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Sudetendeutsche feiern - Obmann Kurt Aue erinnerte an die Vertreibung

Nach dem Gottesdienst zeigten sich der Fotografin Susanne Marb von der Pressestelle des BdV vorne von links BdV BV Schwaben MdL Andreas Jäckel, Königsbrunns Stadtoberhaupt Franz Feigl, Hansi Metzner, Mi nisterin Carolina Trautner, BdV Kreisvorsitzender Augsburg Land Kurt Aue, BdV LV Bayern Christian Knauer und Stellv. SL LV Dietmar Heller Markt Rettenbach. (Foto: Susanne Marb Pressestelle BdV)
 
Der Landesvorsitzende des Bundes der Vertriebenen (BdV) Christian Knauer mahnte die Mitglieder der Vertriebenen Verbände mehr für die Mitgliederwerbung zu tun als bisher. Foto: Aue
 
Vor dem Festgottesdienst anlässlich des 70. Geburtstages der Sudetendeutschen Landsmannschaft Königsbrunn und des Landkreises Augsburg, sowie des Bundes der Vertriebenen (BdV) präsentierten sich mit der Königsbrunner Fahne der (SL) v. l. Stadtpfarrer Bernd Leumann, Heinrich Bachmann, Fähnrich Herbert Kinzel, Bürgermeister Franz Feigl, Königsbrunn, 2. Bürgermeister Maximilian Wellner und Kreis – und Ortsobmann Kurt Aue. Bild: Walter Eichler
Königsbrunn: Göttliche Vorsehung | In Viehwagons in die neue Heimat – Sudetendeutsche feiern Gottesdienst zum 70. Geburtstag der Landsmannschaft

Königsbrunn / Landkreis Augsburg (oH). Bei einem Festgottesdienst in der Königsbrunner Pfarrei " Zur Göttlichen Vorsehung" gedachten eine große Anzahl von Mitgliedern der Sudetendeutschen Landsmannschaft und des Bundes der Vertriebenen, zahlreiche Ehrengäste, aber auch etliche Einheimische Gläubige aus Königsbrunn, sowie aus dem Landkreis Augsburg, der Gründung der Vertriebenenorganisationen vor 70 Jahren.

Orts - und Kreis Obmann Kurt Aue, der auch als Kreisvorsitzender des Bundes der Vertriebenen fungiert, erinnerte in seiner kurzen Rede vor dem Gottesdienst an die Vertreibung der Sudetendeutschen und an die Gründerjahre der Landsmannschaft in der neuen Heimat. Kurt Aue, selbst im Sudetenland geboren schilderte die Abläufe der Vertreibung. "Achtung Polizei aufmachen" und starkes Klopfen an der Haustüre mit den Worten "Sie haben sich in vier Stunden mit nur vier Kilogramm Gepäck am Marktplatz zum Abmarsch einzufinden. Bei Nichteinhalten werden Sie erschossen" so hallte es durch das Dorf Hennersdorf - Arnsdorf im Kreis Jägerndorf". Mit einem zehn Kilometer Marsch flankiert von russischen Soldaten ging es nach Jesenike (Freiwaldau) wo man mit Viehwagons abtransportiert wurde. Das es bei uns nach Bayern ging merkte man erst als man angekommen war.

Mit H u r aaa Flüchtling wurde man "begrüßt" und auch noch einige Jahre danach musste man sich so einiges Anhören. Nachdem aber die Einheimischen genauso arm waren, wie die Ankömmlinge und weil an die gleiche Sprache und die gleiche Kultur hatte raufte man sich sehr schnell zusammen.

Nach Königsbrunn kamen 1.201 Heimatvertriebene, was bei der damaligen Einwohnerzahl 43 % der Bevölkerung ausmachte. Fünf Jahre nach der Ansiedlung und als die Hoffnung das man zurück in die angestammte Heimat darf verflog, gründeten viele die Sudetendeutsche Landsmannschaft. So auch in Königsbrunn. Am 25. April 1950 versammelten sich einige Sudetendeutsche im Gasthof "Krone" und wählten mit Alfred Adler den ersten Obmann der Königsbrunner Landsmannschaft. In diesem Zusammenhang wählte man auch gleich den Kreisobmann des Landkreises Augsburg. Seit dieser Zeit fungiert der Ortsobmann Königsbrunn immer auch als Kreisobmann und wird auch offiziell gewählt. Die Familien Adler, Treutler, Weisser und Metzner taten sich besonders hervor wenn es darum ging den Sudetendeutschen bei der Eingliederung zu helfen. Auch die Bürgermeister Wohlfarth, Metzner, Fröhlich und Feigl waren und sind großartige Unterstützer der Sudetendeutschen Organisation. Auch die Landräte des Landkreises Augsburg sind allesamt bis zur heutigen Zeit Martin Sailer, immer gute Helfer in der Not. Im Jahre 1958 wurde dann auch die Egerländer Gmoi in Königsbrunn gegründet. Erster Vorsitzender war Hans Langhammer. In der Nachfolge der Obleute der Sudetendeutschen Landsmannschaft folgten nach Alfred Adler, Otto Treutler, Albert Teichner, Lothar Silbernagel und seit etwa 3 Jahren habe ich dieses Ehrenamt übernommen, so Aue bei seinen Ausführungen. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft war mit damals über 300 Mitgliedern ein wichtiger Faktor in der Gemeinde Königsbrunn und stellte 40 % der Gemeinderäte und auch als Königsbrunn zur Stadt erhoben wurde stellte die SL noch 30 % der Stadträte, so Aue in seinen Ausführungen.

