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"Stolz bin ich auf die Gesamtentwicklung im Begegnungsland Lech-Wertach": Ein Interview mit Benjamin Früchtl

Manuel Fischer akzeptiert mit seinem Unternehmen planlos-Touren jetzt auch den SonnenSchein (rechts). Benjamin Früchtl (links) und Bgm. Simon Schropp (Mitte) freuen sich schon auf die Riverbug Touren. (Foto: Hannelore Gerum)
 
Der Imhofstadel Untermeitingen nimmt am SonnenSchein teil. Bürgermeister Simon Schropp (links) und Benjamin Früchtl (rechts) heißen die Wirtsleut Nicole und Manfred Salz Willkommen (Foto: Hannelore Gerum)
Seit 10 Jahren besteht die LAG Begegnungsland Lech-Wertach, 2017 kam der Lech-Wertach-Interkommunal e.V. hinzu. Bei beiden interkommunalen Verbünden, die sich aus den 13 Kommunen südlich von Augsburg zusammensetzen, fungiert Benjamin Früchtl als Geschäftsführer. Im Gespräch mit myheimat berichtet er über das abgelaufene Jahr.

myheimat: Herr Früchtl, in unserem letzten Jahrbuch-Interview sprachen Sie davon, dass der Lech-Wertach Interkommunal e.V. gegründet wurde, um die immer vielfältiger werdenden Aufgaben besser bewältigen zu können. Wie fällt Ihre Bilanz bislang aus?

Früchtl: Die organisatorische Aufteilung hat sich voll und ganz bewährt. Neben den bestehenden Projekten wie dem „SonnenSchein“ oder der „LEWA“ konnten nun auch z.B. die Umsetzungsbegleitung der Integrierten Ländlichen Entwicklung „Zwischen Lech und Wertach“ übernommen und die Kulturplattform „VOKUS“ gestartet werden. In der alten Struktur wäre dies nicht gegangen.

myheimat: Sie sprachen gerade die LEWA an. Die Besucherzahlen entsprachen nicht den Erwartungen und von mancher Seite wurde kritisiert, dass dem Publikum zu wenige Attraktionen geboten worden seien. Wie fällt Ihre persönliche LEWA-Bilanz aus und wie und in welcher Form hat die LEWA noch eine Zukunft?

Früchtl: Ganz klar: Auch wir hätten uns mehr Besucher gewünscht. Wir müssen feststellen, dass an einer klassischen Gewerbeschau im Internetzeitalter wohl immer weniger Bedarf besteht – sowohl auf Aussteller-, als auch auf Besucherseite. Der Trend geht hin zu Veranstaltungen mit starker Eventisierung, dann meistens mit einem speziellen Segmentsangebot, wie z.B. Hochzeitsmessen oder Messen für Hausbau. Auch Hausmessen einzelner Unternehmen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das ist allerdings nicht unsere Aufgabe als Regionalentwicklung, da es schon viele kulturelle Veranstaltungen, Events und Fachmessen in der Region gibt. Hier müssen wir keine zusätzliche Konkurrenz schaffen. Aus diesem Grund wird die LEWA nicht fortgeführt. Gemeinsam mit den Gewerbevereinen werden wir aber weiter Angebote für das regionale Gewerbe entwickeln.

myheimat: Wie haben sich die weiteren Projekte des Lech-Wertach-Interkommunal e.V. wie beispielsweise der „SonnenSchein“ und „VOKUS“ entwickelt?

Früchtl: Der „SonnenSchein“ als gemeinschaftlicher Geschenkgutschein mit den Gewerbevereinen Königsbrunns, Bobingens und Schwabmünchens hat sich weiter etabliert und weist konstant über 200 Akzeptanzstellen auf. Mit www.vokus.eu haben wir eine kulturelle Plattform gestartet, die pro Quartal auch schon über 200 kulturelle Veranstaltungen darstellt. Hier kann jeder Veranstalter aus der Region kostenlos seine kulturelle Veranstaltung bewerben.

myheimat: Im Jahr 2018 konnten Sie das zehnjährige Jubiläum der LAG Begegnungsland Lech-Wertach feiern. Wenn Sie auf die gesamte Zeit zurückblicken: Auf welche Projekte sind Sie besonders stolz?

