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Wetterradar soll Weg für Windparks frei machen

Der Bericht vom 19.01.2013 „Radar soll Weg für Windparks frei machen“ hat mich erschüttert. Wieder einmal wird die Aussage bestätigt: Geld regiert die Welt.
Es ist erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit hier personifizierte Einzelinteressen verfolgt werden, ohne auf die Belange von Mensch und Natur Rücksicht zu nehmen.
Nun soll der Wetterradar nach 2004 eine weiteres mal für geschätzte Kosten von 3,5 Mio. € versetzt werden, damit weiter Winkraftanlagen gebaut werden können. Da stellt sich die Frage, was der Deutsche Wetterdienst (DWD) bei diesem Plan wohl verdient. Ist der DWD käuflich? Bekanntermaßen ist ein gutes Geschäft ja nur ein gutes Geschäft, wenn beide Geschäftspartner verdienen. Was verdienen die möglichen Investoren und Landbesitzer?
Aber wo kommt das Geld her, das an den DWD gezahlt werden soll. Sind es wirklich die potentiellen Investoren von Windenergieanlagen oder bezahlt auch hier wieder der kleine Mann, der schon jetzt mit jährlich steigenden Strompreisen erheblich geschröpft wird?
Im Herbst 2011 wurden auf der Gemarkung Diemelsee (Flechtdorf), neben den bereits bestehenden WEA, zwei neue WEA mit einer Nabenhöhe von 100 m in knapp 800 m Entfernung nördlich von Helmscheid errichtet.
U. a. werden auch von diesen WEA erhebliche Lärmbelästigungen verursacht, die die Lebensqualität im Dorf erheblich einschränken. Die Verspagelung der Natur und die Lichteffekte sind weit über Helmscheider Grenzen hinaus sichtbar.
Auf die betroffenen Bürgerinnen und Bürger nehmen die Entscheidungsträger, die meist weit ab von den Windparks leben, kaum Rücksicht.
Im Herbst 2012 wurden wiederum zwei neue WEA auf der Helmscheider Höhe mit einer Höhe von über 170 Metern errichtet. Wie hoch werden die nächsten Windräder? Die nächste Generation Windräder darf 300 Meter hoch werden. Die EU fördert diese Entwicklung. Zum Verständnis der Größe: Es ist etwa die doppelte Höhe des Kölner Doms.
Während Windanlagenbetreiber überall in Deutschland Personal abbauen müssen, die Windparks in der Nordsee nur noch bei Journalisten Wind in den Blättern erzeugen und Flaute beim Thema Windenergie herrscht, setzt die EU, und Deutschland wie immer als Vorreiter, weiterhin auf eine Technologie, die nicht nur Freunde hat.
Naturschutz geht vor Profit – das haben hessische Verwaltungsrichter so entschieden. Windparks wurden eben bislang häufig auf Kosten des Naturschutzes errichtet. Windparks rufen heute eben sofort, und das ist gut so, Naturschützer auf den Plan. Denn Windkraft ist eben keineswegs so naturnah wie die Konzerne es gern darstellen. Windparks sind nüchtern betrachtet nichts anderes als Vogelschredder. Und die Windparkbranche glänzt seit Wochen mit in den Mainstreammedien verschwiegenen Korruptionsgeschichten.
Man darf nun gespannt sein, wer mehr Gewicht haben wird: Der vom Aussterben bedrohte Rote Milan und die vielen seltenen Fledermausarten oder die Vogelschredder, die den Lebensraum der gefährdeten Tiere ein Ende setzen werden. Bei näherer Betrachtung ist es jedenfalls zweifelhaft, ob immer mehr Windräder mit dem Naturschutz noch zu vereinbaren sind.
Gewiss sind WEA für die angestrebte Energiewende unverzichtbar. Die Belange der Bevölkerung und des Naturschutzes sind aber ebenso wichtig. So wurde Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich in einer Pressemitteilung des Ministeriums vom 22.08.2012 wie folgt zitiert:
„Ein Ausflug in den Wald stärkt die Gesundheit. Bewegung, frische Luft, Ruhe und eine natürliche Umgebung sind das, was uns hilft, dem stressigen und von Hektik geprägten Alltag von jetzt auf gleich zu entfliehen“. Der Naturtourismus ist vor dem Hintergrund landwirtschaftlicher Strukturveränderungen und dem demographischen Wandel ein wichtiges Standbein unseres strukturschwachen ländlichen Raumes. Der Tourismus ist Chance, Arbeitsplätze in der Region zu erhalten und zu schaffen.
Man kann für oder gegen Windkraft sein. Man sollte nur die Fakten kennen. Windenergie erzeugt Strom. Allerdings häufig dann, wenn er nicht gebraucht wird. Wenn in Deutschland in frostklaren Nächten im Winter extrem viel Strom benötigt wird, dann stehen Windräder halt still.
Die geplanten 3,5 Mio. € für die Versetzung des Wetterradars sollten sinnvoller Weise in ein vernünftiges Gesamtkonzept für erneuerbare Energien oder in den Ausbau von Leitungsnetzen investiert werden.
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 27.01.2013 | 16:03  
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Alexander Steichele aus Mering | 06.03.2013 | 14:25  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 06.03.2013 | 15:51  
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