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Berufliche Chancen für Behinderte

Für Sonderschulrektorin Ingrid Lanz von der Brunnenschule steht das Ziel schon jetzt fest: Gemeinsam mit dem Integrationsfachdienst möchte sie heuer mindestens einem ihrer Schulabsolventen ermöglichen, im allgemeinen Berufsleben Fuß zu fassen.

Das Ziel scheint leicht zu erreichen, doch die Zahlen und die Erfahrung sprechen dagegen. Im Jahr 2005 konnten bayernweit lediglich 14 von 1000 Schulabsolventen von Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis vermittelt werden. Die anderen Absolventen wurden in Werkstätten für behinderte Menschen vermittelt. Mit dem Projekt "Übergang Schule - Beruf" sollen jetzt bayernweit 50 weitere Vermittlungen geschafft werden. Die Projektkoordination hat das Integrationsamt, ein Teilbereich des Zentrum Bayern Familie und Soziales, übernommen.
Dem Integrationsfachdienst Schwaben kommt dabei eine wichtige Scharnierfunktion zu. Neben den Förderzentren sind auch die Regierung von Schwaben, der Bezirk und die Arbeitsagenturen an diesem Vorhaben beteiligt. Bereits in der elften Jahrgangsstufe wird überlegt, welche Schüler geeignet sein könnten, so Lanz. Dann werde gemeinsam zwischen Schule und den Eltern besprochen, ob der Schüler einen zeitlich vollen Arbeitseinsatz leisten kann. In der zwölften Jahrgangsstufe schließen sich Praktika bei Unternehmen an. Daraus könnten dann Arbeitsverhältnisse entstehen, zeigte sich Lanz zuversichtlich.
Dazu sei die praktische Begleitung bei Praktika und im ersten Jahr nach dem Arbeitsantritt ein entscheidender Baustein, in dem die Mitarbeiter des Integrationsfachdienstes ihre Dienste bestmöglich zum Wohl des Schülers und als Hilfestellung für den Betrieb übernehmen können.
Die Sonderschulrektorin sieht in dem engen Netzwerk aller Beteiligten einen markanten Erfolgsfaktor im Hintergrund der Arbeitsvermittlung. Für Robert Neuhauser vom Integrationsfachdienst kommt bei einer Vermittlung der Wille der Geschäftsleitung sich auf das Wagnis der Beschäftigung des Behinderten einzulassen und der Motivation der Kollegen am Arbeitsplatz, diesem neuen Mitarbeiter Vertrauen entgegen zu bringen und ihn gemeinsam zu tragen, die entscheidende Bedeutung zu. Damit erst könnte dem Arbeitseinsatz der notwendige Erfolg beschieden sein.
Die finanziellen Zuschüsse seien für diese Unternehmen zweitrangig, so Neuhauser. Fest steht, dass mittelständische Unternehmen, die noch vom Inhaber geführt werden, sich eher dieser gesellschaftlichen Verantwortung stellen, so Neuhauser.
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