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Bericht über die Woche in Dresden

Zirkuszelt Sarasani
 
KiKA-Probe
 
spontanes Gruppenbild auf dem Flur
 
Wer ist im Finale??? Wir!!!
Am Montag, den 20.04.09, war der Tag gekommen auf den wir alle so lange hingefiebert haben. Ich ging noch für zwei Stunden in die Schule, so richtig konnte ich mich allerdings nicht konzentrieren. Ich fragte mich jeden Augenblick wieder: Wie wird es sein, in Dresden? Wird der Auftritt gut? Wird alles klappen? Kommen wir vielleicht ins Finale? Und dann war es endlich so weit. Aufgeregt machte ich mich mit meinem vollgepackten Koffer auf den Weg zum Jugendzentrum. Wir, die Einradfahrerinnen des Zirkus Johnass aus Laatzen (Michelle und Jessica Drechsler (17), Bianka Moritz (16), Nicole Voßmeyer (14), Leoni Yildiz (13), von allen nur Würstchen genannt, und Kerstin Beer (15)) trafen uns dort mit unseren Betreuern Marc Beinsen, und Luisa Oyen. Die Leine-Nachrichten waren auch schon da, um über uns zu berichten. Als alle Sachen, mit dabei natürlich auch unser Maskottchen Johnass, ein quietschgelber Emu, im Auto verstaut waren, fuhren wir laut hupend und in bester Laune aus Laatzen raus. Nach vier Stunden lustigster Autofahrt und einer Pause hatten wir Dresden erreicht. Als wir endlich unsere Jugendherberge und unsere Zimmer gefunden hatten, stellten wir noch ein paar Sachen um, bis wir dann zufrieden zum Sarrasani Zelt fuhren. Es war gigantisch! Von weitem sah man schon den berühmten Kelvin Kalvus mit Fackeln üben. Die Kika-Leute zeigten uns den Backstage-Bereich vor und wir konnten bei der Generalprobe der ersten Vorrunde zugucken. Wir fanden, dass alle Kandidaten total gut waren. Um exakt 20 Uhr begann die erste Sendung von „Kika LIVE – Magie und Fantasie 2009“. Wir saßen zwar nur im Publikum, waren aber richtig aufgeregt. Wie sollte es dann nur am nächsten Tag sein? Wir fieberten mit und gaben Tipps ab, welche Kandidaten weiter kommen würden. Am Abend lernten wir noch ein paar andere Artisten kennen. Besonders gut verstanden wir uns mit denen, die nur ein Rad mehr brauchen als wir: Die Kunstradfahrer des Zirkus Rambazotti. Da stellte sich für uns wieder die Frage: Würden wir wie sie auch ins Finale gelangen oder übermorgen schon wieder zu Hause sein? In der Jugendherberge flochten wir uns noch gegenseitig die Haare für unseren großen Auftritt am nächsten Tag. Total aufgeregt versuchten wir dann schließlich einzuschlafen. Am nächsten Morgen gab es dann kein zurück mehr. Wir gingen frühstücken und fuhren zum Zelt. Dort hatten wir dann eine Probe, in der wir unsere Nummer zeigen konnten und von Fachleuten noch einpaar Verbesserungsvorschläge bekamen. Es lief alles gut, aber die Spannung wuchs. Ein Kamera-Team machte Aufnahmen von uns für das Finale. Aber würden wir es überhaupt so weit schaffen? Am Nachmittag gingen wir mit Marc und Luisa, um unsere unbeschreibliche Aufregung etwas zu mildern, Eis essen. Dann ging alles ganz schnell. Wir hatten um 16 Uhr eine technische Probe, in der Musik, Licht und Kameraführung an unsere Nummer angepasst wurden. Wir konnten uns auch den Trailer angucken, der vor einiger Zeit in Laatzen über uns gedreht worden war und vor unserem Auftritt abgespielt werden würde. Zwischen durch stärkten wir uns noch am Catering. Um 18 Uhr war die Generalprobe mit Kostüm und geschminkt unsere letzte Gelegenheit noch einmal alles durch zu machen. Wir lernten unsere Konkurrenten kennen, die alle total nett, aber auch richtig gut waren. Während wir immer und immer wieder abgepudert wurden, verging die Zeit schnell. Die letzten Sekunden verstrichen. Um punkt 20 Uhr gingen wir auf Sendung. Millionen von Zuschauern saßen jetzt vor dem Fernseher. Unter ihnen fieberten unsere sämtlichen Freunde, Verwandte und Bekannte und natürlich auch der ganze Zirkus Johnass in Laatzen mit. Die Sendung wurde angesagt, der erste Artist betrat die