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TSV Ingeln-Oesselse / Wanderabteilung / Wanderfreizeit vom 21. - 30.05.11

Wann? 21.05.2011

Wo? Sportplatz, 30880 Laatzen DEauf Karte anzeigen
Wanderfreizeit 2011 / Gruppe
 
Wanderfreizeit 2011
 
Wanderfreizeit 2011 / Gruppe
Laatzen: Sportplatz | Wanderfreizeit

Einmal im Jahr findet beim TSV Ingeln/Oesselse in der Wanderabteilung eine Wanderfreizeit statt. In diesem Jahr ging es vom 21. Mai – 30. Mai 2011 in die Rhön. Unsere Pension lag im kleinen Ort Elters. Er ist eingebettet von der Bayrischen-, Hessischen- und Thüringschen Rhön.

Gleich am Tag der Anfahrt in die Rhön wurde die Zeit genutzt, um die Ruine Krayenburg zu besichtigen. Von diesem Höhenzug, einem südwestlichen Ausläufer des Thüringer Waldes und dem Aussichtsturm der Burg, bietet sich eine herrliche Aussicht zum Thüringer Wald und der vorderen Rhön, so dass man schon mal sehen konnte, welch abwechslungsreiche Landschaft uns erwartete.

Danach erlebten wir die Einfahrt in das Salzbergwerk Merkers. Es war eine spannende Reise in „Die Welt des weißen Goldes“. Tief unter den Hügeln der Rhön haben die Kräfte der Natur in Jahrmillionen eine faszinierende Kristallgrotte, ein Naturwunder in 800 m Tiefe, geschaffen mit funkelnden Kristallen von einzigartiger Größe. Mit dem Förderkorb ging es in die Tiefe, um zu sehen, wie Kalibergbau früher war und wie es heute ist. Alle mit weißen Helmen und blauen Kitteln versehen, durften wir „Aufsitzen“ und auf einer erlebnisreichen Tour in das unendlich erscheinende Labyrint der unzähligen Gänge mit viel Getöse fahren und all die Techniken bewundern. Die anschauliche, wechselhafte Geschichte ließ uns auch einen Einblick in den heutigen großen Konzertsaal geben, wo früher 50.000 Tonnen Salz lagerten. Als wir wieder glücklich das helle Tageslicht erreicht hatten, freuten wir uns schon auf das Kaffeetrinken, wozu uns die Wirtin unserer Pension eingeladen hatte.

Am nächsten Tag ließen wir es erst einmal langsam angehen. Es war eine Rundtour, wo wir direkt vom Haus aus starteten. Schon gleich waren wir von blühenden Wiesen umgeben. Nachdem wir den Berg erreicht hatten, bekamen wir schon den Hinweis auf ein Wassertretbecken mit dem Barfußpfad. Das mussten wir natürlich ausprobieren. Die Schuhe waren schnell ausgezogen und dann hieß es ins kalte Wasser, eine Runde und noch eine. Bei dem 18 Stationen langen Pfad im Barfußtempo auf den verschiedenen Materialien war es schon etwas schwieriger, aber es tat gut. Doch damit war die Wanderung ja nicht beendet, sondern ging über den Kugelberg zum Bieberstein mit einem Schloss. Von dort aus konnten wir unseren kleinen Ort schon in der Ferne erkennen, was uns anspornte, noch einen Schritt zuzulegen.

Einmal wurden wir mit dem Sprinter zum „Roten Moor“ gefahren. Hier begaben wir uns vom Moorsee aus auf einen Bohlenpfad rund um das Moor. Vom Aussichts- turm hatte man einen weiten Blick über die ehemaligen Abbauflächen. Auf dieser Tour kamen wir anschließend an einer Felsgruppe mit dem Namen“Schwabenhimmel“ vorbei, das spontan zu einem Picknick aus dem Rucksack einlud. Ein Platz, wo man eigentlich nur stehen bleiben möchte, inmitten wunderschöner blühender Wiesen, aber es ging ja weiter. Am Basaltsee angekommen, suchten wir den Hinweis zur Thüringer Hütte, wo wir wieder abgeholt wurden. Auf dem Weg dahin entdeckten wir längs des Pfades einen roten Teppich aus Blumen oder gefleckt weiß und gelb, ein Stück blaublühend oder nur mit leuchtenden Lupinen bestückt. Es war einfach ein wunderbares Erlebnis.

An anderen Tag stand „Point Alphas“ auf dem Programm. Es ist heute eines der aussagefähigsten Grenzmuseen und Gedenkstätten Deutschlands. Bei einer Führung konnten wir uns hier mit einem Vortrag über die einstige innerdeutsche hessisch- thüringische Grenze informieren. Hier standen sich 4 Jahrzehnte die Vorposten Nato und Warschauerpakt Auge in Auge gegenüber. An der ehemaligen Grenze ging die Wanderung dann zum Rockenstuhl, einem Basaltkegel, vulkanischen Ursprungs. Auch einen Schlangenpfad mussten wir passieren, ohne dass wir „angegriffen“ wurden. In der Stadt Geisa wartete dann die verdiente Kaffeepause.

