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" Mit einer Biene , Hannibal entgegen " - ein Reisebericht der anderen Art Teil 1

Piaggio Ape P 501
 
Abreise
 
Schönes Wetter ?
 
mein erstes Nummernschild
       
das schaffe ich mit der Ape nicht
     
himmlischer Beistand
 
Pisa Hauptbahnhof
   
die Richtung stimmt
 
endlich da
 
der Tag erwacht
 
Herbst in der Toskana
   
Fachgespräche
 
so noch das Nummernschild..
 
jetzt ist sie deutsch
 
mein erster Tankstop
Vorwort

Das wir Freunde Italiens sind , ist hinlänglich bekannt . Seit fünfzehn Jahre fahren wir so oft es geht nach bella Italia . Sogar italienisch lernen wir in der Volkshochschule .Wir lieben italienisches Essen , italienischen Wein und um es abzukürzen ;das Land mit allen Facetten . Man könnte jetzt behaupten , es ufert etwas aus . Pah , uns doch egal . Das ist genau die Einstellung , die man in Deutschland öfter mal brauchen könnte . Egal , wir können es eh nicht ändern . Alles etwas ruhiger angehen zu lassen (meistens ) .Eine Freundin prägte mal das Wort : entschleunigen .Womit wir schon beim Thema wären . Langsame Fortbewegung .Mit der Biene ist nämlich eine Ape gemeint . Die genaue Bezeichnung lautet : Piaggio Ape P 501 .

Wunsch & Suche

In mir gärte schon lange der Wunsch , eine Ape haben zu wollen . Aber wie das halt immer so ist ,viele Dinge brauchen einfach den richtigen Zeitpunkt , einen Auslöser .Wie in jedem Jahr , waren wir in diesem Sommer wieder in Sassetta . Einem wirklich sehr kleinen Dorf in der Toskana . Wie fast immer dienstags , ging es nach Cecina .Markttage sind immer was besonderes und der Mercato in Cecina ist ziemlich groß .Vor langer Zeit sagte ich mal : dort gibt es alles , außer Möbel , Auto’s und Frauen .Ganz so ist es natürlich nicht , aber ich fand es treffend .Auf dem Weg dorthin fahren wir immer an einem
Gebrauchtwagenhändler vorbei . Nix besonderes .Aber diesmal standen bei dem “Schrotthändler” zwei meiner geliebten “Bienen”. Eine Kleine und ihre größere Schwester . Direkt an der Straße , gleich hinter einem Zaun . Ich also rechts ran und die beiden anschauen . Sooooo schlecht sahen die gar nicht aus . Die große Ape interessierte mich mehr , also hin zum Verkäufer und mal eben nachgefragt was das gute Stück denn kosten solle .1000,- € für eine blaue Ape P501 , mit dem Baujahr 1993 , fand ich ganz ok .Erst mal ‘ne Nacht drüber schlafen . Zumindest hatte ich eine “Hausnummer”.Grübel , grübel .Während des Restes vom Urlaub hatte ich immer wieder meine Augen offen gehalten , nach einem anderen Angebot . Leider mußte ich feststellen , dass der Urlaub vorbei war und ich keine einzige Andere gefunden hatte .

Zurück in Deutschland suchte ich im Internet nach weiteren “Bienen”. So etwas muß es doch auch hier geben und tatsächlich fand ich Eine bei ebay . de . Mir fielen fast die Augen raus , 3800,- € .Die spinnen . Danach versuchte ich es bei ebay . it und auf anderen italienischen Seiten .Das sah schon besser aus . Es stellte sich heraus , dass subito .it ganz interessante Angebote hat .Also hatte ich mir eins raus gesucht , was in der Nähe von Sassetta ist . Da stand eine in Roccastrada , in der Provinz Grosseto , etwa 80 km entfernt . Der Zufall wollte es , das ich noch Urlaub im Oktober geplant hatte . Darauf habe ich meinem lieben Freund Ari , der mittlerweile in Italien lebt , gebeten mit dem Verkäufer in Kontakt zu treten . Dieses stellte sich als nicht so einfach heraus . Die Ape gehört einem Freund , der ständig unterwegs ist u.s.w. . Ich sah schon
meine Felle davon schwimmen . Insgeheim dachte ich mir das die schöne Blaue in Cecina noch da steht , wer kauft schließlich in der momentanen “Krise” eine Ape in Italien ? Zwei Wochen später waren wir in Sassetta . Gleich am nächsten Tag ,einem Dienstag , fuhren wir nach Cecina . Oh Schreck , sie war weg . Der Tag war gelaufen .Ich bat Ari noch einmal eine e-mail nach Roccastrada zuschreiben . Darauf hin bekam er eine Telefonnummer . Vinicio ,unser Vermieter , eigentlich schon unser Freund , rief dort an .
Mit 1200,- € in der Tasche und feuchten Händen fuhren wir zum Verkäufer . Man hatte ich Puls .Endlich in Roccastrada suchten wir uns einen Anhaltspunkt , von wo uns der Verkäufer abholen wollte . Eine Bar oder so . Eine Autowerkstatt ist es geworden .Wir steigen also aus und Vinicio bat mich um die Telefonnummer .Oh nein , an alles hatte ich gedacht , alle Unterlagen dabei ,
nur diese sch.... Telefonnummer lag noch in Vinicios Wohnung . Was nun ?
In der Werkstatt fragte ich ob sie Internet haben , selbstverständlich .Super , leider war bei dem Internetangebot keine Telefonnummer dabei , nur die e-mail Adresse.Gott sei dank fiel mir Ari ein , er hatte doch versucht mit ihm zu telefonieren . Jetzt mußte Ari nur noch zu Hause sein und nicht am Strand oder sonst wo unterwegs .Er schickte mir die Nummer per SMS , puh das war knapp .
Übrigens haben wir (ich) in der Nähe von Roccastrada gleich vier Ape P 501 gesehen ,hier mußte es irgendwo ein “Bienennest” geben . Wir wurden abgeholt .
Nach einer Viertelstunde standen wir auf einem Bauernhof und unter einer Art von Carport , abgedeckt mit einer Plastikplane , stand sie. Sie sprang sofort an , obwohl sie angeblich schon zwei Monate nicht mehr gefahren wurde .
Einfach nur schön , wie sie in der Sonne stand und vor sich hin knatterte .
Dann ging das Plaudern los , typisch italienisch .Vinicio hatte die Idee verhandeln zu wollen .Sein Einstiegsangebot 600,- € . Das zerschlug sich in den nächsten Minuten . Riccardo , der Verkäufer , lies nicht mit sich handeln . Mir war die ganze Sache peinlich . Nach weiteren zehn Minuten waren sie bei 1150,- € und einer Ladung Holz . Ich wollte doch nur die Ape und 1200,- € war vollkommen ok .Sie war zwar 27 Jahre alt , sah sehr gut erhalten aus und hatte mich gleich verzaubert .Dann kam Riccardo mit einer Bemerkung heraus die ich nicht gleich verstand . Ich sah aber an Vinicios Reaktion , dass irgendetwas faul ist . Wir können sie nicht mitnehmen , so wie wir uns das gedacht haben . Also eigentlich wollte ich die Ape kaufen , nach Sassetta fahren und dort zwei Wochen stehen lassen . Mit dem Flieger und Zug sollte es dann wieder runter gehen .So war der Plan . Irgendein Gummi wäre defekt , wie sich später heraus stellte war es eine Achsmanschette , und so könnten wir unmöglich die ca 70 km nach Sassetta fahren ! Warum in Gottes Namen kann man so etwas nicht vorher reparieren lassen ?Es sei kein großes Problem und kostet auch nur 20 bis 30 Euro . Das ist noch schlimmer , eine Kleinigkeit . Aber wenn ich ein Fahrzeug verkaufen möchte , sollte es fahrbereit sein , oder ? Pah , so denken wir ! Nicht die Italiener . In Italia cosi . In Italien ist es so. Diesen Satz hörte ich im letzten Urlaub sehr oft .
Riccardo soll es reparieren lassen und wenn es fertig ist komme ich wieder , solange buche ich noch keinen Flug .Wieder zu hause wartete ich auf den Anruf von Vinicio . Die Tage verstrichen .Tief in mir dachte ich , das klappt nicht mehr und habe mir zwei Alternativen gesucht . Wenn ich das jetzt nicht durchziehe , wann dann . Später ? Nein jetzt ! Eine weitere Ape stand in der Nähe von Turin , eine Andere im Aosta-Tal . An den folgenden Tagen suchte ich mir die verschiedensten Verbindungen raus . Relativ kurzfristig Flüge zu finden , dazu noch einem akzeptablen Preis , ist nicht so einfach . Ich bin ja flexibel ,dachte ich mir . Andrea machte mir Mut . Das wird schon . Ihren Glauben möchte ich haben .Ich sah mich schon , mit einem Seesack über der Schulter , durch Italien ziehen . Nur wegen einer Ape ? Klar .
Vinicio war tagelang nicht zu erreichen , dann endlich eine SMS . Eigentlich waren es fünf in typischer Vinicio Manier .+++++alles ok +++++Ape ist repariert +++++. Dann folgten nooch vier Weitere mit seiner Telefonnummer und schließlich gar keinem Text .Endlich Zug und Flug suchen und buchen .

Laatzen - Berlin Ostbahnhof - Berlin Schönefeld - Pisa Aeroporto - Pisa Centrale - San Vincenzo
Von da wollte mich Vinicio dann abholen .
Los ging es .
Auf nach Italien !