Bühne. Bei ihm lief alles glatt. Wie würde es bei uns sein? Wir stellten uns auf, die Musik fing an, der Applaus hallte durch das Zelt. Es war ein unglaubliches Gefühl. Beim Einrad fahren strahlten wir alle um die Wette und zeigten unsere Tricks fast fehlerlos. Bis auf den letzen Trick klappte alles sofort. Es war ein unbeschreiblich tolles Gefühl am Ende, während das Publikum tobte, auf der Bühne zu stehen. Die Moderatoren Tanja und Ben fragten uns noch ein paar Dinge zum Einrad fahren. Dann mussten wir leider auch schon wieder runter von der Bühne. Hinter den Kulissen drückten wir zusammen die Daumen für unsere neu gewonnenen Freunde. Dann kamen die wohl spannendsten 20 Minuten unseres Lebens. Während in Laatzen die Telefon-Leitungen auf Hochtouren liefen, spekulierten wir, wer wohl weiterkommen würde. Wir wünschten es jedem, aber uns war klar, dass nur zwei Gruppen von uns im Finale am Donnerstag auftreten würden. Die Spannung war unerträglich. Schließlich standen wir alle wieder auf der Bühne und hielten uns ganz fest an den Händen. Der Erste, der weiterkommt, stand auf der Innenseite einer Kugel, die von Kelvin Kalvus reingebracht wurde. Ich stand direkt neben Tanja, die den ersten Finalist ankündigen sollte, schielte auf die Kugel rüber, konnte meinen Augen nicht trauen, denn ich las „Einrad“. Ich musste mich sehr zusammen reißen vor Freude nicht gleich zu schreien, denn Tanja hatte das Ergebnis noch gar nicht verkündet. Als aber alles klar war, hielt uns niemand mehr ab zu schreien was das Zeug hielt. Wir freuten uns riesig, denn wir durften weiterhin in Dresden bleiben und im Finale auftreten! Das mussten wir natürlich noch bis in die Nacht hinein feiern. Am Mittwoch hieß es dann für uns erstmal ausruhen, schwimmen gehen und ein bisschen geocachen. Am Abend waren wir dann wieder im Sarrasani-Zelt um die dritte und letzte Vorrunde zu sehen. Jetzt war endgültig klar, welche fünf anderen Artisten-Gruppen mit uns im Finale auftreten würden. Dann war der Donnerstag, unser nächster großer Tag, auch schon gekommen. Wir hatten wieder viele Proben und schließlich die Generalprobe. Unsere neue Nummer war perfekt auf die extra dafür geschnittene Musik abgestimmt. Kurz vor 20 Uhr saßen wir dann wieder total nervös hinter der Bühne. Zwar kannten wir den ganzen Ablauf jetzt schon, aber weniger aufgeregt waren wir deshalb nicht. Wir hatten diesmal schließlich eine noch schwierigere Nummer mit noch mehr waghalsigen Elementen. Würde diesmal wirklich alles klappen? Würden uns die Einsetze zur Musik synchron gelingen? Als wir dran waren, stellten wir uns auf und mein Lieblingslied begann zu spielen. Wir, unsere Einräder und die Musik waren eine Harmonie. Jedes Kunststück, jeder Einsatz, jede nur kleinste Bewegung war perfekt. Es war unglaublich! Wir standen am Ende auf der Bühne, ich hätte heulen können vor Glück und erzählte in die Kamera, was wir in dieser Woche bisher erlebt hatten, wen wir kennen gelernt hatte und dass wir uns wünschen, unsere neuen Freunde bald wieder zu sehen. Wir waren so glücklich. Als alle Finalisten aufgetreten waren, gab es diesmal es nur fünf Minuten Zeit, um für seinen Favoriten anzurufen. Das bekamen wir fast gar nicht mit, weil wir noch so begeistert waren und gleich schon wieder zur Entscheidung auf die Bühne mussten. Klar würden wir es gut finden zu gewinnen, aber wir hatten unseren aller größten Wunsch schon erfüllt: Wir waren ins Finale gekommen und hatten zwei gelungene Fernseh-Auftritte hinter uns. So waren wir auch nicht enttäuscht, dass Felix, ein Diabolo-Spieler, gewann. Wir machten noch viele Fotos mit den anderen Artisten und mit den KIKA-Live-Leuten, die wir auch alle sehr ins Herz geschlossen hatten. Am späten Abend hatten wir noch viel Spaß mit den Rambazottis und feierten die schöne Woche. Wir zeigten den anderen ein paar von unseren Lieblingsspielen, waren dabei aber so laut, dass