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Was ist eine Palliativstation

Liebe Leserinnen und lieber Leser,
im Mai begann unsere Reihe der Begriffserklärungen. Heute möchten wir fortfahren Ihnen Fachausdrücke näherzubringen. Wir fragen uns: „Was verbirgt sich hinter den Türen einer Palliativstation?“

Was ist eine Palliativstation?
Die Palliativstation ist eine spezialisierte Versorgungseinheit in einem Krankenhaus. Wir kennen im Krankenhaus Stationen mit verschiedenen Fachrichtungen, wie Innere Medizin, Chirurgie oder auch Geburtshilfe. Die Palliativstation ist ausgelegt für Patienten mit einer fortgeschrittenen unheilbaren Krankheit. Sie werden in der Regel dann aufgenommen, wenn sie sich in einer akuten medizinischen oder psychosozialen Krise befinden.

Für die Aufnahme gelten klare Regeln: Der Patient muss über seine Erkrankung aufgeklärt sein und wissen, dass auf einer Palliativstation keine lebensverlängernden Maßnahmen, wie eine Reanimation durchgeführt werden. Die Behandlung orientiert sich an den Grundsätzen von Palliative Care (siehe Mai-Ausgabe). Das Ziel der Behandlung ist, belastende Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Patienten zu erhöhen. Ein belastendes Symptom kann Schmerz sein, unstillbares Erbrechen, massive Durchfälle, Atemnot oder sehr aufwendige Verbände und vieles mehr. Ein Aufnahmekriterium kann auch sein, dass die Pflege aufgrund von Überlastung der Angehörigen zu Hause nicht mehr geleistet werden kann. Ärzte und Pflegepersonal haben eine palliative Fachausbildung und sind somit besonders befähigt Menschen am Lebensende zu begleiten. Mitarbeiter aus der Physiotherapie, dem Sozialdienst, der Psychotherapie, der Musik- und Kunsttherapie, der Atemtherapie und Seelsorge sind Teil des Stationsteams und stehen miteinander im engen Austausch über das Wohl des einzelnen Patienten. Dies spiegelt den Anspruch wider den Menschen ganzheitlich zu sehen und zu behandeln.

Eine Palliativstation unterscheidet sich von anderen Stationen zudem durch eine wohnlichere Gestaltung, einen höheren Personalschlüssel und durch die Mitarbeit von Ehrenamtlichen. Der zeitliche Aufenthalt auf einer Palliativstation ist begrenzt und liegt im Durchschnitt bei 12 Tagen. Dann sollte die akute Krise überwunden sein und der Patient im besten Fall wieder nach Hause entlassen werden. Manchmal müssen inzwischen auch andere Lösungen der Weiterversorgung gefunden werden. Wenn die Lebenszeit des Patienten während des Aufenthalts auf der Palliativstation zu Ende geht, bemüht sich das Stationsteam um eine würdevolle Begleitung. Die Angehörigen werden einbezogen und individuelle Bedürfnisse so weit als möglich berücksichtigt. Trauer und Abschied haben auf der Station ebenso einen Platz wie Freude und gemeinsam genossene Zeit. Bei uns in der Region finden Sie eine Palliativstation im Klinikum Augsburg und im Klinikum Süd in Haunstetten.

Wir hoffen Ihnen mit unseren Erklärungen geholfen zu haben. Sollten Sie eine persönliche Beratung wünschen, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an unser Büroteam.
Öffnungszeiten: Mo 10:00 – 11:00 / Do 17:00 – 18:00
Telefon: 08231/91 52 03
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