Nach vielen schlaflosen Nächten war es endlich soweit , der Tag der Abreise .
Donnerstag der 08. Oktober .
Nach Verabschiedung von meinen drei Frauen , bin ich schnurstracks ins Bürgerbüro . Mit den Versicherungspapieren in der Tasche , bitte ich die nette Frau mir ein Kurzzeitkennzeichen aus zu stellen . Obwohl ich weiß das es nur eins gibt , frage ich ganz freundlich nach einem Zweiten , da ich es kaum in fünf Tagen , inklusive Anreisetag , mit der Ape nach Deutschland schaffen
würde . Das geht nicht , heißt es hinter dem Schreibtisch . Auch auf meinen Vorschlag hin , die doppelten Kosten gern begleichen zu wollen , heißt es : “nein” .
Ok , war ein Versuch . Zehn Minuten später verlasse ich das Rathaus mit meinem Nummernschild . Schnell noch einen Knirps gekauft , denn es hat die ganze Nacht wie aus Eimern geschüttet . Und unsere großen Familieschirme kriege ich nicht mit in den Flieger . So gegen halb zehn trotte ich im Regen zur Straßenbahnhaltestelle . 9.47 Uhr fährt die Bahn zum hannöverschen Hauptbahnhof .
So richtig glauben kann ich es noch nicht .Ich mach mich auf nach bella Italia um eine Ape zu holen .
Mein zweites Fortbewegungsmittel an diesem Tag , ein ICE .
10.30 Uhr mit einer Adesso (ital. Zeitung ) in der Tasche besteige ich den Zug in Richtung Berlin . Neben einem sympatischen Mann ,aus Gütersloh , nehme ich Platz . Eine ganz entspannte Fahrt nach Berlin , gepaart mit netter Unterhaltung . So macht reisen Spaß .Er ist auf dem Weg nach Schweden und ich ? Richtig , nach Italien . Ich denke so bei mir , bei dem Wetter hab ich das bessere Reiseziel . Gut ,er fährt zu einem Freund ins Land der Elche , des Wasa Knäckebrot’s und nicht zu vergessen IKEA .
Aber ich fahre nach Süden , um eine “Biene”zu holen .Nachdem ich ihm erklärt habe was ich vorhabe , ernte ich erstaunt ungläubige Blicke . Schon wieder . Um es vorweg zu nehmen , diese werden mich auf meiner Reise und auch später begleiten . Als wir so durch die Landschaft gleiten , denke ich mir beim Blick auf die Geschwindigkeitsanzeige (242km/h) , mit der Ape schaffst du das nicht . Oder doch ?Umsteigen in Berlin Ostbahnhof in den Flughafenzubringer . Nichts Spektakuläres . Aber lustig sind die Durchsagen , welcher Bahnhof als nächstes kommt . Diese werden mit einer kurzen Melodie begonnen , die klingt als würde jemand auf einer Heimorgel bzw. Triola live spielen . Ist wirklich schräg , aber wir haben viel gelacht .Am Flughafen Berlin Schönefeld trennen sich logischerweise unsere Wege .Gegen 14.00 Uhr stelle ich mich zum einchecken an ,puh das war knapp , denn zwei Minutenspäter trudeln ca 40 französische Jugendliche ein .
Nach versuchter Kofferaufgabe , denn 1,6 kg Übergewicht ( der Koffer , nicht ich ) , darf ich nach Zahlung von 12 ,- € ,mein Koffer endlich aufgeben . Selbst der Mann an der Kasse fand es ziemlich kleinlich . Egal . Die Personenkontrolle verläuftohne Beanstandung . Nur meine Tasche hat den Geist aufgegeben .
Vielleicht schau ich mal in Duty Free Shop rein , denk ich mir .Armani , D&G und Co brauche ich nicht wirklich .
Viertel vor fünf starten wir . Auf dem Flug kann nix passieren ,denn wir haben “himmlischen “ Beistand . Mit uns fliegt eine Nonne .Eines weiß ich ganz sicher , nie wieder sitze ich in der letzten Reihe . Als mein Vordermann seinen Sitz zurückgestellt hat ,wurde es sehr eng . Leider kann ich meinen nicht zurückstellen( letzte Reihe ) . Zumindest habe ich charmante Nachbarinnen .
Zwei Berliner Studentinnen , die für vier Tage nach Florenz wollen .Pünktlich um 16.30 Uhr landen wir in Pisa . Schnell habe ich meinen Koffer und erstmal raus , den Bahnhof suchen . Gut find ich die Beschilderung zur Stazione , die ist nicht irreführend .Es gibt schlichtweg keine . Da wir schon einmal in Pisa gelandet waren und es nach rechts nur zu den Shuttlebussen und Parkplätzen
geht , müßten die Gleise links sein . Nach einem kurzem Fußmarsch bei gefühlten 30 Grad ( tatsächlich 24 aber Wolken ) , reiß ich mir als erstes meine Jacke vom Körper und packe sie in den Koffer .
So , nun brauche ich nur noch eine Fahrkarte und den richtigen Zug .
Fahrscheine gibt es nur an einem Automaten , einen gelöst und ab in den Zug nach Pisa Centrale (Hbf) . Nur sieben Minuten Fahrzeit und ich habe noch zehn Minuten Zeit . Lustig find ich , das mich permanent Leute fragen , fährt der auch nach Florenz oder nur nach Pisa Hbf . Ich fahr ja so oft Zug im Großraum Pisa - Florenz .
Bei der nächsten Suchaktion auf dem Hauptbahnhof nach einem
Fahrkartenschalter , lerne ich den zweiten Automaten kennen . Wirklich
interessant ist die Handhabung . Ziel suchen ( San Vincenzo , ein nicht
wirklich großer Ort ) ; dreistelligen Code erfahren und eintippen ; Geld einwerfen ; Fahrschein entnehmen . Basta . 86 km für 5,10 € .Pah , das sind Preise . Schönen Gruß an die Deutsche Bahn .Jetzt suche ich nur noch den Zug und den Bahnsteig . Nicht ganz so einfach . Man stelle sich vor , man ist in
Hannover auf dem Bahnhof und schaut auf den Abfahrtsplan und will
nach Sarstedt . Es stehen aber nur Fernziele oder große Städte drauf . Zum Glück hatte ich mir zu Hause eine Zugverbindung rausgesucht . Er mußte jetzt nur in San Vincenzo halten . Ich habe einen Platz am Fenster , in einem Zug mit Klimaanlage und schaue auf die vorbeifliegende Landschaft .
Unverwechselbar . Zu Hause ( zumindest mein zweites ) . Einfach schön .
18.45 Uhr San Vincenzo und Vinicio wartet schon . Uns trennen nur noch vierzig steile Stufen . Es ist immer noch warm und der Koffer ist noch nicht leichter geworden .
Dem herzlichen Empfang folgt die Fahrt nach Sassetta über die Vecchia Aurelia
( eine alte Straße , die sich von Norditalien bis nach Rom schlägelt ) . Heute läuft der Verkehr normalerweise über die neue , zweispurige Aurelia . Vinicio läßt es sich nicht nehmen , mir zum Zehnten mal zu erklären , dass ich nur auf solch kleinen Straßen mit der Ape fahren darf . Es folgen Fragen wie , ob ich sicher sei mit der Ape nach Hause fahren zu wollen , wie es der Familie geht , wann wir nächsten Jahr kommen , vielleicht doch zu Weihnachten oder
Ostern ,......Wer Vinicio kennt weiß was ich meine . Schließlich hat er einiges nachzuholen . Endlich in Sassetta , die Hinreise wäre geschafft .Nach dem gemeinsamen Abendessen , er kocht immer wieder lecker , z.B. Penne mit salsiccia und frischen porcini , ruf ich bei meine Mädels zu Hause an und ging zu einer weiteren schlaflosen Nacht zu Bett . ( salsiccia = grobe Mettwurst , porcini = Steinpilze)

Tag der Abholung

7.00 Uhr , das Handy holt mich aus einem Schlaf , den man als Dösen bezeichnen könnte . Ich bin trotzdem putzmunter , es ist Freitag , der 10 . Oktober , der Tag an dem ich Apebesitzer werde .Ein kurzer Blick nach draußen , oh Schreck .Nebel . Obwohl um halb fünf noch sternenklare Nacht war . Zehn Minuten später regnet es . Nach einer schönen heißen Dusche wage ich einen
erneuten verstohlenen Blick nach draußen . Links vom Haus alles grau in grau ,rechts dagegen kämpft sich die Sonne durch . Ja was denn nun ? Allora , erst mal einen cafe ( Espresso natürlich) und Sciaccia ( trockenes , leicht öliges , gesalzenes Brot ). Mehr krieg ich nicht runter .Vinicios und ich fahren wir nach Ribolla . Dort , am Fuße von Roccastrada , haben wir uns mit dem Verkäufer verabredet . Ich fahre Vinicios Toyota , denn seine Knie schmerzen . Das Autofahren bereitet ihm Probleme . Ich glaube es trifft ihn mehr ,daß er bei dem perfekten Pilzwetter nicht in den Wald kann .
Als Treffpunkt wurde die Kirche gewählt , ein Zeichen ? Nee ,wir erfahren , dass wir nach Grosseto fahren müssen . Also rein in den Fiat Punto des Verkäufers Namens Roberto und los . Vinicio wartet in Ribolla , während Roberto , seine Frau ( die Chefin ) und meine Wenigkeit zu einem Büro fahren um das “Certificato di Proprieta” (Eigentumsurkunde) zu holen . Dieses Papier sollten sie schon lange besorgt haben . Pah , ich weiß jetzt auch warum das
nicht geschehen ist . Die 85,- Euro soll ich bezahlen . Ein weiterer Grund warum ich nicht näher auf die Beiden eingehe . Soll ich jetzt darüber diskutieren ? Nee ,ist mir zu blöd . Zurück nach Ribolla .
In einer Werkstatt wartet meine Ape . Dort wurde sie repariert und noch mal durchgecheckt . Dem sehr netten Schrauber muß ich noch mein Abenteuer erklären . Ungläubige Blicke , was sonst ? Nach kurzer Einweisung und ein wenig Fachsimpelei , kriegt sie endlich ihr Nummernschild verpasst . Kurze Verabschiedung und ab zum ersten Tanken ( der ist nämlich fast leer , noch ein Grund ). Ach du Schande , sie wehrt sich , ich krieg den Tankdeckel nicht auf . Der benzinaio , der Tankwart , ist mir behilflich , nein er macht es allein .
Gemisch 3% .
Wir plaudern ein wenig , was ich mit der Ape vorhabe und wo ich hin will . Da ist wieder dieser Blick . Tanken ist bei der Ape ganz lustig . Erst Benzin , dann 3% Zweitaktöl und schließlich die Ape schütteln (wegen dem Gemisch ) . 47041 km
Nun folgt der erste Flug mit der “Biene”. Die Gangwechsel sind gut hörbar und das Gas ist ein wenig schwergängig . Alles nur Gewöhnungssache ? Naja ,erst mal kennen lernen . Auf dem Weg zurück nach Sassetta habe ich genug Zeit . Es hat was von einem Blinddate .
Bin vorher noch nie ein Dreirad gefahren , außer als Kind .Vinicio läßt es sich nicht nehmen mir die ersten dreißig Kilometer hinter mir her zu fahren , obwohl ich ihm zum wiederholten Mal erklärt habe , das ich die Strecke kenne . Ich fühle mich irgendwie beobachtet .