wir fast aus dem Hotel geschmissen wurden. Es wurde immer später und irgendwann mussten wir uns dann auch verabschieden. Dann wurden wir in der Tat etwas traurig und planten schon ein Wiedersehen. Am nächsten Tag mussten wir dann wirklich packen. Wir verabschiedeten uns noch von den Turn-Mädels, den „Flummies“, die mit uns am Dienstag ins Finale gewählt worden waren, und vermissten alle schon. Lange hatten wir allerdings nicht zum Trauern, da wir wieder vor einem neuen Problem standen: Wie hatten wir nur auf der Hinfahrt zwei Betreuer, sechs Einradfahrer, sieben Einräder (eins als Ersatz) und acht Koffer in nur ein Auto gequetscht? Als es uns endlich wieder gelungen war, beschlossen wir uns mit einem Panoramablick von Dresden zu verabschieden. Wir fuhren also über das Dresdener „Blaue Wunder“ zu einer Schwebebahn. Auf der Bergspitze angekommen guckten wir auf ganz Dresden herunter und waren einfach nur traurig, dass alles vorbei war. Doch plötzlich klingelte Marcs Handy. Es klang wichtig und Marc strahlte über das ganze Gesicht. Was war den jetzt passiert? Endlich legte Marc auf und sagte uns, dass der MDR uns gesehen hatte und uns so toll fand, dass wir in der Show, in der Gewinner Felix als Preis auftreten würde, auch mit auftreten durften! Die Freude bei uns war riesig! Sofort riefen wir alle zu Hause an, klärten alles ab. Es war der Hammer! Schließlich checkten wir dann am Abend in ein richtig nobles Hotel ein, in dem der MDR Zimmer für uns gemietet hatte. Nach der Jugendherberge mussten wir uns erstmal an den ganzen Luxus gewöhnen, waren dann aber so müde von der ganzen Aufregung, dass wir noch ein paar Runden unser Lieblingsspiel Werwolf spielten und uns in die großen, weißen, weichen Betten legten… Am Samstagmorgen sind wir erst mal in den Waschsalon gefahren und haben unsere Auftrittssachen gewaschen. Wir konnten es noch immer nicht richtig glauben, dass wir beim MDR auftreten würden. Und als wir dann in der Halle, in der die Sendung „Das Fest der Sinne“ gedreht werden sollte, über die 36 Meter riesige Bühne liefen und die vielen, vielen Zuschauerplätze sahen, wurde uns schon ein bisschen mulmig zu Mute. Wir hatten ein paar Proben, die viel komplizierter und härter verliefen, als wir es von KIKA gewohnt waren. Aber wir ließen uns nicht die Laune verderben und konnten schließlich unseren Besuch aus Laatzen begrüßen. Mit Katharina Behrens, Anna Krause und Stefan Hintz hatten wir, als abends die Proben alle geschafft waren, auf einem Rummelplatz in Dresden noch viel Spaß. Am Sonntag mussten wir wieder schon früh zur MDR-Halle. Wir wurden geschminkt und frisiert. Mit den schrägen Artisten-Frisuren des MDR mussten wir uns erstmal anfreunden, nahmen es dann aber mit Humor. Ziemlich witzig fanden wir es auch einfach so neben den vielen Stars wie Heino oder Declan in der Maske zu sitzen. Nach der langen Generalprobe gingen wir um 20:15 endlich auf Sendung. Unser Auftritt klappte gut, obwohl wir fanden, dass alles bei KikaLIVE zusammen mit den anderen Jugendlichen viel mehr Spaß gemacht hat. Nun war aber wirklich alles vorbei. Wir packten am Montagmorgen wieder unsere Sachen und fuhren traurig zurück nach Laatzen. Dort angekommen wurden wir von unseren Fans empfangen und zu Hause schrieben wir gleich E-Mail und telefonierten unseren neuen Freunden, die ja schon ein paar Tage länger zu Hause waren. Es war ein wunderschönes Erlebnis für uns und das nächste lässt auch nicht lange auf sich warten: In den Sommerferien führt uns unsere diesjährige Tournee auch nach Kassel zu den „Rambazottis“ und nach Bonn zu den „Flummies“. Wir freuen uns alle schon riesig, denn auch wenn wir in Dresden nicht gesiegt hatten, haben wir das tollste gewonnen, was es gibt, nämlich viele, neue Zirkus-Freunde.

Kerstin Beer
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 25.06.2009 | 17:14  
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