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Köln / Zollstock: Freie Wähler fordern Ausstieg aus temporären Systembauten für Flüchtlinge.

Köln / Zollstock Die Freien Wähler fordern nachhaltige Unterbringung von Flüchtlingen und ein Ende der Anmietung teuerer „Container-Lösungen“, wie hier geplant in Zollstock am Kalscheurer Weg.
Köln: Zollstock |

(Köln / Rodenkirchen) Torsten Ilg (Freie Wähler) beantragt den Verzicht zum Bau einer geplanten temporären Flüchtlingseinrichtung in Systembauweise in Zollstock und fordert Alternativen:

„Zwei Jahre nach der großen Flüchtlingskrise sind in Deutschland rund 100.000 Plätze nicht belegt. Auch in NRW stehen von etwa 22.000 Plätzen knapp die Hälfte leer. In Köln sieht die Lage nicht anders aus. Die Stadt hat die Quote voll erfüllt, die Turnhallen sind geräumt. Weniger als ein Fünftel der Geflüchteten lebt derzeit noch in Sammelunterkünften. In Holweide bleiben 133 Plätze einer Einrichtung leer. Das Flüchtlingswohnheim in Raderberg taucht im aktuellen Flüchtlingsbericht schon gar nicht mehr auf. Es ist an der Zeit in nachhaltige Formen der Unterbringung und integrative Konzepte zu investieren und aus dem „Geschäftsmodell Systembauten“ endlich auszusteigen. Als Notlösung wurden solche „besseren Container“ nur für fünf Jahre genehmigt. Die Verleiher verdienen hier richtig Geld und die Stadt kann die Bauten hinterher noch nicht einmal behalten. Laut Stadt ist für den Betrieb auch noch gar kein Träger in Sicht, deshalb macht es keinen Sinn die Leute von einer Notlösung in die nächste zu schieben.“

Ilg fordert stattdessen die Aufstockung und städtische Unterstützung eines alternativen Projekts, das in der benachbarten „Indianersiedlung“ umgesetzt werden soll:

„Die Bewohner der Siedlung wollen sich kümmern. Das finde ich klasse. Man will dort eine altersgerechte Wohnanlage bauen. Vierzehn Häuser sollen unter tatkräftiger Mithilfe der späteren Bewohnern errichtet werden. Neben Flüchtlingen sollen andere auf dem Wohnungsmarkt Benachteiligte mitmachen können, zum Beispiel Alleinerziehende oder Familien. Dieses Projekt hat die volle Unterstützung der Stadt verdient. Stattdessen hält die Verwaltung trotz veränderter Lage, starrsinnig daran fest, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Siedlung eine phantasielose und klotzige Notlösung, ohne integrativen Anspruch aufzustellen. Wir haben dann irgendwann zwei Klassen von Flüchtlingen in unmittelbarer Nachbarschaft. Das ist nicht gut. Jeder zweite Asylbewerber hat mit Ablehnung seines Antrags und somit mit Abschiebung zu rechnen. Wenn wir abwarten bis wieder eine neue Flüchtlingswelle kommt, rücken solche Projekte erneut in den Hintergrund. Die Unterkunft soll ja erst Ende 2018 gebaut werden. Sollte sich die Lage bis dahin verschlechtern, kann man immer noch einen Systembau dort aufstellen“,

so Torsten Ilg in einer aktuellen Pressemitteilung.
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