Schnell wird mir klar : Apefahren ist geil (Tschuldigung).
In Sassetta angekommen mache ich einen kurzen Stop in der “La Botega” ( unserem Lieblings-Mini-Markt ) bei Francesca .Flavio ,ihr Mann , ist leider nicht da , aber ihre bezaubernde Tochter Cecilia .Völlig überrascht über mein auftauchen , fragen sie nach Andrea und den Kindern . Nein , ich bin allein hier . Auf die Fragenach dem Warum , sage ich gar nichts und deute nur vor die Tür .Es folgt meinerseits eine kurze Erklärung und ihrerseits die Frage ob ich verrückt sei und ein Kompliment wie schön sie ist . Ich kaufe noch schnell ein paar Lebensmittel für die Fahrt . Nach einer herzlichen Verabschiedung und vielen Wünschen für eine gute Reise , fahr ich hoch zu Vinicio . Er macht sich schon Sorgen , ob mir etwas passiert ist .Süß , oder ? Er bereitet das Essen vor und ich stehe draußen vor meiner Ape .So richtig fassen kann ich es noch immer nicht . Nachdem Mittagessen und einem weiteren Vermerk darauf , nur kleine Straßen zufahren , mache ich mich gegen 15.00 Uhr auf den Weg . Ich wollte eigentlich schon lange unterwegs sein Egal,
ich hab ja Zeit . Neun Tage noch und wenn das Wetter so bleibt .......

Die Strecke über Castagneto Carducci nach Cecina kenn ich , aber nicht aus so einer Perspektive . Weiter über Vada und Rosignano Maritimo , wo wir normalerweise auf die Autobahn fahren . Über eine sehr schöne Küstenstraße erreiche ich Livorno . Leider zu viel Verkehr und zu wenig Haltemöglichkeiten um öfter anzuhalten . Livorno , das Drama nimmt seinen Lauf . In großen italienischen Städten kleine Straßen zu finden , die zu kleinen Orten führen , ist
nicht wirklich einfach . Ist schon interessant auf einer zweispurigen
Schnellstraße einen großen Tunnel zu durchqueren . Was soll ich machen ? In der Auffahrt rückwärts fahren ? Warum hupen die alle ? Egal , ich winke freundlich zurück .Die nächste Ausfahrt nehme ich trotzdem . Zentrum , ging doch schnell .Ich habe das Gefühl schon eine Stunde im Kreis zufahren .In einem großen Kreisverkehr nehme ich eine Ausfahrt nach der anderen .Super , es zieht ein Gewitter auf . Rechts ran und Koffer und Lebensmittelkiste unter dicken Plastiksäcken verstaut .
Ach übrigens verabschiedet sich gerade mein Scheibenwischermotor . Das Letzte was er von sich gibt , sind kleine Rauchschwaden . Irgendwie , irgendwo , irgendwann finde ich ein Schild auf dem Pisa steht . Juhu . Im Regen verlasse ich Livorno . Mittlerweile dämmert es . Ich habe schon immer davon geträumt im Regen und im Berufsverkehr und im Dunkeln durch Pisa zu cruisen . Gegen 19.00 Uhr erreichen wir Viareggio . Suche und finde ein nicht ganz so teures Hotel , zwei Sterne und 50 Euro ohne Frühstück . Is mir Wurscht , bei dem Wetter reicht’s für heute . 47268 km . Für den ersten Tag und die paar Stunden 240 km nicht schlecht . Ist schon cool , mit ‘ner Ape bei einem Hotel vorzufahren ( Blicke ) . Noch ein kleinen Spaziergang im Nieselregen . Bei einem großen Birra Moretti , meiner Lieblingsbiermarke in Italien , schicke ich eine Menge SMS nach Deutschland . Die Resonanz auf diese war
überwältigend , mit so viel Anteilnahme hab ich nicht gerechnet . Bin trotzdem ziemlich platt und falle gegen zehn ins Bett .Es folgt eine weitere unruhige Nacht .

Tag 2 - Die Appennienen

Samstagmorgen , 7.00 Uhr quäle ich mich aus dem Bett . Ach ja ,Frühstück gibt es ja hier nicht ,aber hundert Meter weiter ist eine Bar . Ich nehme ein typisches italienisches Frühstück zu mir .Capucchino und Cornetto , prima colazione klingt einfach besser .Ich werde langsam wach und beobachte das Treiben in der Bar . Hier wird ein Schwätzchen gehalten , da wird beim cafe die Zeitung überflogen und andere stürzen hektisch herein und den cafe
(Espresso) hinunter . Beim Thema Wetter , werde ich in ein Gespräch gezogen , ein wenig Smalltalk auf italienisch .Nun muß ich aber .
7.45 Uhr geht’s los in Richtung Appennienen .Ich nehme die Straße von Viareggio nach Massa direkt am Meer entlang . Wer Mallorca mag ,wird es hier lieben . Rechts ein Hotel nach dem anderen und links reihen sich Strandbars wie auf einer Perlenschnur , geteilt nur durch eine Straße . Tourismus pur , nur jetzt nicht . Was zum einem an der Uhrzeit und zum anderen am Wetter liegt . Nieselregen und ziemlich frisch . Nach zirka zwanzig Kilometern erreiche ich
Massa . Das Wetter wird besser . Ich stelle wieder mal fest , Italien ist voller Gegensätze , links das Meer und rechts sind Berge ,die von Massa und Carrara (Marmor). Diese sind schon imposant . Weiter in Richtung La Spezia und Pontremoli . Habe mich spontan entschieden nicht über ( durch ) Genua zu fahren . Kurz vor 10.00 Uhr bin ich in Aulla , es wird ernst , es geht stetig bergauf . Auf dem Weg zum ersten von drei Pässen mache ich einen kurzen Stop und riskiere einen Blick nach unten . Eigenartig ist es schon , wenn man
die Autobahn sieht , auf der wir normalerweise unterwegs sind .Ich bin nun schon auf 845 m . Was kommt denn da ? Regen ? Nee ,Wolken und zwar sehr tiefhängende . Und es geht höher und höher .Die Ape läuft und läuft . Mit etwa 30 km/h erklimme ich den ersten Pass . Passo del Bratello 950 m hoch . Puh , das wäre geschafft .
Kurze Verschnaufpause und einen cafe in einer kleinen Bar voller Jäger . 47370 km . 11.20 Uhr .Dieser Pass hat wohl 1944 eine große Rolle gespielt , denn ich finde überall Schilder über Partisanen .
Ok . Weiter , was in meinem Fall jetzt runter bedeutet . Außer Jägern sind noch Pilz- und Kastaniensammler unterwegs . Und das hier , am culo al mondo (am A.... der Welt ) . Hoffentlich habe ich hier bloß keine Panne oder rolle einen Abhang hinunter . Hier findet mich keiner mehr . Also immer schön vorsichtig .
Borgo Val di Taro , eine für diese Gegend große Stadt mit höchstens
zehntausend Bewohnern , großzügig verteilt . Dieses Tal hat was alpines , könnte auch 500 km nördlicher sein . Der zweite Pass wartet schon . Das gleich Spiel von vorn . Wieder oben ,wieder kurze Pause . Passo Santa Donna .Ich genieße die Ruhe . Es ist Samstagmittag und so gut wie kein Verkehr . Mit ein bißchen Brot und Salsiccia stärke ich mich und schaue nach beiden Seiten ins Tal .Einmal zurück und aber doch lieber nach vorn .
Plötzlich fängt es in der Ferne an zu brummen . Es wird immer deutlicher . Eine Motorradgang , hier . Ok ,die Strecke ist ein Traum für Biker und Apeisten ,Kurve an Kurve und relativ guter Straßenbelag. Aber bei dem Wetter , richtig schön ist es immer noch nicht und wird es wohl auch nicht mehr . Aber trocken ist es mittlerweile und ich habe ja schließlich eine Heizung . 20 bis 30 Motorräder , ausschließlich große BMW’s , halten neben mir auf dem Parkplatz . Ich futtere weiter . Plötzlich fällt einem Biker auf , daß ich ein deutsches Nummernschild an der Ape habe .Schön das ich sie verstehen kann . Ich oute mich als tedesco (Deutscher) und werde gefragt ob ich hier Urlaub mache . Ich sage ihm , daß ich Urlaub habe , mir gestern die Ape gekauft habe und
nun auf dem Weg nach Hause bin . Darauf fragt er mich ,ob ich es noch weit habe . Ich wiederum sage ihm , ich fahre nach Hause , nach Deutschland . ................Erst Schweigen , dann wieder diese Blicke . Wir plaudern ein wenig , wünschen uns gegenseitig eine gute Fahrt und dann machen wir uns auf den Weg .Die Gang in Richtung Süden und ich in Richtung Norden zum dritten Pass .
Das Wetter wird besser , ha , ich brauche zum erstenmal meine Sonnenbrille . Wenn das kein Zeichen ist . Über Bardi geht es auf 1059 m zum Passo ....
Keine Schilder , keine Hinweise , also kein Stop . Diese Kraxelei über die Berge wird langsam zur Routine . Die Ape hält und macht mir Mut für die Alpen . Es folgen Bore , Vernasca und gegen 14.00Uhr Lugagnano Val d’Arda . So , das waren die Appennienen .
Jetzt geht es weiter im Flachland . Ich überlege mir , daß ich Piacenza lieber umfahre und in der Nähe von Mailand , besser gesagt Monza , mir eine Unterkunft suche . Da ich bei Sara , Marco und Martina sowieso mit ranfahren will , kann ich vielleicht eine Nacht bei ihnen schlafen .
Vorbei am Castell ‘Arquato einem schönen Ausflugsziel (ein andermal vielleicht) . Die Straßen schlängeln sich durch die schier endlosen Felder und ich folge ihnen . Typisch für die Poebene ist auch das Wetter . Sonne , aber diesig . Bei meinem nächsten Tankstop komme ich mit dem benzinaio (Tankwart) ins Gespräch . In dieser Gegend ist selbst meine Ape eine Rarität . Irgend wann kommt das Thema : Deutscher , schöne alte Ape , Fahrt nach Deut-
schland und wieder diese Blicke . Dann bekomme ich noch einen
Tipp , wo ich über den Po fahren soll und das Piacenza nicht empfelendswert ist . Kurz bevor ich den Po erreiche , fängt es wie aus Eimern an zu schütten . Schade , ich wollte ihn mir eigentlich genauer an schauen . Das bisschen was durch die verregnete Frontscheibe zu sehen ist , ist schon beeindruckend .
Weiter über Castelnuovo Bocca d’Adda , Castiglione d’Adda ,
Crema (machen die die crema im cafe ?) und Spino d’Adda .