Am folgenden Tag begann die Wanderung in Bayern mit dem Besuch des „Schwarzen Moores“. Es ist eines der bedeutensten Hochmoore Deutschlands und Mitteleuropas. Auf einem 2,2 km langen Bohlenweg und Lehrpfad wird ein Teil des Moores mit seiner einmaligen Tier- und Pflanzenwelt auf Hinweistafeln ausführlich erklärt. Bei einem Aussichtsturm konnte man noch einmal den fast ursprünglichen Zustand der 7-8 tausend Jahre Erdgeschichte bestaunen mit einer freien Sicht auf das Land. Weiter ging es an der ehemaligen Grenze entlang. Auf einem Bohlenpfad überschritten wir die Grenze nach Thüringen. Weiter führte der Weg nach Frankenheim, genau im Dreiländereck, einer der höchst gelegenen Orte der Rhön. Hier hatten wir noch ein besonderes Erlebnis. Schon von der Erhöhung ins Tal sahen wir auf einer der grünen Wiesen, direkt am schmalen Wanderpfad, einige braune, blankgeputzte Kühe in einer Runde stehen. Wie bei einer Geburt im Kreissal standen sie um eine gerade kalbende Kuh herum, um sie zu beschützen. Schade nur, dass wir weiter mussten ...., denn noch hatten wir unser Ziel nicht erreicht. Durch die Stadt, vorbei an zwei Bergkuppen, sollte es zum Ellenbogen gehen. Dieser Ausläufer mit 814 m Höhe bietet eine prächtige Rundsicht. In der idyllischen Gaststätte „Thüringer Röhnhäuschen“ wartete schon Kaffee und Kuchen auf uns.

Auch ein Besuch des Fränkischen Freilandmuseums gehörte mit zum Programm. In Fladungen ist ein Museumsdorf mit 30 von anderen Standorten in Franken umgesetzten Gebäuden wieder aufgebaut worden. Eine Kirche, ein Brauhaus, eine Ölmühle, alte Bauernhäuser und vieles mehr, sowie ein historisches Gasthaus, was wir am Ende der Tour besucht haben. Unsere Route führte dann weiter um die ummauerte Altstadt. Doch ohne Bergbesteigung ging es auch an diesem Tag nicht. Der Hamelberg sollte noch erklommen werden über den Kreuzweg. Auf Bergeshöhe ging es vorbei an einer kleinen Kapelle mit Grotte und einer Kreuzigungsgruppe aus dem Jahre 1774. Von hier oben konnten wir aber schon den Weg sehen, der uns wieder ans Ziel brachte.

Erleben konnten wir auch ein Naturwaldreservat, das seit einem halben Jahrhundert vom Menschen nicht mehr genutzt wird. Der Lösershag ist 765 m hoch, ein Vulkankegel mit großen Gesteinsblöcken, den sogenannten Basalt- blockfeldern. Da kam es schon mal vor, dass man an skurilen Baumformen, sowie allerorts, oftmals übereinanderliegende Bäume liegen sah oder auch darüber klettern musste. Hier konnte man eine vielfältige Pflanzenwelt von Flora und Fauna beobachten, die uns teilweise völlig unbekannt war. Auf dieser Tour erwanderten wir auch den höchsten Berg der bayrischen Rhön mit 928 m. Vom Gipfel des Kreuzberges eröffnet sich ein faszinierender Fernblick nach Hessen, Thüringen bis zum Spessart. Im nahegelegenen Kloster gibt es noch heute Mönche, die dort seit 1731 das Bier selbst brauen. So konnten wir zum Abschluss den Aufstieg noch mit einem Kreuzbergbier genießen.

Und so gab es noch viele Höhen und Täler, auch auf dem Hochrhöner Wanderweg oder die Besichtigung eines nachgebauten Keltendorfes, wie es vor ca. 2.000 Jahren war.

Auf der Rückfahrt nach Hause legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp auf der Wasserkuppe ein, verbunden mit einem Besuch des Segelflugzeugmuseums.

Gern erinnern wir uns an die gemütlichen Abende, wo immer mit Spannung darauf gewartet wurde, wer denn wieder das Lied anstimmt.... So freuen wir uns schon heute auf die kommende Zeit wenn es heißt:
„Es rufen Berg und Tal dir zu:
Komm wieder, so wie heute !
Beim Wandern, Freund, wirst finden du, die echte Lebensfreude.“
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Leine-Nachrichten | Erschienen am 13.07.2011
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