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Beim Schokoladegießen wird in den Berufsalltag geschnuppert

Königsbrunn: Fritz-Felsenstein-Haus | Holländer haben zum ersten Mal die an sich bittere Kakaobohne zu dem verfeinert, was heute zu den unwiderstehlichsten Genüssen zählt: Schokolade, eine der beliebtesten Süßigkeiten unserer Zeit. Zum Einstieg des Projekttages an der Fritz-Felsenstein-Schule erzählt Konditor Johannes Felkel aus Königsbrunn den 12 Schülern zunächst allerlei Wissenswertes über Schokolade.

Reinschnuppern in die Berufswelt
Doch schnell geht er zur Praxis über und damit zum spannenden Teil des Vormittags. Schließlich lautet sein Auftrag, Einblick zu gewähren in das Berufsfeld eines Konditors und berufsrelevant mit den Schülern zu arbeiten. Das Bayerische Kultusministerium unterstützt solche Projekte an Förderschulen, um die schulische Praxis weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die Schüler auf die Ausbildungs- und Berufswelt nach der Schule vorzubereiten und Interesse an in Frage kommenden Berufen und Arbeitsbereichen zu wecken.

Profikonditor im FFH
Für Konditor Johannes Felkel, der schon als Zivildienstleistender im Fritz-Felsenstein-Haus (FFH) tätig war, zusätzlich eine Kochausbildung absolviert und beim Leistungswettbewerb der Junior-Konditoren auf Bundesebene den 1. Platz belegt hat, bedeutet das konkret: An fünf seiner freien Tage steht er für die Projektarbeit im FFH zur Verfügung. Mit anderen Schülergruppen hat Felkel bereits eine Torte gebacken und Pralinen hergestellt.

Lernen durch Selbsterfahrung
Heute ist Schokoladegießen angesagt und der junge Konditor hat verschiedene Gussformen sowie Zartbitter-, Vollmilch- und weiße Schokolade mitgebracht. In der großen, barrierefreien Küche der Fritz-Felsenstein-Schule, in der die Tische mit Roll-stühlen unterfahrbar sind, sprüht der 19-jährige Thomas zunächst die Formen mit Kakaobutter aus, um der Schokolade später zum Glanz zu verhelfen.

Dann darf Michael Hand anlegen und die erste Tafel gießen. Der Gießtrichter geht von Hand zu Hand, bis alle Formen gefüllt sind. Und auch Hohlformen werden in Angriff genommen: drei lustige, gefleckte Schokoladenkühe werden vorbereitet. In drei Durchgängen muss die Form gegossen, geleert und wieder getrocknet werden, damit die Figuren nach dem Stürzen auch stabil sind. Wo immer es geht, dürfen die Jugendlichen Hand anlegen, mithelfen, ausprobieren. Viele Fragen werden gestellt, das Interesse und die Konzentration bei den Jugendlichen sind enorm.

„Unsere Schüler können einem Profi über die Schulter schauen, in den Beruf des Konditors reinschnuppern und so schon mal über den behüteten schulischen Tellerrand hinausblicken“, so Günter Mairock, Sonderschullehrer an der Fritz-Felsenstein-Schule. „Dass wir dafür sogar den besten Konditorgesellen Deutschlands gewinnen konnten, freut uns natürlich sehr.“ Im Laufe des Schuljahres sind weitere Aktionen mit anderen Berufen geplant.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin königsbrunner | Erschienen am 26.03.2010
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