Nur zur Erklärung , Adda ist ein malerischer Fluß . Ob der so toll ist , daß man ihm gleich eine ganze Region widmen muß , müssen andere entscheiden . Ich weiß es nicht mehr ganz genau aber gefühlte zehn mal habe ich ihn überquert . Also ich trudel gerade in Spino d’Adda ein , als mich ein komisches Geräusch erschrecken läst . An einer Kreuzung schalte ich runter oder besser gesagt versuche ich es , doch nichts passiert . Oh Schreck . Rechts ran und ratlos dreinschauen . Nach kurzer Denkpause hole ich mein Werkzeug raus und schraube den Deckel am Lenker ab und siehe da ,ein Boutenzug ist gerissen . Schei..... .Samstagabend gegen halb sechs . Fahre nur noch im 4. Gang in den nächsten Ort und rufe Marco an . Er ist gar nicht zu Hause , sondern mit Familie in den
Bergen im Haus seiner Eltern . Ich versuche ihm zu erklären welches Problem die Ape hat aber er versteht es nicht , sucht aber im Internet nach der nächsten Piaggiowerkstatt . Parallel dazu frage ich ein paar Leute . Die Nächste ist in Melzo , nur zehn Kilometer . Nur zehn , ha . Zehn Kilometer können ganz schön lang werden . In Melzo angekommen meldet sich Marco . Er hat einige gefunden , doch beim Anrufen hat keiner abgenommen .Samstagabend .
Ich bedanke mich für seine Hilfe und er wünscht mir noch viel Glück .
Endlich stehe ich vor der Werkstatt und (wie zu erwarten ) ist auch sie ist schon geschlossen . Bleibt mir wohl nichts anderes übrig als bis Montag zu warten . Irre durch den Ort und finde ein Hotel ,checke ein und verdaue erst einmal diesen Tiefschlag . Ein Tag Zwangspause . Sitze gegen 21.00 Uhr draußen vorm Hotel und schreibe meine Notizen auf . Bei 19 Grad , drei bis vier cafe und zwei Averna (sizilianischer Kräuterlikör). Komme mir vor wie ein
Schriftsteller .
Dann melde ich mich noch bei meinen drei Frauen daheim und unterbreite ihnen die Neuigkeiten des Tages .
Trotz der Panne bin ich unheimlich stolz auf das was wir heute geschafft haben .
Tag 3

Allora , es ist Sonntag . Wie es scheint macht der Tag seinem Namen alle Ehre . Eine Frage stellt sich mir jeden Morgen : warum kann ich nicht ausschlafen ? Das frühe Aufstehen hat auch Vorteile , man sieht den Tag erwachen , auch nicht schlecht . 8.00 Uhr und 13 Grad aber ich kann von meinem Zimmer die Alpen sehen . Ist schon cool .
Morgen nehme ich sie in Angriff , obwohl heute perfektes Wetter dafür wäre .
Heute also nicht die Alpen , sondern Milano .
Ich mache mich auf zum Bahnhof . Dort angekommen frage ich eine Frau ob ich es Alternativrouten , zu dem Zug , der direkt nach Milano - Centrale fährt , gibt . Habe keine Lust eine Stunde zu warten . Außerdem habe ich nirgends einen Fahrkartenschalter gesehen . Die nette Russin (!) sucht mit mir auf einem Plan eine andere Strecke aus und erklärt mir den Weg zum Schalter . Dieser
entpuppt sich als Baucontainer , in dem ein älterer Herr Zeitungen und biglietti (Fahrscheine) verkauft . Jetzt kommt’s : Hallo ÜSTRAein zwanzig Kilometerzonenfahrschein für -,90 € ! Dafür kriegt man nicht mal ein Kurzstreckenticket für Hannover (3 Zonen).
Melzo - Milano Lambrate , dann umsteigen in die Metropalitana (U-Bahn) und weiter mit der Linea Verde (der günen Linie) . Eigentlich ganz easy ,oder ? Schon , voraus gesetzt man findet die U-Bahn . In Lambrate steige ich aus und suche irgendein Hinweis , Schild oder ähnliches . Nichts . Die nette Russin kommt mir wieder zu Hilfe . Wir beide laufen schätzungsweise zehn Minuten
durch diesen Mailänder Vorort , bis man endlich ein kleines Schild mit einem “M” erkennen kann . Kaufe mir ein Tagesticket für 3,-€ .U-Bahn ist proppevoll . Ein Geschiebe und Gedränge aber keiner ist gestreßt . Alles läuft völlig relaxt ab . Das Umsteigen zwischen den verschiedenen Linien ist genial einfach . Bei der grüne Linie ,hat die U-Bahn grüne Streifen , die Geländer und Hinweisschilder sind auch alle grün . Sieht man “rot” ist es die rote Linie .
Piazza del Duomo . Ich hätte meine Flip Flops anziehen sollen , es ist sehr warm in der Sonne . Für Foto’s vom Dom steht die Sonne nicht gut , also später . Ich schlendere los in Richtung Castello Sforzesco . Durch die Galeria Vittorio Emanuele II (einer wunderschönen teuren überdachten Einkaufsmeile) zum Piazza delle Scale,
dem Platz vor der Mailänder Scala . Kreuz und quer durch die Straßen .
Schaue mir das Kastell an , ich war hier schon einmal , es schien damals auch die Sonne , war aber im Winter bei 5 Grad minus .Heute ist es irgendwie schöner . Die Museen schenke ich mir .Hinter dem Kastell tauche ich in einen sehr schönen Park ein . Ein typischer italienischer Park empfängt mich . Jogger drehen ihre
Runden, Sonnenanbeter liegen im Gras , Hunde werden ausgeführt und nicht zu vergessen tobende Kinder auf dem Spielplatz .