Früchtl: Stolz bin ich weniger auf ein einzelnes Projekt, sondern auf die Gesamtentwicklung im Begegnungsland Lech-Wertach. Es ist gelungen, über die Jahre immer mehr Menschen und Organisationen für ein Engagement in Ihrer Heimatregion zu begeistern. Das zeigt sich auch darin, dass wir bei den Antragstellern und Projektträgern einen verhältnismäßig hohen Anteil an Vereinen und Unternehmen haben – nicht nur öffentliche Träger. Die über 50 Projekte leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Heimat. Dass wir aufgrund dieser Entwicklung auch dieses Jahr wieder eine Erhöhung des Förderbudgets um 58.000,00 € bekommen haben, ist dann das Sahnehäubchen zum 10-jährigen Jubiläum.

myheimat: Wie können Vereine, Unternehmen oder Privatpersonen von diesem gestiegenen Förderbudget profitieren?

Früchtl: Das LEADER-Förderprogramm der EU und des Freistaats Bayern unterstützt im Begegnungsland Lech-Wertach Projekte im ländlichen Raum mit bis zu 50% der förderfähigen Nettokosten. Die Projekte müssen dabei einen messbaren Beitrag zu den Zielen unserer Lokalen Entwicklungsstrategie leisten und zeichnen sich durch ein hohes Maß an Bürgerbeteiligung aus. Im abgelaufenen Jahr konnten wir u.a. die „Mostanlage“ im Bobinger Wasserturm, den Wasserspielplatz im Luitpoldpark oder die Slipanlagen an der Wertach eröffnen. Darüber hinaus konnten z.B. die Projekte „Wir daheim auf dem Lechfeld“ oder „Wir fördern Talente“ gestartet werden und befinden sich in der Umsetzung. Allen interessierten steht die Geschäftsstelle der LAG Begegnungsland Lech-Wertach gerne als Ansprechpartner für die Fördermittelberatung und Projektbegleitung zur Verfügung.

myheimat: Geben Sie uns noch einen Ausblick auf die Aktivitäten, Projekte und Events des Begegnungslandes Lech-Wertach bzw. des Lech-Wertach Interkommunal e.V. im Jahr 2019!

Früchtl: Im Bereich der LAG Begegnungsland möchte ich vor allem auf das Projekt „Bürgerengagement“ eingehen. Hier haben Vereine und ehrenamtliche Organisationen die Möglichkeit, unbürokratisch an finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 2.500,00 € zu kommen. Details werden demnächst im Aufruf unter www.lag-begegnungsland.de veröffentlicht. Bei Lech-Wertach-Interkommunal stehen gleich am Jahresanfang mehrere Ereignisse auf dem Programm: am 28.01.2019 veranstalten wir in der Singoldhalle einen Infoabend zum Thema DSGVO & E-Privacy, der sich an Unternehmen und Vereine der Region richtet. Anmeldungen sind bis 21.01.2019 unter briefkasten@lw-interkommunal.de möglich. Vom 30.01.2019 bis 03.02.2019 präsentieren wir uns mit dem Landratsamt Augsburg, ReAL West und dem Naturpark Augsburg auf einem Gemeinschaftsstand auf der afa 2019. Am 03.02.2019 schließlich tritt das Lech-Wertach-orchester im Parktheater auf.

myheimat: Herr Früchtl, vielen Dank für das Gespräch
Früchtl: Auch ich bedanke mich für das Gespräch und wünsche allen Leserinnen und Lesern von myheimat ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr 2019.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.königsbrunner | Erschienen am 18.12.2018
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