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Konzert der Gefühle, 1. Solokonzert in Köln mit Seyran am 15.10.2017

      Köln: Altes Pfandhaus |

Seyran, der in Moskau ausgebildete Singer-Songwriter lebt seit 2005 in Köln und nach Veröffentlichungen in aserbaidschanischer, russischer, englischer und deutscher Sprache, gab er nun sein erstes Solokonzert mit seiner Band im „Altes Pfandhaus“ in Köln. Die Auswahl der Location war für dieses Konzert sehr gut ausgesucht und gewählt. Eine sehr gute Beleuchtung, dazu eine hervorragende Raumakustik. Es passte hier alles genial zusammen. Vor ausverkauftem Haus bekamen die Zuschauer bei jedem seiner vorgetragenen Songs Gänsehaut.

Der Saal hätte ruhig größer ausfallen dürfen, aber der bescheidene Seyran wollte es erst einmal in diesem Rahmen belassen. Hätte er vorher gewusst, wie erfolgreich er sein würde, er hätte sich vielleicht doch zu einer etwas Größeren Location entschieden.

Es war ein Konzert der Spitzenklasse, wie man es nicht alle Tage erlebt und Schlager.de war vor Ort um die Leser einmal darauf aufmerksam zu machen und es sich nicht entgehen lassen, wenn Seyran wieder einmal ein Konzert gibt.

Eine Flut von dermaßen gefühlvoll dargebotenen Songs prasselte auf die anwesenden Gäste ein. Man spürte förmlich die knisternde Atmosphäre die im Saal hing. Das Publikum war von den Darbietungen, die er mit seiner multikulturellen Band bot total begeistert und auch emotional berührt. Seyran war so im Einklang mit seiner Band, da passte wirklich einfach alles.

Allein schon die ersten Worte am Beginn des Konzertes von Miriam, die bereits hier das Publikum mit ihrer einfühlsamen und melancholischen Stimme in eine erwartungsvolle Stimmung versetzte und wirklich jeder der anwesenden Gäste fühlte sich, als wäre er Teil eines Films. Sie wurde dabei von Volcan Gucer, der auf der Flöte eine wunderschöne Untermalung hinzauberte. Für alle die den Text gerne lesen möchte, gibt es am Schluss die Fassung, die Seyran selbst geschrieben hat.

Dann kam Seyran auf die Bühne und man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so still wurde es. In seinem zwei stündigen Programm, brachte er seine Zuhörer immer wieder dazu, ihn mit tosendem Beifall zu überschütten und er verzauberte seine Zuhörer. Er nahm sie mit auf eine Reise durch den Orient und Europa. Die Art und Weise wie er seine Songs interpretiert, vorträgt und wie er seine eigenen Gefühle einbringt ist schon faszinierend.

Man kann durchaus seinen Worten Glauben schenken, wenn er sagt: „Ich lebe die Musik“. Mit jeder Faser seines Körpers und jeder seiner Bewegungen konnte man das spüren. Er begeisterte sein Publikum mit Liedern von der Liebe, den Träumen und der Lebenslust.
Er mischte geschickt Melodien aus dem Orient mit Klängen aus seiner Wahlheimat Deutschland. Der sympathische Künstler sieht sich selbst als Schnittstelle zwischen der westlichen und östlichen Welt – mit seiner Musik will er ein Zeichen für ein friedliches Miteinander setzen und Menschen verbinden.

Als Gäste hatte er die Sängerin Klara, die eine eigene Ballade präsentierte und dann noch ein Duett mit Seyran sang, die Bollywoodtänzerin Sabina und J-Da, die in ihrem roten Kleid alle Blicke auf sich zog. Mit ihr sang er auch einen wunderschönen Song im Duett.

Fazit des Abends:

Ein überaus gelungenes, sehr emotionales Konzert, das unbedingt nach einer Fortsetzung, dann jedoch in größerem Rahmen ruft.
Die aktuelle Single „Schutzengel“, die am 30. Oktober 2016 veröffentlicht wurde, lässt den Hörer einmal mehr in Seyrans Seele blicken: Ich bin so wie ich bin, und ich bin kein Politiker. Ich bin Musiker, ich bin Künstler und versuche, eine Brücke zwischen den Kulturen zu schlagen. Das ist mein Ziel, egal in welchem Land ich singe.

… und wer jetzt richtig neugierig geworden ist, sollte sich auch mal die Videos von Seyran auf Youtube anschauen. Wie z.B.

