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Krumbachs Haushalt hat keine solide Finanzierungsgrundlage

Krumbach Bereits heute ist die Stadt Krumbach doppelt so hoch verschuldet wie der Durchschnitt der bayerischen Kommunen. Doch anstatt diesem Umstand Rechnung zu tragen, sollen im Jahr vor der Kommunalwahl Projekte in einer unverantwortlichen finanziellen Größenordnung angestoßen werden, erklärt die Junge Union in einer Pressemeldung. Bis zum Jahr 2022 soll sich der Schuldenstand der Stadt von 10 Mio.€ auf 27,2 Mio.€ fast verdreifachen.

„Natürlich sind die Investitionen in den Ausbau der Kinderbetreuung richtig und notwendig“, erklärt der Stellvertretende JU-Kreisvorsitzende Florian Kaida. Es sei erfreulich, dass die CSU-Stadtratsfraktion nach den guten Vorschlägen der vergangenen Jahre endlich die richtigen Akzente in den Haushaltsplan einbringen konnten. Das dürfe jedoch nicht zum Anlass genommen werden, um von der in anderen Bereichen verfehlten Ausgabenpolitik der Stadtführung abzulenken.

Neben den hohen geplanten Investitionen geben insbesondere die kontinuierlich anwachsenden laufenden Kosten Anlass zur Sorge. „Wir müssen hier endlich eine Bremse einlegen“, ist der Stellvertretende JU-Vorsitzende Kornelius Launhardt überzeugt. Das Engagement von Privatpersonen und Unternehmern sollte besser genutzt werden. Natürlich erledigen die Mitarbeiter des Bauhofs ihre Arbeit hervorragend. Es ist aber im Kontext der angespannten finanziellen Situation nicht begründbar, dass beispielsweise das Angebot zur Pflege der Kreisverkehre durch die Krumbacher Gartenbaubetriebe vonseiten der politischen Verantwortlichen abgelehnt wurde. Schließlich könnten die freiwerdenden Ressourcen des Bauhofs dann für andere Aufgaben genutzt werden.

Daneben sollte endlich darüber nachgedacht werden, wie die Angebote der Stadt wirtschaftlich rentabler ausgerichtet werden können. Gerade am Schulzentrum finden sich deutliche Fehlplanungen. So habe man bei den Planungen für die Sport- und Schwimmhallen nach Meinung einiger Stadträte „den Mund zu voll genommen“. Man kann das Hallenbad nach einem Neubau nicht schlechter ausstatten und dann eine bessere Auslastung erwarten. „Hier braucht man Visionen wie die Nutzung hautschonender Filtersysteme, beispielsweise mit Sauerstoff oder Ozon, um für Menschen mit Allergien oder sensibler Haut ein schwabenweit attraktives Angebot und somit eine höhere Frequentierung zu schaffen“, meint der JU-Vorsitzende Sebastian Kaida.

Letztendlich fehlt dem aktuellen Haushaltsplan eine solide Finanzierungsgrundlage. Kämmerer Bühler hat nicht ohne Grund auf die Risiken einer schwächelnden Konjunktur verwiesen. Es bräuchte Überlegungen für Sparmaßnahmen und Visionen für wirtschaftlich tragfähige Konzepte städtischer Einrichtungen. Der Haushaltsplan ignoriert das und geht deutlich zulasten der jungen Generation, die letztendlich im Fall von sinkenden Steuereinnahmen die Konsequenzen tragen muss. Es wäre wünschenswert, dass Stadtrat und Bürgermeister im letzten Jahr vor der Kommunalwahl kleinere Brötchen backen würden und nicht die Handlungsfähigkeit des Stadtrates in den kommenden Jahren riskieren. Dann bräuchte es nämlich nicht andere staatliche Institutionen, auf die man in Krisenzeiten hoffen muss.
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