Ich genieße die Atmosphäre . In manchen Ecken ist es völlig still .Ruhe an sich ist mal ganz schön , aber ich muß feststellen , daß das Singleleben für mich nichts ist . Vielleicht liegt es daran das Sonntag ist und sehr viele Familien unterwegs sind . Nach anderthalb Stunden verlasse ich den Park wieder . Am Kastell und in den Straßen ist es deutlich voller . Mittagszeit oder besser gesagt spätes Frühstück . Viele Geschäfte haben geöffnet . Eine weitere Stunde später erreiche ich den Domplatz . Man ist mir warm . Ich setzte mich in eine Bar , draußen natürlich ,mit Blick auf den Dom .
Ein Traum . Bestelle mir einen halben Liter Bier und bekomme einen Ganzen . Häh ? Ich bin der Meinung , daß ich das auf italienisch bestellen kann . Egal , ich habe eh großen Durst und keine Lust zu diskutieren . Der Knaller ist der Preis . Beim Oktoberfest in München beschweren sich die Leute , daß die “Maas” dieses Jahr ca.8,50€ kostet . Pah , mit fünfzehn Euro war ich dabei . Okay , ich habe besseres Wetter und die schönere Aussicht .An den umliegenden Tischen Holländer , Norweger , Engländer und Asiaten . Ja , sie haben ihre Kameras dabei . Links neben mir sitzt ein Pärchen und wie sich ein paar Minuten später raus stellt , Amerikaner . Wirklich lustige Leute . Sie kommen aus Salt Lake City , Utah . Die Beiden heißen Michael und Elektra , ja ELEKTRA.
Wir verbringen den restlichen Tag zusammen , echt cool drauf ,die Ami’s . Wollen nur unheimlich viel wissen , über Italiener und uns Deutsche . Ich liebe es deutsch zu denken und italienisch und englisch zu reden . Mich beschleicht das Gefühl , ich habe einen Knoten in der Zunge . Gegen 18.30 Uhr verschwindet die Sonne .So langsam und wir verabschieden uns . Ein fast perfekter Tag geht zur Neige . Kultur , schöne Stadt , traumhaftes Wetter und nette Leute kennen gelernt , was will man mehr ?
Nehme eine U-Bahn und suche mir einen Zug nach Melzo . Nicht so einfach aber finde nach fünf Minuten einen . Oh Schreck , der fährt in 2 Minuten . Nun ist der Mailänder Hauptbahnhof auch nicht der Kleinste . Ich renne zum Bahnsteig , zum Glück steht der Zug noch da . Ich rein , die Türen schließen sich und er ruckt auch schon an .Puh , das war knapp . Hoffentlich war es auch der Richtige , hab ‘ so ein komisches Gefühl . Die nächsten Bahnhöfe werden es zeigen . Ein kurzes Wort an die italienische Bahn : man kann durch die getönten Scheiben die unbeleuchteten Schilder nicht sehen ! Auf jedem Bahnhof Tür auf , nachschauen , Tür zu und weiter . Bin beruhigt , weil auf dem richtigen Weg . In Melzo angekommen ab ins Hotel , mit einem kleinen Abstecher in eine Bar (cafe) und erstmal chillen . Als ich so am Hotelparkplatz vorbei gehe sieht die
Ape so komisch erleuchtet aus , hm . Beim näheren Hinsehen stelle ich fest , daß ich die Innenraumbeleuchtung an gelassen habe ,Sch...
Die Batterie dürfte wohl ganz schön platt sein ,so wie ich im Moment . Egal morgen sehen wir weiter .

Tag 4

Montagmorgen . Nach einem Telefonat zwischen der Rezeptionistin und der Werkstatt , heißt es nun warten . Den Vorschlag der Werkstatt , die Batterie auszubauen und hin zu bringen lehne ich ab .Hallo , ich bin am anderen Ende von Melzo und so klein ist dieses Nest nun doch nicht . Sie schicken mir einen Abschleppwagen .Ab 8.30 Uhr warte ich vorm Hotel , bei der Ape . Sehe die Alpen ,von denen Wolken rüber ziehen und es wird windiger . Habe Zeit
zum Schreiben . Immer noch keiner da . Da , endlich sehe ich einen
Abschleppwagen , doch der biegt ab . Weiter warten . Nach anderthalb Stunden schlendere ich in die Hotelvorhalle . Mit großen
Augen schaut mich die nette Dame ( hat Ähnlichkeit mit einer sizilianischen Freundin ) vom Empfang an . Auf die Frage ob ich immer noch warte , nicke ich leicht . Daraufhin geht sie ab wie ein Zäpfchen .Regt sich fürchterlich auf , greift sich den Telefonhörer und macht die Person am anderen Ende der Leitung aber so richtig zur Sau . Das Resultat : es kommt sofort jemand , heißt es .Ich gehe wieder nach draußen , nachdem ich mich noch einmal bedankt habe. Kaum an der Straße , kommt der Abschlepper . Super , jetzt geht’s los . Oder doch nicht , der fährt auch weiter . Ich warte weiter .Versuche die Ape anzuschieben , zirka zwanzig Minuten lang .Ohne Erfolg . Okay , ich hab es versucht . Der Wind reißt die Wolken wieder auf .Es sind neunzehn Grad ,
trotzdem gibt es untrügliche Zeichen dafür das es Herbst ist . Laufe die Straße hoch und runter , immer noch keiner in Sicht .
Bin mal wieder im Hotel , muß mal einen cafe trinken und höre wie man dort diskutiert . Es ist die Rede von der Krise und der Mechaniker will wohl nicht arbeiten . In Itailia cosi .
Drei Stunden ! Dieses Rumgammeln ..... . Ich will endlich wieder fahren . Der Wind nimmt noch mehr zu und er kommt von Westen .
Wenn es irgendwann weiter geht , habe ich keinen Rückenwind . Über was für einen Mist man sich so Gedanken macht . Viertel nach zwölf kommt der Schrauber und nimmt die Batterie mit zum Aufladen . Dann zeige ich ihm mein zweites Problem , den gerissenen Boutenzug . Kein Problem , sagt er mir , machen wir morgen alles zusammen . MORGEN ! Er muß ihn bestellen . Er
verspricht mir zwischen neun und halb zehn da zu sein . Mal sehen. Und nun ? Einen Nachmittag Zeit , wofür ?
Mache mich auf den Weg nach Melzo - City . Folge den Schildern zum Centro
und stelle nach einer halben Stunde fest ,daß die Mitte von Melzo irgendwo ist ,
nur nicht im Zentrum . Laufe ziellos umher .So langsam kriege ich Hunger ,
also rein in eine Bar . Draußen werden panini (belegte große Brötchen , oft
warm) angepriesen , ich denke bei mir : genau das Richtige . Pustekuchen . Der
Tresen war so was von leer . Ok , einen cafe . Also suche ich weiter .Das einzig
Interessante in Melzo ist meiner Meinung nach , eine kleine unscheinbare
Kirche ,in der Leonardo da Vinci zur Schule gegangen ist .


Mein Hunger ist immer noch nicht gestillt , aber alle Pizzerien und Restaurants sind oder noch nicht offen . Past zu dieser Stadt .Halt , eine offene Pizzeria . Als ich den Koch ,beziehungsweise Pizzabäcker in seiner speckigen Jacke sehen , dazu dieses “komm nicht näher “ - Gesicht . Nee . Ich gehe systematisch vor , finde trotzdem nichts . Einmal quer durch Melzo . Plötzlich stehe ich vor einem
Einkaufszentrum . Im “millepiede”(1000 Füße) setze ich meine Suche fort . Nach zirka fünf Minuten finde ich auch den Eingang Eine neue Tasche gönne ich mir. In diesem riesigen Geschäft haben 1000 Füße platz , aber wir sind zu dritt und es gibt nichts zu essen . Bis auf zwei Spielhallen und eine Beautyfarm gibs es
hier nichts . Fehlalarm . Zurück Richtung “ Zentrum”. Ein paar Straßen weiter bleiben meine Augen an einem Schaufenster hängen . Essbares .Drinnen zwei freundliche nette Frauen und Pizza Calzone . Nicht sehr groß aber billig . Für 1,35 € nehme ich zwei (viel zu viel ). Satt und freundliche Gesichter , ich glaube
mehr darf ich hier nicht erwarten .”Mega erfrischt “ treibt es mich weiter . Sollte ich jemals wieder nach Melzo kommen , muß ich unbedingt zwei Fotoserien machen . Die erste mit leeren Geschäften und geschlosenen Gasthäusern . Eine zweite widme ich den schönsten “Vermiete”- und “Verkaufe” Schildern . Stellt sich mir die Frage , ob hier die Krise so unbarmherzig zu geschlagen hat .
Auf dem Rückweg zum Hotel finde ich die Piazza . Melzo hat ein Zentrum !Wie
typisch , ein alter Turm und ein nagelneues Rathaus . Gegensätze ziehen sich an ? Oder Stilbruch ? Ich verkneife mir weitere Fotos von Melzo . Ein Wichtiges hebe ich mir für morgen auf .Das Ortsausgangsschild . Eigentlich hat Melzo nichts zu bieten . Aber der Tag geht sonnig zu Ende .

Tag 5

Dienstag , 7.00 Uhr .Sonne und blauer Himmel .
Endlich mal eine Nacht durchgeschlafen . Mach den Fernseher an .Im Frühstücksfernsehen zeigen sie Bilder vom Nebelhorn , es fiel der erste Schnee . Bouh , da will ich eh nicht hin . Für die nächsten Tage Schneefall bis in die Täler , das wird schon spannender .
Ich checke zum zweitenmal aus und finde vorm Hotel ein 2 Cent-Stück , mein Glückstag ? Ich muß an den Film “und täglich grüßt das Murmeltier “ denken , als ich nach links schaue und die Alpen sehe . Ja , sie sind immer noch da und warten auf uns . Kurz nach zehn kommt der Piaggioschrauber , mit Unterstützung . Chef und Geselle , zwei Leute , eine Ape . Ich denke das klappt .
Batterie rein , am Schaltgestänge den dritten Gang reingewürgt und los zur Werkstatt . Chef fährt und ich bin Beifahrer in meiner Ape !
Dort angekommen , macht sich der Geselle ans Schrauben .Boutenzug wechseln , Gänge nachstellen , diverse Einstellungen ,und auf meinen Wunsch einen neuen Scheibenwischermotor einbauen inklusive Wischerblätter wechseln . Der Motor schlägt mit 140,-€ zwar ganz schön heftig zu , aber ohne durch die Gegend zu fahren halte ich für keine gute Idee . Was ich habe , daß hab’ ich .

