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Königsbrunner Kammerorchester spielt erstes Open Air Konzert bei bestem Wetter

Foto: Regina Langhans-Oschwald
Am 20.7.2019 lud das Königsbrunner Kammerorchester unter der Leitung von Christoph Teichner bei schönstem Sommerwetter zu seinem ersten Klassik Open Air in den Innenhof der Schule an der Römerallee. Die rund 250 Zuhörer genossen in dem durch unzählige Lampions stimmungsvoll illuminierten Grün der Efeuranken und Bäume ein buntes musikalisches Programm aus Barock und Klassik. Zahlreiche Ehrengäste, wie der erste Bürgermeister Franz Feigl, die zweite Bürgermeisterin Barbara Jaser, etliche Stadtratsmitglieder und die Leitung der städtischen Musikschule gaben dem Orchester die Ehre. Eine festliche Ouvertüre von Johann Christian Bach (1735-1782), ursprünglich geschrieben für die Serenata theatrale “Endimione” –also eine Freiluftoper- eröffnete den Abend. Ins barocke Dresden entführte Johann David Heinichens Concerto für drei Flöten. Ins virtuose Spiel der Solistinnen Rita Strösser, Angela Stern und Leah Pientschik mischten sich schon bald die zahlreichen Vögelchen, die sich in den Ranken niedergelassen hatten. In Wolfgang Amadé Mozarts Posthornserenade KV 320 erklang ein heutzutage nicht mehr alltägliches Instrument solistisch: Markus Bley blies ein historisches Posthorn, im 18. Jahrhundert auf jeder Postkutsche im Einsatz, um der nächsten Poststation die baldige Ankunft des Wagens zu melden. Bevor sich die Zuhörer mit gekühlten Getränken erfrischen konnten, bot das Kammerorchester, nun erweitert um Becken und große Trommel, die Romanze des Wallersteiner Musikintendanten Ignaz von Beecke (1733-1803) mit ihrem Finale alla Turca.
Den zweiten Teil des Abends eröffnete Leopold Mozarts “Kindersinfonie”. Ursprünglich als Cassatio, also Abschlussmusik für das Fest am Ende des Sommersemesters der Salzburger Universität geschrieben, finden hier zahlreiche historische Berchtesgadener Kinderinstrumente Verwendung. Neben Ratsche, Trommerl und Kindertrompete leisten ein Kuckuck, eine Wachtel und viele Vogelpfeifchen ihren Beitrag. Nach Johann David Heinichens (1683-1729) Concerto in F für zwei Waldhörner mit den Solisten Markus Bley und Markus Memminger erfolgte als Höhepunkt eine Wiederuraufführung: Zum ersten Mal seit 1788 erklang die Serenade in D von Antonio Rosetti (1750-1792). Ursprünglich geschrieben für ein Gartenfest am Hof des Fürsten von Oettingen-Wallerstein überdauerten die historischen Notenhandschriften über 200 Jahre und wurden vom Leiter des Orchesters Christoph Teichner für das Open Air neu eingerichtet. Rosetti zeigt in dem zehnsätzigen Werk alle Klangfacetten eines Kammerorchesters: Auf einen Bläsermarsch folgt ein gefühlvolles Adagio für Streicher. Ein heiteres Allegretto präsentiert die volle Orchesterbesetzung mit Trompeten und Pauken bevor in einem Menuett mit drei Trios jeweils unterschiedliche Bläsersolisten ihr Können zeigen dürfen. Nach einem Satz mit Echo endet das Werk mit einem weiteren schwungvollen Finale alla Turca. Die begeisterten Zuhörer entließen das Orchester erst nach einer Zugabe.

Von Christoph Teichner
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.königsbrunner | Erschienen am 07.09.2019
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