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Feuer im Schützenhaus Rethen – Jugendfeuerwehr übt den Ernstfall

Atemschutzüberwachung und Maschinistenbesprechung: (v.l.n.r.) René Reetz (Betreuer), Vassilissa Dieter, Celine Wolf, Niclas Heinrich (Betreuer) (Foto: Stefan Hampel)
 
Rauchentwicklung am Gebäude (Foto: Stefan Hampel)
Laatzen: Rethen |

Einer nicht alltäglichen Situation sahen sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Rethen kürzlich gegenüber: Zwar war ihnen von ihren Betreuern für den September 2017 eine Übung angekündigt worden, aber als die Fahrzeuge mit den Jugendlichen am Schützenhaus in der Koldinger Straße ankamen, stand dichter schwarzer Rauch über dem Gebäude.

Nach dem ersten Schreck begannen die Jugendlichen jedoch zügig damit, die Situation in den Griff zu bekommen. „Zum Einsatz fertig!“ lautete der Befehl, den die Jugendlichen als Erstes von ihrer Gruppenführerin Carolin Mühlisch bekamen. Während sich ein Angriffstrupp mit Atemschutzgeräten (in diesem Fall selbstgebaute Übungsgeräte) ausrüstete, erkundete sie die Lage, um weitere Befehle geben zu können. Schnell war klar: Im Inneren des Schützenhauses war alles verqualmt, die Sichtweite betrug nur wenige Zentimeter, auch an der Außenfassade brannte es schon – und es wurden noch mehrere Menschen vermisst. Daraufhin wurde der Angriffstrupp mit einer Schlauchleitung und der Wärmebildkamera zur Menschenrettung ins Gebäude geschickt. Währenddessen übernahmen die anderen Trupps alle Aufgaben, die in einer solchen Situation noch so anfallen: Die Bedienung der Pumpe am Fahrzeug, das Verlegen der Schlauchleitungen und die Atemschutzüberwachung.

Die zweite Gruppe mit ihrem Gruppenführer Tim Jungk hatte ebenfalls bereits mit der Arbeit begonnen; sie kümmerte sich um das Feuer außen am Gebäude, den Aufbau einer Wasserversorgung und die Absicherung der Einsatzstelle. Zwischendurch mussten sich die beiden Gruppenführer immer wieder miteinander abstimmen und auch noch über Funk Rückmeldungen an die „Leitstelle“ geben.

Nach kurzer Suche hatte der Angriffstrupp bereits die ersten Vermissten gefunden und nach draußen gebracht. So ergab sich dort weitere Arbeit für die anderen Jugendlichen: Die Verletzten mussten betreut und versorgt werden, bis der „Rettungsdienst“ eintraf und diese Aufgabe übernehmen konnte. Außerdem musste auch das Gebäude belüftet werden – hierfür brachten die Jugendlichen einen Lüfter in Stellung, der den Rauch aus dem Gebäude blies. Nach insgesamt knapp 45 Minuten hatten die Jugendlichen das Übungsszenario vollständig gelöst, und Carolin Mühlisch konnte über Funk die Meldung „Feuer aus“ durchgeben.

Jugendwart Stefan Hampel, der die Übung gemeinsam mit seinen Betreuern ausgearbeitet hatte, zeigte sich im Anschluss sehr zufrieden: „Die Jugendlichen haben das toll gemacht.“ Die Teamarbeit habe hervorragend funktioniert, die Jugendlichen hätten schnell und konzentriert gearbeitet. „Auch die erwachsenen Feuerwehrkameraden hätten es so gemacht.“ Die Jugendlichen waren ebenfalls begeistert – und wünschten sich nach getaner Arbeit von ihren Betreuern für die Zukunft ähnliche Übungen.

Zufrieden zeigte sich übrigens auch Werner Borsum, Vorsitzender der Schützengesellschaft Rethen: Das Schützenhaus war am Ende unversehrt, und die Jugendlichen bedankten sich bei ihm dafür, dass sie das Gebäude als Übungsobjekt nutzen durften.

Text: Ingo Baum

Bilder: Stefan Hampel
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