Jedes Jahr im Urlaub lerne ich ein bestimmtes Wort , das man nicht so schnell vergißt . Dieses mal war es tergicristallo (Scheibenwischer) . So ist es halt .
Der Mechaniker , ich glaube Marco heißt er , hat mir ein paar Teile der Ape gezeigt , die ich bis da noch nicht gesehen habe . Wie und wo man Dieses und Jenes einstellt . Ich solle ruhig zu schauen und lernen . Nett , oder ? Als er da so rumwerkelt , sage ich ihm , er solle ein wenig vorsichtig sein , denn meine Biene ist 27 Jahre alt . Er lacht und sagt zu mir , dies ist ein guter Jahrgang , er ist auch 27 .
Auf meinem Ritt über die Alpen bevorzuge ich trotzdem die Ape .
Ob er das alles richtig verstanden hat , weiß ich nicht . Aber er hat gelacht . War eh alles entspannt . Schönes Wetter , die machen ihren Umsatz und meine Ape wird fertig . Das Leben kann schön sein .
Nach anderthalb Stunden ist alles fertig und es geht endlich weiter .

Den Weg quer durch Melzo zurück kenne ich ja , also los .
Leider habe ich meine Rechnung ohne den Wochenmarkt gemacht .Ist doch eigentlich ganz einfach , Richtung Friedhof , der ist ausgeschildert . Egal wie ich fahre , ich komme immer wieder zum Markt .
Nach dem fünften Anlauf fahre ich einfach durch . Ganz langsam .
Ein paar Leute gucken ein wenig verdutzt , aber sonst stört sich keiner daran . Ein wenig mulmig ist mir schon , als ich die Polizei sehe. Aber auch die nimmt kaum Notiz von mir . Einmal mit ‘ner Ape quer über einen italienischen Wochenmarkt , so was hätte ich mir auch nicht träumen lassen . Egal .
Dann endlich , das Ortsausgangsschild von Melzo . Geschafft .Und Tschüß . Alpen , wir kommen .Über Vimercate und Merate erreiche ich die Strada statale briantea ,eine Straße die am Fuße der Alpen nach Como führt . Dort angekommen führt mich mein Weg ,entlang am Westufer des Lago di Como weiter nach Cernobbio .Außerhalb meiner Ape ist es ganz schön windig , wir werden ganz schön durchgeschüttelt . Landschaftlich ist die Gegend sehr reizvoll.
Linkerhand , sehr nah hohe Berge und rechts , keine hundert Meter der See . Dazwischen Ortschaften . Ziemlich eng alles und touristisch , zum mindest im Süden , sehr erschlossen . Auf den zirka 60 Kilometern von Como zum Nordufer bin ich bestimmt die Hälfte über nagelneue Straßen gefahren . Die andere Hälfte war Baustelle .
So wie ich die italienischen Straßenbauer kenne , sind die in einem Monat mit der restlichen Strecke fertig . Nicht wie bei uns in Deutschland , erst einmal einen Monat Schilder hinstellen und einrichten,
um dann ein halbes Jahr bauen und schlußendlich wieder vier Wochen um die Baustelle zu räumen . Am Ende haben sie dann drei Kilometer geschafft und ein Menge Stau verursacht . Nein in Italien läuft das ein wenig differenzierter . Morgens wird die Straße halbseitig gesperrt . Zwei Leute , einer am Anfang und einer am Ende , regeln, mit roten und grünen ,Täfelchen bewaffnet , den Verkehr . Gleichzeitig wird der Asphalt abgefräst , dann gesäubert und gleich darauf die neue Schicht aufgebracht . Das Ganze auf einer Länge von bis zu zwei Kilometern . Ist diese Spur fertig , kommt die andere Seite dran . Basta . Der Verkehr läuft relativ schnell wieder über den frischen Asphalt . Nach höchstens einer Woche sind so vier bis sechs Kilometer fertig . Wie haltbar dieser Belag ist , vermag ich nicht zu beurteilen . Wenn ich aber , zum Beispiel die Baustelle bei der Hildesheimer Börde sehe , hat der Autobahnbelag auch nur knapp neun Jahre gehalten . Und bei welchem Aufwand ?
Okay , weiter mit meiner Fahrt . Über Menaggio und Dongo erreiche ich das
Nordufer . Dort halte ich mich links in Richtung Chiavenna . Ich merke wie meine Anspannung wächst , oder ist es freudige Erwartung auf die Herausforderung ? In Chiavenna tanke ich zum ersten mal selbst , ganz alleine . Erst Benzin , dann Zweitaktöl 3% , Tankdeckel verschließen und kräftig die Ape schütteln . Schließlich brauche ich Gemisch . Geschafft .
Dannach gibt es nur noch eine Richtung .Nach oben . Ich sehe ein Schild , worauf steht ,daß der Splüggenpass geöffnet ist und zwar von 5.00 Uhr bis 24.00 Uhr . Das sollte zu schaffen sein .Es ist gerade 16.00 Uhr . Für die vierzig Kilometer von Chiavenna nach Spüggen habe ich zwei Stunden eingeplant . Auf geht’s .


Tja , was gibt es zum Aufstieg zu erzählen ? Enge steile Straßen ,zum Teil sehr enge Kurven und viele Tunnel . Typisch Hochgebirge.Ich kenne solche Strecken , von den Umleitungen der Autobahn .Aber solche Tunnel habe ich noch nie gesehen , die waren zum Teil so eng , das ein entgegenkommendes Auto zurückfahren mußte .Es gab sogar Tunnel mit Licht ! Die Anderen sind zum Teil stockdunkel , ich komme mir vor wie auf einer Spielzeugeisenbahnan-
lage . Aber spannend ist es schon . Dann waren die nächsten nicht verputzt oder verkleidet , man sieht den blanken Felsen .Abenteuer pur . Es wird kälter und der Wind hat auch nicht nachgelassen .
Leider sind wenig Möglichkeiten zum Halten vorhanden . Wieso leider , es ist eh schweinekalt draußen . Nur in der Ape ist es warm ,solange man fährt .
Für mich ist es immer wieder faszinierend , durch bzw. über die Alpen zu fahren . Man fühlt sich so winzig . Diese schier endlosen
Berge . Irgendwo mittendrin ein paar Häuser , wer wohnt hier ?
Heidi und Peter ?
Langsam geht es weiter , in den Spitzkehren manchmal nur im zweiten Gang . Die Ape läuft . Ich bin jetzt schon auf 1404 Meter , son hoch wie noch nie . Doch noch lange nicht oben .Viertel vor fünf bin ich am giardino belvedere ,einem Aussichtspunkt . Einfach gigantisch , diese Aussicht . Ich entdecke auf der anderen Talseite , am Hang , Häuser verbunden mit kleinen Straßen .
Ein Stück daneben , ein großer Berg , der mich an einen Vulkankrater erinnert . Diese Weite . Diese Ruhe . Hier möchte man länger bleiben . Ich kann mich nicht
satt sehen , wenn es nicht so kalt wäre . Aus einer unscheinbaren
Wolke fallen ein paar kleine Schneeflocken .Ich denke , eine kurze Entspannungspause sollte ich mir und meiner Ape trotzdem gönnen , wir haben noch einiges vor .
Völlig durchgefroren greifen wir wieder an , nachdem wir ganz vor-
sichtig auf dem Parkplatz gewendet haben .
Es gibt keinerlei Begrenzung , es geht ja nur 500 Meter steil bergab .
Im Sommer oder Frühling ist es bestimmt noch schöner .

Nach und nach kommen wir immer höher .Es macht einen riesigen Spaß die Berge zu erklimmen . Mit zwanzig Kilometern pro Stunde die Berge hoch , pah , kein Problem . Ein Verkehrshindernis stelle ich auch nicht da , es gibt hier um diese Zeit keinen Verkehr . Insgesamt begegnen mir zirka zehn Autos und sage und schreibe eins hat mich überholt .Es wird kälter und ich sehe die ersten Schneefetzen . Um 17.10 Uhr erreiche ich den letzten ,bzw. den höchsten Ort auf meiner Alpenüber querung . Montespluga , auf 1908 Meter über dem Meeresspiegel . Ich sehe keinen einzigen Menschen , wohnt hier überhaupt jemand ?
Möchte hier jemand wohnen ? Aber es gibt ein Hotel . Ob hier schon die Grenze ist ? Der Splüggenpass ist 2115 m hoch , da fehlen noch ein paar Meter . Man sieht nur keine Straße ,die weiter führt . Ringsrum nur Berge , wie ein Kessel . Ich folge der kleinen Straße ,um festzustellen , daß es doch noch höher geht . Weitere zehn Minuten und ein paar steile Kurven später
habe ich den Gipfel erklommen .


Ja , wir haben es geschafft . Wir stehen am Passo dello Spluga ,dem
Splüggenpass . Als erstes trockene Zahlen : 17.20 Uhr .Kilometerstand :47804 . Temperatur : ? Keine Ahnung und kein Thermometer , aber wenn Wasser gefriert muß es unter null Grad Celsius sein . Ich
sehe überall Eiszapfen und die sind nicht gerade zierlich . Egal ,aussteigen muß ich trotzdem . Der Wind beißt im Gesicht , aber es stört nicht wirklich . Glücksgefühle durchströmen mich . Oder Stolz auf das Erreichte ? Keine Ahnung wie ich es beschreiben soll . Einfach nur geil . I believe i can fly , um es mit den Worten eines bekannten Sängers zu sagen . Was soll uns jetzt noch aufhalten ?
Mache noch schnell ein paar Fotos und schaue zum Grenzbeamten .Der macht nur eine Handbewegung zum Weiterfahren , er will augenscheinlich nicht aus seiner , sicherlich gut beheizten Station .Mir auch recht , schwinge mich in die Ape und mache mich an die Abfahrt . Übrigends , der Schweizer Grenzposten war verriegelt und verrammelt . Das nenn ich vereintes Europa . Über Serpenti-
nen geht es rasch abwärts . Ruck zuck ist man wieder “unten” .
Schon komisch , nach nur fünfzehn Minuten extremen Geschlängel geht es nun gemächlicher weiter . Ich habe das Gefühl , das Hochgebirge liegt nun hinter mir .
17.45 Uhr ,schneller als gedacht bin ich kurz vor Splüggen . Dort mache ich einen kurzen Stopp und mir wird erst jetzt richtig bewußt , das ich in der Schweiz bin . Ciao bella Italia , bis bald . Ich habe mal , zum besseren Verständnis zwei Bilder aus dem Internet beigefügt ( grüne Wiese ).

