Kleine Fotosafari im Park der Sinne

Drei-Augen-Spaziergang
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Social media ist wie ein Strandurlaub: Da hast du ein Goldstück in der Hand, wirft es ins Wasser und kannst zusehen, wie es untergeht. Auch bei myheimat ist es wie mit einem Ozean, dessen Ausmaße die Vorstellungskraft übersteigen. Auf dessen Grund liegen unglaublich viele verschwundene oder in Vergessenheit geratene Schätze. Natürlich nicht am Meeresgrund, aber in den Tiefen der Server, auf denen Beiträge, Schnappschüsse und Fotoserien gespeichert sind und aufbewahrt werden. Für die Ewigkeit?

Eine kleine Ewigkeit ist es wahrlich schon her, seit sich die Donnerstagsrunde ambitionierter Freizeitfotografen irgendwann 2008 zusammengefunden hatte. Den ersten Beitrag, den ich unter diesem Stichwort auf irgendeiner Seite 54 wieder ans Tageslicht befördert habe, stammt von Juli 2008. In den Anfängen war es damals allerdings noch nicht so üblich und wenig verbreitet, Stichwörter einzutragen, Tags zu setzen. Doch nur mithilfe solcher Anker lassen sich Jahre später noch ohne größere Mühen Beiträge und Fotogalerien aus den ersten Monaten der Donnerstagsrunde ausfindig machen. Um mehr Schätze zu heben, wäre es schon notwendig, sich mit Tauchanzügen und Tauchflaschen in die Tiefen der Server hinabzulassen und den Grund der myheimat-Geschichte aus dem Jahr 2008 Monat für Monat nach den ersten Beiträgen der Donnerstagsrunde abzusuchen.

Per Stichwort allein sind es aber schon mehr als 1300 Beiträge, die von den Treffen dieser fast schon legendären Fotogemeinschaft zeugen. Die Bilder, die dabei zusammengekommen sind, gehen in die Zehntausende. Das ist ein Fundus, dessen Wert gar nicht richtig zu ermessen ist, geschweige denn die angemessene Wertschätzung genießt. So viele Eindrücke, so viele Motive, so viele Erfahrungen, so viele Perspektiven, so viel Knowhow, so viel Kreativität. Und doch sind diese Schätze in der Summe schier verloren. Sie lagern in den Truhen ihrer Beiträge in unendlichen Bit-Reihen der Server, fortgeschwemmt und in die Tiefen gespült, von den mannigfachen Zuflüssen, die täglich aus vielen Regionen des Landes neue Informationen, neue Gedanken, neue Ansichten, neue Einsichten einspeisen. Manchmal so schnell, dass Beiträge bisweilen in Minuten wieder von der aktuellen Startseite der jüngsten Beiträge verdrängt und auf hinteren Seiten immer weiter aus dem Blick geraten, bis sie schon gar nicht mehr wahr, bis sie vollends in Vergessenheit geraten sind, bis sie nur noch im Gedächtnis des einzelnen Autors eine gewisse Überlebenschance haben.

Dennoch macht es Spaß, immer wieder aufs Neue einen Stein oder eine Münze, so ein Goldstück eben, ins Wasser zu werfen. Der Optik immer wieder neue Sichtweisen abzuringen. Die Vielfalt an Perspektiven bei einem gemeinsamen Termin später in unterschiedlichen Beiträgen zu einem Bild, zu einem Ganzen zusammenzufügen. Das hat die Donnerstagsrunde legendär gemacht. Die Aufnahmen, die dabei in den vergangenen Jahren entstanden, sind teilweise von einer außerordentlichen Qualität gewesen.

Jetzt ist die Donnerstagsrunde ins verflixte siebte Jahr geraten. Mit Karin und Gertraude haben zwei Frauen bisweilen bisweilen über Wochen allein die Fahne hochgehalten, quasi Flagge gezeigt, die eine als passionierte, die andere als sehr gelehrig im Umgang mit Body, Linsen und Software. Am Donnerstag war für mich Premiere, erst berufs- und zuletzt krankheitsbedingt war mir kein früheres Mitmachen vergönnt. Meine Ausbeute hält sich ziemlich in Grenzen. Zu sehr habe ich mich gefreut, wieder mal myheimatler persönlich zu treffen, miteinander reden zu können und sich nicht nur mit Konterfeis und Kommentaren begnügen zu müssen. Da tritt dann der eigentliche Anlass in den Hintergrund.

Es wäre wirklich zu wünschen, dass die Donnerstagsrunde nicht ausstirbt. Wie seinerzeit die Dinosaurier, die in ihren Regionen auch schon alles abgegrast hatten ... Buchstäblich, jedenfalls bei den Sauriern. Vielleicht finden sich ja Fotobegeisterte, die in Zukunft die Runde bereichern. Die mit neuen Visionen und kreativen Ideen auch wieder Ansporn für die Dauerfighter sind, die nun schon seit Jahren von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit gepilgert sind und viel Sehenswürdige bei myheimat ins Netz gestellt und damit verewigt haben. Dem Untergang zum Trotz, immer aufs Neue. Immer neugierig und wissensdurstig, immer auf der Suche nach anderen Ufern, ungesehenen Motiven, Altbekanntem stets ein neues und frisches Gesicht abzugewinnen ... Im Laatzener Park der Sinne war die Donnerstagsrunde nicht das erste und gewiss nicht das letzte Mal.

Vielleicht haben die Macher von myheimat ja Ideen, wie sich die Schatztruhen heben lassen und die Schmuckstücke ausgestellt und wieder aktuell ins Bewusstsein gerückt und in Augenschein genommen werden können. Quasi wie in einem Museum, wo sich ein Kurator um Retrospektiven bemüht. Auf einem eigenen Terrain, in besonderen Vitrinen? Wer weiß?

Bürgerreporter:in:

Clemens Wlokas aus Springe

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