Stadtpfarrer Bernd Leumann ging in seiner Predigt auf das Thema Vertreibung ein und mahnte an, das es keine Kriege mehr geben sollte.

Eine Bereicherung des Festgottesdienstes bestand darin das das Blasorchester Königsbrunn die musikalische Gestaltung übernommen hatte.

In den Grußworten der Bayerischen Sozialministerin Carolina Trautner, des Landesvorsitzenden des Bundes der Vertriebenen Bayerns Christian Knauer, des Stellvertretenden Landesvorsitzenden der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bayerns (SL) Dietmar Heller Markt Rettenbach
kam zum Ausdruck das die Sudetendeutsche wahre Friedensstifter im geeinten Europa sind.
Den Gottesdienst besuchten außerdem Königsbrunns Stadtoberhaupt Franz Feigl, Schwabens Bezirksvorsitzender des Bundes der Vertriebenen MdL Andreas Jäckel, Stellvertretende Landrätin Sabine Grünwald und die Kreisvorsitzende des Bundes der Vertriebenen Augsburg Stadt Stadträtin Dr. Hella Gerber .
Ministerin Carolina Trautner gab seitens der Staatsregierung zum Ausdruck das ohne die Sudetendeutschen Bayern nicht so gut da stehen würde.
Bayerns Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen Christian Knauer (BdV) betonte das es Zeit wird die Jugend für die Ziele der Vertriebenen Verbände zu mobilisieren, sonst werden wir in 30 Jahren keinen 100. Geburtstag feiern können.
Der Stellvertretende Landesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft Dietmar Heller, Markt Rettenbach ging auf den Versöhnungsgedanken der Sudetendeutschen mit der Tschechen ein, der zur Zeit auf Beiden Seiten im Gange ist. Heller appellierte so ähnlich wie beim Deutsch/Französischen Vertrag vorzugehen.

Mit dem Auszugslied, intoniert vom Blasorchester Königsbrunn, .tief drin im Böhmerwald, endete ... bei der alle Hygienemaßnahmen voll eingehalten wurden, der festliche Gottesdienst.


Bilder und Biltexte im Anhang !

Bild 1
Gruppenbild mit Fahne
Vor dem Festgottesdienst anlässlich des 70. Geburtstages der Sudetendeutschen Landsmannschaft Königsbrunn und des Landkreises Augsburg, sowie des Bundes der Vertriebenen (BdV) präsentierten sich mit der Königsbrunner Fahne der (SL) v. l. Stadtpfarrer Bernd Leumann, Heinrich Bachmann, Fähnrich Herbert Kinzel, Bürgermeister Franz Feigl, Königsbrunn, 2. Bürgermeister Maximilian Wellner und Kreis – und Ortsobmann Kurt Aue. Bild: Walter Eichler

Bild 2
Stellvertretender Landesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bayerns Dietmar Heller aus Markt Rettenbach ging in seinem Grußwort auf die in Gang geratenen Versöhnungsgespräche zwischen Sudetendeutschen und der Tschechei ein. Bild: Kurt Aue



Bild 3
Knauer

Bayerns Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen Christian Knauer
mahnte an das man sich in den Vertriebenen Organisationen verstärkt um den Nachwuchs kümmern muss. Foto: Aue



Bild 4
Trautner

Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner lobte die Sudetendeutsche Landsmannschaft als Friedensstifter in Europa. Bild: Kurt Aue


Bild 5
Blasorchester
Mit Corona Regeln Abstand musizierte das Blasorchester Königsbrunn beim Festgottesdienst 70 Jahre Sudetendeutsche in Königsbrunn. Foto: Christa Eichler
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.AMH14 myheimat königsbrunner | Erschienen am 03.10.2020
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