Gut , dann sind wir also in der Schweiz angekommen .Im Land von Käsefondue, Heidi und Kühen . Das fiel mir als Erstes ein . Weiter geht’s auf kleinen Straßen entlang der Autobahn N13 . Diese sind wie gemacht für die Ape . Keine großen Steigungen (geht ja eh meist bergab ) , keine zu engen Kurven und so gut wie kein Verkehr . Mein nächstes Ziel ist Thusis . Es ist sehr gut ausgeschildert ,
gerade wenn man nicht auf die Autobahn will . Hier komme ich nicht in die Verlegenheit , aus Versehen eine Schnellstraße oder ähnliches zu benutzen , wie in Italien . Ich würde mir gern die Via Mala und die Rofla - Schlucht anschauen , aber mir wird einfach nicht warm . Und bei fünf Grad Celsius draußen spazieren zu gehen fällt mir momentan wirklich schwer . So habe ich ein Ziel für das nächste Mal . Auf der Suche nach einer Pension oder einem Hotel werde ich in Rhäzüns fündig . Da es schon dämmert kehre ich ins
dortige Hotel Rätus ein . 70 Franken inklusive Frühstück ist ok .
Das Zimmer ist nicht besonders groß , aber das Design war der Brüller . Ich fühlte mich in meine Jugend versetzt , obwohl es bei uns zu Hause nie so aussah . Beim Blick , auf die Tapete im Zimmer und die Fliesen im Bad mit der darüber angebrachten Frotteegardine , bekam ich Angst vor “Augenkrebs” . Nach einer ausgiebigen Dusche , gehe ich nach unten zum Essen . Da mir das mit dem umrechnen zu blöd ist , suche ich mir zuvor einen Geldautomaten . Mit
einhundertfünfzig Franken komme ich bestimmt aus .
Der Gastraum ist gut besucht . Ich erfahre , daß der Koch und Chef des Hauses , bekannt für seine Wildspeisen ist . Na gut , wenn schon , denn schon . Ich bestelle mir Hirschgeschnetzeltes mit hausgemachten Spätzle und lasse mich über die Unterschiede ,zwischen Tellergericht und dem “normalem “ Gericht , aufklären .
Das “normale” Gericht ist etwas mehr und kommt in zwei Töpfen ,einer für die Spätzle und einer für das Fleisch . Bei einem Tellergericht , ist alles auf einem Teller . Tja . Andere Länder , andere Sitten . Mir reicht ein Tellergericht .
Während ich auf das Essen warte , komme ich mit den sehr netten Schweizern am Nebentisch ins Gespräch . Sie wundern sich , das um diese Zeit hier Touristen sind . Die Skisaison hat doch noch nicht angefangen und für Sommer-Wander-Urlaub ist es zu spät .
Ich erzähle ihnen von meinem Abenteuer . Da waren sie wieder , diese Blicke . Die Konversation verlief trotz des Schweizer Dialektes sehr lebhaft , so offen und locker habe ich die Ostschweizer , Fremden gegenüber , gar nicht erwartet .
Ein weiterer schöner Tag geht zu Ende . Kilometerstand 47853 , wir beide haben schon 812 km Zeit gehabt uns kennen zulernen .

Tag 6 - 4 Länder an einem Tag


Um sechs Uhr werde ich am nächsten Morgen unsanft von den nahen Kirchturmglocken geweckt . Eine viertel Stunde später stehe ich auf, kann einfach nicht mehr schlafen . Im Gasthof unten ist schon gut was los , das um halb sieben . Viele Monteure und Bauarbeiter belagern die Tische . Der Wirt fragt mich ob ich Fleisch und Käse haben möchte , ich lehne dankend ab . Nach dem Frühstück bin ich mit dem Chef des Hause ganz allein . Wir unterhalten uns über Gott und die Welt . Mit Erschrecken stelle ich fest , das so eine Stunde vergangen ist . Ich muß los .Ich will weiter , obwohl draußen nicht wirklich Reisewetter ist . Tiefhängende Wolken , drei Grad und Nieselregen . Gut das ich einen funktionierenden Scheibenwischer habe . Viertel vor acht verlasse ich Rhäzüns . Auf DRS 1 ( schweizer Radio ) erfahre ich , das der San Bernardino-Pass gesperrt wurde und es in den Höhenlagen der Alpen , zum Teil , kräftig geschneit hat .Puh , das ich die Alpen gestern überquert habe , war eine gute Entscheidung .
Einsam ziehe ich meine Bahnen durch Rheintal . Mich beschleicht das Gefühl , es wird heute nicht mehr richtig hell .
Ein paar Dreiradminuten später , sehe ich einen Silberstreif am Horizont . Blauer Himmel . Hoffnung keimt auf . Die Sonne kämpft sich ins Tal . Dieses Naturschauspiel von verschneiten Bergen , dunklen Wolken und blauem Himmel ist spektakulär .

Gegen neun Uhr rollen wir im Fürstentum Lichtenstein ein .47895 km . Nun liegt also auch die Schweiz hinter mir . Das Willkommen in der Monarchie hatte ich mir anders vorgestellt , eine ausgefranste Fahne und ein ziemlich verwittertes
Schild empfängt mich . Wirtschaftskrise ? Ansonsten sieht es hier aus wie in der Schweiz , nur es gibt mehr Banken .
Kein Scherz .

Dreißig Minuten , mehr habe ich nicht gebraucht , um die Lichtenstein zu durchqueren .
Feldkirch , Österreich . 47918 km . An der Staatsgrenze halte ich an . Der Grenzer sagt sehr laut und deutlich : AUSSTEIGEN ! Ich denke , ich bin im falschen Film . Ok , ich steige aus . Erst will ermeinen Ausweis sehen , dann deutet er auf das Kennzeichen . Er will wissen , was das ist . Leicht genervt erkläre ich ihm , dies ist ein deutsches Kennzeichen und somit ein deutsches Fahrzeug .
Wo sein Problem ist , will ich wissen ( merkt man , daß ich Ösi’s gegenüber , voreingenommen bin ?) . Von wo ich komme und wo ich hin will , will er wissen . Ok , Ape in Italien gekauft und nach Deutschland fahren . Als nächstes möchte er den Kaufvertrag sehen . Der Typ nervt . Aber selbstverständlich habe ich ein “Certificato di Proprieta” . So flüssig wie mir das von den Lippen kam ,
erstaunte mich selbst . Und ihn hat es verdutzt . Er wirft einen Blick darauf
( alles auf italienisch natürlich) , will sich keine Blöße geben und sagt , es sei alles in Ordnung und ich kann weiter fahren .
Idiot . Schluchtensch...ßer . So viel zum Thema vereintes Europa . Mittlerweile strahlt die Sonne und schafft es mein Gemüt zu erhellen . Bloß raus hier . Bregenz . Hier fahren wir auf unseren Urlaubsfahrten auch durch , nur mit dem Auto . Eigenartiges Gefühl .
An der vorletzten Tankstelle wird die Ape nochmal vollgemacht .
Und weg .

10.55 Uhr , Deutschland . Na ja nicht ganz , Bayern . 47963 km .
Auf der Suche nach dem besten Weg durch Lindau , finde ich durch Zufall , die Zulassungsstelle . Ich brauche dringend ein neues 5 -Tagekennzeichen , da mein altes seit zwei Tagen abgelaufen ist .Eine junge Frau erklärt mir , ich hätte Glück gehabt , weil diese Art von Kennzeichen nicht im Ausland gültig ist . Welches Ausland meint sie wohl ? Wer jetzt kennt sich besser aus ? Die Zulassungsstelle oder der Verbraucherschutz des ADAC ?
Egal , ich bin in Deutschland .Die Zeit von 11.00 Uhr bis 12.00 Uhr verbringe ich mit Treppe hoch und runter laufen . Selbst die Mitarbeiter sagen , dies sei ein sportliches Amt . Nur , sie selber laufen nicht . Jetzt brauche ich nur noch mein neues Nummernschild holen .
Leider hat die Frau nicht wirklich Ahnung . Mit Schlagbuchstaben und Hammer wäre ich schneller .
Nach zwanzig Minuten ist sie endlich fertig und dabei hat sie noch nicht einmal das richtige Feld getroffen .

