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Der Jade-Weser-Port ein lohnendes Reiseziel

Die Van Carrier
 
Anlegekai mit der MSC Ingi
Die diesjährige Fahrt zum Stiftungsfest des Männerchores Orpheus aus Gleidingen führte nach Wilhelmshaven. Pünktlich um 07.30 Uhr startete der Bus mit den Sängern und ihren Ehepartnerinnen und erreichte nach einer Fahrt ohne Stau störungsfrei Wilhelmshaven. Am Besucherzentrum des Hafens stieg ein Gästeführer in den Bus, der die Besucher auf einer kleinen Rundfahrt begleitete. An diesem Tag lag mit der MSC Ingy eines der größten Containerschiffe der Welt am Kai. Es kann bei einer Länge von rd. 400 Metern – offenbar aus Kostengrünen genau 399,97 m lang – 58 m Breite und einem Tiefgang von 16 m 19.462 Standardcontainer laden. Hier in Wilhelmshaven liegt das Schiff nur einen Tag. In dieser Zeit werden von zwei der insgesamt acht Umschlagbrücken mit ihren 74 m langen Auslegern Container ab- und umgeladen. Flinke und wendige 16 m hohe Van Carrier (Portalhubwagen) bringen sie dann zu bereitstehenden Güterzügen oder anderen kleineren Schiffen, die den Weitertransport übernehmen.
Nur 4 Jahre von 2008 bis 2012 dauerte der Bau des Hafens, der selbst bei Ebbe noch eine Wassertiefe von 20 m aufweist und damit auch den bisher größten Containerschiffen der Welt voll beladen das Anlegen erlaubt. Der Hafen ist auf eine Kapazität von 2,7 Millionen Containern ausgelegt. Leider verlief der Start recht schleppend und nach 60.000 Containern zu Beginn, werden jetzt immerhin schon 500.000 Container jährlich bewältigt. Nachdem die chinesische Schifffahrtslinie Cosco im nächsten Jahr wöchentlich mit einem großen Containerschiff nach Wilhelmshaven kommen will, wird sich die Zahl wohl auf rd. 1 Million verdoppeln.
Man darf sich an dieser Stelle fragen dürfen, warum Hamburg die umstrittene Elbvertiefung für mindestens 900 Millionen Euro mit so viel Druck betreibt. Eine Kooperation mit Wilhelmshaven würde beide Standorte an dem großen Containerkuchen teilhaben lassen – aber gegen Standortegoismus und absolutes Profitstreben ist wohl kein Kraut gewachsen.
Rund um den Port ist inzwischen viel Infrastruktur geschaffen worden und einige große Betriebe haben sich dort angesiedelt. Die Deutsche Bahn verfügt über einen doppelgleisigen Bahnanschluss mit 16 Gleisen als Verschiebebahnhof und Vorstellgruppe. Über ein voll überdachtes Förderband wird Steinkohle für ein nahegelegenes Kohlekraftwerk mit einer Jahresleistung von 5,5 Milliarden Kilowattstunden elektrischer Energie angeliefert. Leider hat das Sturmtief „Xavier“ einen der beiden rund 1000 Tonnen schweren Hafenkräne aus den Angeln gehoben und ins Fahrwasser des Jadebusens gestürzt. Bis zur Bergung ist der Kohletransport erheblich eingeschränkt.
Die Firma Nordfrost ist gerade dabei ihre schon sehr große Halle für Tiefkühlprodukte um einen Anbau für rd. 150 Millionen Euro zu erweitern.
Der Hafen wird von der Firma Eurogate betrieben, die in ihrem Verwaltungsgebäude die gesamte Steuerung und Logistik koordiniert. Jeder Container ist mit einer weltweit einmaligen Kennung aus Buchstaben und Zahlen versehen, mit der er unter Einsatz der Computertechnik jederzeit standortgenau erkannt und bewegt werden kann.
Beeindruckt von diesem für die niedersächsische Hafenwirtschaft so wichtige Standort und dem wissensreichen Begleiter ging der Besuch nach gut einer Stunde zu Ende.
Nach einem reichhaltigen und schmackhaften Mittagessen stand als nächstes der Besuch des Wilhelmshavener Marinehafens an. In einer kurzweiligen Rundfahrt mit einer Barkasse erfuhren die Fahrtteilnehmer viel über die wechselvolle Geschichte, des seinerzeit von Kaiser Wilhelm angelegten Kriegshafens, der heute noch Standort der Bundesmarine ist. Im gut ausgestatteten Marinemuseum konnte man sich noch einen Überblick über die dort liegenden ausgemusterten Schiffe – sogar ein U-Boot war dabei - verschaffen.

Voll toller Eindrücke und in guter Stimmung ging die Reise zu Ende und gegen 21.00 Uhr erreichte der Bus wieder Gleidingen.

Günter Bolten
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