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Warum darf ich am Samstag nicht Mathe machen? Zehn Schüler des Gymnasiums Königsbrunn an der Uni München

Fünftklässler beim Lösen der Aufgaben
 
Alle Teilnehmer des Gymnasiums Königsbrunn
Mathematik gilt häufig als ein bei Schülern unbeliebtes Fach. Dem widerspricht aber die folgende Beobachtung, die die Mathematikfachschaft des Gymnasiums Königsbrunn bei der Planung für den Tag der Mathematik machte, der am Samstag, dem 18. Oktober, an der Ludwig-Maximilians-Universität in München stattfand: Bei der Suche nach Teilnehmern bestand das Problem nicht darin, genügend Schüler zu finden, sondern zu entscheiden, welche Schüler zu Hause bleiben müssen. Denn aufgrund des immer stärker werdenden Andrangs der Schüler in den vergangenen Jahren (heuer nahmen über 70 südbayerische Gymnasien teil) war die Anzahl der Schüler, die jede Schule anmelden durfte, auf zehn beschränkt. So wählten die Königsbrunner Mathematiklehrer einige Schüler aus, die im vergangenen Schuljahr an Mathematikwettbewerben teilgenommen hatten, und luden die Teilnehmer des Mathematik-Pluskurses ein, während sie viele andere enttäuschen mussten.
Für die Auserwählten begann dieser Samstag zunächst mit sehr frühem Aufstehen: Früher als an einem regulären Schultag, nämlich bereits um 6:45 Uhr, trafen sich die Schüler auf dem Parkplatz der Schule, um in Fahrgemeinschaften zum Bahnhof Me-ring zu fahren. Auf der gemeinsamen Bahnfahrt stellte sich jedoch schnell heraus, dass alle munter und ausgeschlafen waren.
Für den Wettbewerb, der den ersten Teil des Vormittags bildete, hatten die Königsbrunner Schüler (aus den Klassen 5 – 9) zwei Unter- und eine Mittelstufenmannschaft gebildet. Da in diesem Jahr die zehn Aufgaben, die jede Mannschaft zu lösen hatte, auf zehn Räume verteilt waren, mussten sich die Schüler während des Wettbewerbs auf Wanderschaft begeben. Trotz des ständigen Kommens und Gehens war zu spüren, dass hochkonzentriert und engagiert gearbeitet wurde. Die einzelnen Mannschaftsmitglieder diskutierten 90 Minuten lang über die Aufgaben, erklärten einander ihre Ideen, verbesserten sich gegenseitig und hielten schließlich ihre gemeinsam erarbeiteten Lösungen auf einem Laufzettel fest.
Während von den Organisatoren und begleitenden Lehrern die Aufgaben korrigiert wurden, standen für die Schüler nach einer kurzen Pause Vorlesungen auf dem Programm. Unter anderem ging es dabei um „Rechnen mit Schnüren statt mit Zahlen“, den „Weg des geringsten Widerstandes“ oder darum, was man „Mit zwei Euro an der Börse“ erreichen kann.
Jetzt warteten alle gespannt auf die Preisverleihung. Zwar schaffte es keine der Königsbrunner Mannschaften nach ganz oben auf der Siegertreppe, aber alle drei Mannschaften erzielten Plätze im oberen Mittelfeld und wurden mit einem Buchpreis belohnt.
Ein großes Lob gilt den Veranstaltern dieses Tages: Dem Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik und Informatik an der LMU und dem Bayerischen Philologenverband. Sie haben diesen Tag hervorragend organisiert. Vor allem gelang es ihnen, ansprechen-de Aufgaben zu stellen und Sponsoren für attraktive Preise zu finden. Mehrere Lehrer von Gymnasien aus dem Augsburger Raum regten an, ob dieser Tag der Mathematik in Zukunft nicht auch zeitgleich an der Universität Augsburg stattfinden könnte. Dadurch wäre nicht nur die Anreise für die schwäbischen Gymnasien kürzer. Es könnte dann auch die strikte Teilnehmerbegrenzung gelockert werden. Denn der ein-zige Wermutstropfen an diesem gelungenen Tag war, dass einige begeisterte Königsbrunner Mathematiker nicht dabei sein konnten.
Text und Bilder: Walter Schmucker
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Rüdeger Baumann aus Garbsen | 26.11.2008 | 12:13  
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