Mit dem Schild in der Hand verlasse ich das bayrische Amt . Ein paar hundert Meter weiter , ist eine Motorradwerkstatt . Für fünf Euro bohren sie die Nieten raus und schrauben das Neue dran .
Ich fahre jetzt unter bayrischer Flagge . Allgäu , ich komme .Ein zwei Dörfer weiter , komme ich direkt auf eine Bäckerei zu .
Bayern + Brez’n = Hunger . Gerade als ich die Türklinke in der Hand habe , geht rechts daneben eine Tür auf . Wir haben leider schon geschlossen , erfahre ich . Aber ich dürfte ruhig in die Backstube . Zwei Brezeln hätte ich gern und dann bin ich auch schon wieder weg . Das macht neunzig Cent . Hä ? Ich sage der freundlichen Dame , das ich zwei habe . Darauf sie , ja ich weiß . 45 Cent
für eine , noch dazu ofenfrische Brezel ! Ich bezahle erst und sage
ihr dann was wir hier oben dafür bezahlen . Ungläubig schaut sie mich an und fragt ob ich einen ganzen Korb mitnehmen möchte .
Dankend lehne ich ab und mache mich , mit einer Brezel im Mund ,auf den Weg .
Das Allgäu erinnert mich stark ans Tele Tubby Land . Sanfte Hügel ,grüne Wiesen und schönes Wetter . Über Kißlegg , Bad Wurzach und Biberach erreiche ich Laupheim ,
Sitz eines von unseren Lieferanten (Rayher). Wenn ich hier schon in der Nähe bin , muß ich ja mindestes für einen Kaffee mal kurz an halten . An der Anmeldung bitte ich darum , unsere Innendienstansprechpartnerin ( liebe Grüße , Rosi )sprechen zu dürfen . Sie hat zu tun , erklärt man mir . Als sie erfährt , es sei Besuch da , kann sie sich doch noch von ihrer Arbeit los reißen . Dieses ungläubige Staunen amüsiert mich . Beim Capuccino erzähl ich kurz von meinem
Abenteuer . 48072 km , schon über eintausend Kilometer .Irre oder ?
15.00 Uhr ,geht es weiter Richtung Norden . Quer durch die Botanik
durch Orte , deren Namen man nach zwei Minuten wieder vergessen hat . In der Nähe von Aalen , in Bartolomä finde ich endlich mal wieder eine Tankstelle . Das war aber knapp . 48158 km .
Immer entlang der A7 ( grobe Richtung ) führt mich mein Weg Aalen und Ellwangen weiter . Natürlich vermeide ich große Städte und nehme lieber einen Umweg in Kauf . Zirka zwanzig Kilometer vor Dinkelsbühl fange ich an mir einer Unterkunft zu suchen .
Aber egal wo ich anhalte , nix . Unfassbar . Draußen steht Hotel dran , haben aber kein Zimmer . Oder noch besser . Ich sehe ein Schild “ Fremdenzimmer “ und gehe in diesen Gasthof .
Drinnen warte ich fünf Minuten , rufe “Hallo” , nichts passiert . Keiner da , nur aus irgendeinem Radio dudelt ein Heimatsender . Es ist dunkel und ich bin müde . Also rein nach Dinkelsbühl .

Kurz vorm Zentrum von Dinkelsbühl sehe ich eine Pizzeria . “Roma” ist ihr
Name , wie passend . Bevor ich in der City nach Übernachtungen suche ,
frage ich in der Pizzeria , ob jemand eine Pension oder ein günstiges Hotel
kennt . Die Chefin sucht sofort im Internet nach entsprechenden Angeboten . Nichts Gescheites dabei , Dinkelsbühl , Straße der Romantik . Touri’s ohne Ende , bedeutet Hotels teuer .Plötzlich kommt ein junger Mann rein und fragt wer mit diesem Gefährt unterwegs ist . Wer wohl ? Alles dreht sich um . Die Chefin fragt wo ich her komme und ich fang automatisch
italienisch zu reden an . Ihr Gesicht fängt an zu strahlen . Ich erzähle eine Kurzform meiner Geschichte . Der junge Mann hat die Lösung meines Problems , wenn ich bereit bin noch zehn Kilometer zu fahren . Nach Bösenlustenau
führt mich mein Weg . Er gibt mir die Wegbeschreibung zu einem Landgasthaus , einfach und
günstig . Nach einem kurzen Telefonat ist alles klar , es sind übrigens seine Nachbarn , sie haben Zimmer frei . Satte 24 € , incl. Frühstück . Pah .
Dort angekommen , zeigt mir die Dame des Hauses mein Zimmer . Gemütlich , aber eiskalt .Sie haben keine Gäste mehr erwartet . Egal .Leider verneint sie meine Frage nach etwas zu Essen . Ich kann mir aber etwas bestellen und im Gastraum essen . So etwas erlebt man auch nicht aller Tage . Mir fällt spontan die Pizzeria ein und eine halbe Stunde später verdrücke ich eine wirklich leckere Pizza . Währendessen kommt ein junger Türke rein und bestellt bei ihr zwei Pizza Margherita . Hä , was soll denn das . Sie antwortet , so haben wir alle was davon .
Sie hat die Übernachtung und ihr Nachbar den Pizzaumsatz . Wenn bloß alle so denken würden .
Zum Thema Nichtraucherschutz : ich sitze ganz allein im Gastraum und im Raucherbereich drängeln sich fünfzehn Leute , auch Nichtraucher . Nach zwei Bierchen falle ich ins Bett .
Ab halb neun gibt es Frühstück , für mich nicht . Mein Plan sieht anders aus . Sehr früh aufstehen , so gegen sechs und halb sieben losfahren . Ich sage der Chefin , das sie so früh nicht
aufstehen muß und sie erläst mir prompt die vier Euro für’s Frühstück .

Tag 7 - Finale

Der nächste Tag fängt mit dem Weckerklingeln wirklich um sechs Uhr an . Wie geplant verlasse ich den Landgasthof eine halbe Stunde später . Oh , ist das kalt . Die Frontscheibe ist
zu gefroren . Dank ADAC Clubkarte nicht mehr lange . Die Ape hat leichte Startschwierigkeiten . Vermutlich ist sie diese Temperaturen nicht gewohnt .
48248 km , ich verlasse Bösenlustenau . Auf der B 25 Richtung Feuchtwangen kämpfe ich mit dem Berufsverkehr . Auch durch Rothenburg ob der Tauber fahre ich und bleibe auf der Bundesstraße , denn heute will ich Kilometer schaffen . 8.15 Uhr bin ich in Uffenheim und der kleine Hunger kommt . Finde mitten im Ort einen Bäcker und packe den Proviant ein .
So wie bei uns , ein Stehcafe oder ähnliches habe ich dort unten nirgendwo gefunden . Schokomilch und Crossaints sind perfekt . Essen auf Rädern , ich esse beim Fahren .

Beim verlassen des Ortes , passiere ich eine Temperaturanzeige und ich traue meine Augen nicht . Null Grad , aber die Sonne kommt langsam raus . Wenn alles klappt bin ich heute Abend zu Hause . Das ziehe ich knallhart durch , wenn nichts dazwischen kommt . Durchs fränkische Weinland , bei Ippesheim und Seinsheim , komme ich nach Marktbreit . Der nächste Tankstopp , bei Kilometer 48349 . Übrigens ein sehr schöner kleiner Ort . Er gefiel mir besser als bekanntere Orte , wie Bad Kissingen zum Beispiel . Über Kitzingen ,vorbei am Kloster Schwarzach , durch Schweinfurt , das erwähnte Bad Kissingen erreiche ich Fulda . Zwanzig Kilometer dahinter zeigt sich auch mal die Sonne , schön von ihr . Der Tank ist schon wieder leer . In Schlitz , ja das Nest heißt so , dann nicht mehr .
Wie heißen die Bewohner hier ? Schlitzer ? Bloß weiter .48526 km . Auch Kirchheim , Homberg und Felsberg lasse ich auf meinem “Flug” hinter mir .
Auf die Strecke an sich , möchte ich nicht weiter eingehen . Erstens ist das Wetter bisher fast nur grau in grau . Zweitens , egal ob in Franken oder in Hessen , wenig abwechslungsreich . Bitte nicht falsch verstehen , aber auch Waldhessen verliert seinen Reiz , wenn mann Stunden da durch fährt .
Es riecht schon nach Heimat . 16.15 Uhr bin ich in Kassel.
Jetzt ist Kassel ja nicht gerade klein , aber dafür gut mit dem Auto zu durchqueren . Nur mit einer Ape , die nicht auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen darf, ist es eine Katastrophe . Es sind noch ungefähr 170 Kilometer bis nach Hause , aber ich finde einfach keinen Weg durch dieses besch....ene Kaff . Ich irre durch die Straßen und frage Passanten nach Möglichkeiten . Nur Schulterzucken . Fahre sogar in eine 30 er Zone , mit dem Erfolg , das ich nur nach links zur Autobahn und nach rechts auf eine
Kraftfahrstraße kann . Wieder umdrehen . Weiter suchen .Ich fahre wieder ein Stück raus aus Kassel . Nach zirka einer Stunde finde ich eine Art Feldweg in der Nähe von Kaufungen . Der führt mich über Staufenberg irgendwie nach Sandershausen . Dort endlich ein Schild Richtung Hann . Münden . Nach eineinhalb Stunden verlasse ich endlich Kassel , auf der Bundesstraße 3 . So
muß sich Odysseus auf seiner Irrfahrt auch gefühlt haben .Es geht steil bergauf , was für uns Alpenbezwinger nicht wirklich ein Problem ist . Oben auf dem Berg angekommen , muß ich erst einmal anhalten . Ein kurzer Blick zurück und dann Andrea anrufen . Sie ist völlig überrascht wie weit ich schon bin . Rein in die Ape und weiter . In Hann. Münden biege ich auf die B 80 und folge der Weser . Ein wirklich schönes Tal . Bei Oberweser mache ich einen letzten Tankstopp , müßte bis nach Laatzen reichen .48706 km .


siehe Teil 2
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Magazin Laatzen | Erschienen am 29.06.2010
Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Magazin Laatzen | Erschienen am 25.08.2010
Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Magazin Laatzen | Erschienen am 06.10.2010
Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Magazin Laatzen | Erschienen am 29.11.2010
Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Magazin Laatzen | Erschienen am 17.03.2011
Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Magazin Laatzen | Erschienen am 17.05.2011
1 Kommentar
2.163
Annika Kamissek aus Bad Münder am Deister | 12.06.2010 | 12:20  
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