist "Die Chronik der Sperlingsgasse". Direkt gegenüber dem Turm befindet sich das Wilhelm Raabe Denkmal. Weiter ging es dann leicht bergab oder bergauf vorbei an der Ausflugsgaststätte Roter Fuchs, der Marienbuche und dem Lutherplatz zurück nach Grünenplan und am idyllischen Lauf des Glasebachs bzw. durch den Ort zum Verkehrsamt. Zum Abschluss des Wandertages trafen sich alle Wanderer noch bei Kaffee und Kuchen oder Torte im Ausflugslokal Roter Fuchs.
Auf die nächste Wanderung freuen sich die Wanderer schon sehr, denn es geht mit S-Bahn und Bus zum Ohrbergpark.

Ursula Denda
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