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Minijobs in Krefeld - Erhöhung der Minijobgrenze auf 450,- Euro ohne Sinn

Der DGB in Krefeld kritisiert den stetigen Anstieg der Zahl Geringfügig Beschäftigter in Krefeld. Nach Auswertung des Datenmaterials der Bundesagentur für Arbeit und der Hans-Böckler-Stiftung weist Krefeld in 2011 ca. 22000 so genannte Mini-Jobs aus.

Der Anteil der Frauen beträgt inzwischen fast 63 % an diesen Arbeitsverhältnissen in Krefeld, auch die Zahl der Menschen, die einen 400,- Euro-Job nebenberuflich ausüben ist von 3243 im Jahre 2003 auf einen neuen Höchststand mit 6877 im Frühjahr 2011 gestiegen.

"Dies zeigt eine deutliche Tendenz, dass Menschen zum großen Teil darauf angewiesen sind noch einen zusätzlichen 400,- Euro-Job ausüben zu müssen. Sicherlich gibt es auch Personen, die diese Form von Verdienst oder Zuverdienst gerne und freiwillig annehmen, aber für den größten Teil ist es ein Muss", so DGB-Kreisvorsitzender Ralf Köpke.

Der DGB weist in seiner Analyse auch die Bereiche und Branchen mit den höchsten Anteilen von Minijobbern aus, " fast 3000 Menschen arbeiten im Einzelhandel, 2200 im Gastgewerbe, 3000 im Bereich Dienstleistung und 2500 in Feldern Gesundheit und Soziales, das zeigt deutliche Schwerpunkte auf dm Krefelder Arbeitsmarkt", so Köpke weiter.

Zum jetzigen Beschluss der CDU/FDP-Koalition auf Bundesebene, die Minijobgrenze von 400 € auf 450 € anzuheben, betont der Krefelder DGB seine Kritik. Dieter Hormes, stellvertretender DGB-Kreisvorsitzender: "Die Koalition tut so als hätte sie eine Gehaltserhöhung für Minijobber beschlossen, das ist falsch und irreführend. Nicht eine Minijobberin, ein Minijobber wird durch die neue Regelung in Zukunft mehr Geld in der Tasche haben. Wer heute 400 € verdient, wird keineswegs automatisch 50 € mehr bekommen. Im Übrigen verdient ein Großteil der Betroffenen ohnehin nicht einmal 400 €, der Durchschnittsverdienst der bundesweit 7 Millionen Minijobber liegt nur bei ca. 260 € im Westen und 200 € im Osten."

Jeder 5. davon arbeitet nach angaben der Gewerkschaft ohne Arbeitszeitbegrenzung und ohne Sozialversicherung. In Krefeld gibt es mit rund 15000 eine hohe Anzahl ausschließlich geringfügig beschäftigter Menschen, rund 10000 davon sind Frauen. Mit dieser Anhebung der Minijobgrenze verfestigt sich laut DGB die Negativspirale für Frauen immer mehr:

Hormes: "Niedriges Einkommen, niedrige Sozialversicherungsansprüche, Altersarmut. Auch verfestigt diese Entscheidung die massenhafte Subventionierung von Niedriglohnjobs. Immer mehr Menschen bleiben so in der Niedriglohnfalle stecken."

Der DGB fordert: Auch kleine Beschäftigungsverhältnisse müssen anständig bezahlt werden und gehören in den Schutz der Sozialversicherung. Eine wirkliche Hilfe für die Betroffenen wäre ein flächendeckend gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 8,50 € pro Stunde.
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