Seyran - Schutzengel
Seyran - Nur die Liebe zählt
Seyran - Ay Ay Ay mein Schatz

… hier zum Abschluss für alle die wissen möchten wie das Konzert begann, der Text im Original von Seyran geschrieben:

„Guten Abend liebe Freunde und Gäste. Aserbaidschan Land des Feuers, Hauptstadt Baku - Es war ein Ort, den die Perser „bad kube“ nannten - Stadt der Winde. Die Wellen des Kaspischen Meers brandeten an ihre Befestigungen, hinter ihr lagen die schneebedeckten Berge des Kaukasus. Händler, unterwegs auf der Seidenstraße, genossen hier den Schutz des Schahs, der in einem prächtigen Palast residierte. Karawansereien gab es und Dampfbäder, Moscheen und einen Jungfrauenturm, von dem sich einst eine Prinzessin ins Wasser gestürzt haben soll, um einer arrangierten Ehe zu entgehen, weil sie ihr Herz an einen anderen versprochen hat.

So klingen die alten Märchen. Und mit ein wenig Fantasie spürt man, in den verwinkelten Gassen der Altstadt Bakus, noch einen Hauch dieser vergangenen Zeit. Unser Lebensweg von uns ist wie ein Märchen, mit eigenen, spannenden Geschichten. So wie die Geschichte von diesem Weltenbummler Künstler Seyran, der in der Stadt der Winde, am Kaspischen Meer geboren wurde. Das ehemalige sowjetische Land Aserbaidschan war schon damals multikulturell, im Fernsehen konnte man russische, indische, brasilianische, türkische TV Serien sehen und sich die Welt als Aserbaidschaner anders vorstellen.

Melodien in diesen Liebesfilmen haben Seyran sehr fasziniert und inspiriert, dass er schon als Kind, er war ca. 5 Jahre alt, angefangen hat, am Klavier seiner Mutter, genau die Melodien von diesen TV Serien nachzuspielen. Seitdem wurde die Liebe zur Musik in ihm verewigt.

Das war seine musikalische Märchenwelt wo er sich immer wieder gefunden hatte… Als Teenie galt seine große Liebe den Tieren, gerade deshalb hatte er geträumt, dass er als Erwachsener ein Tierarzt wird und für alle Strassenhunde, für die er ständig aus dem Kühlschrank der Mutter Fleisch geklaut hat, für ein großes Tierheim. Aber sein Weg war anderes bestimmt, mit Höhen und Tiefen, mit Gutem und Bösem, mit Liebe in den Augen und dem unsterblichen Traum im Herz.

Guten Abend liebe Freunde und Gäste. Wir wünschen euch viel Spaß bei der spannenden Lebensreise aus der windigen Stadt Baku, nach - 0 Grad Stadt Moskau, aus Moskau nach zu der 1001 Stadt Istanbul und letztendlich nach viel Kulturellem zur Stadt Köln.

Zum Beginn des 2. Teils über das Leben von Seyran.

Ende der 90er war der Zustand in Aserbaidschan wegen des Krieges zwischen Armenien nicht gut. Deshalb hatte meine Mutter sich entschlossen, mit uns nach Deutschland umzuziehen, wo wir auf der sicheren Seite wären. Ich wollte aber nicht mitgehen und entschloss mich deshalb alleine zu Bekannten nach Moskau, Stadt Metropole zu gehen um da mein musikalisches Glück zu suchen. Ich war frei und mutig wie der Wind. Russisch war meine zweite Muttersprache, das öffnete mir viele Türen und genau nach einem Jahr stand ich mit großen russischen Stars auf der gleichen Bühne um meine Lieder zu singen.

Doch plötzlich wurde ihm bewusst und klar, wie in Wirklichkeit bei den großen Stars das Showbiz Backstage tickt. Ich war ein sensibler freundlicher Delfin im Ozean zwischen großen Haifischen. Aber ich wollte nie so sein wie die anderen, ich wollte mich nie verlieren und meine Prinzipien überschreiten.

Moskau war zu mir immer sehr nett und freundlich, trotz seine - 0 Grad. Ich hatte ein kleines Zimmer gemietet bei einer russischen Oma. Meine Matratze war aus alten Jacken und Hemden gebastelt, ich hatte nachts einen 8 Stunden Job in einem russischen 24 Stunden Markt und vormittags ging ich zur Musik Akademie.

Meine Ziele waren mir Wichtiger als meine Umgebung zum Wohnen. 4 Jahre waren schnell um und ich hatte große Sehnsucht nach meiner Mutter und meinem Bruder. Trotz, dass wir in diesen 4 Jahren jeden Tag telefoniert haben, wurde mir immer wieder klar, dass ich in Russland nicht alt werden möchte. Nach vielen Kämpfen und Monaten mit den Botschaften, hatte ich endlich mein Visum um nach Deutschland zu kommen und konnte zu meiner Familie umziehen. Ohne die Sprache in einem fremden Land bist Du niemand. Ich hatte mich erst einmal darauf konzentriert die Sprache zu lernen, die ich seltsam unmelodisch für meine Ohren damals empfunden habe.

In der Zwischenzeit hatte ich immer wieder die ehemaligen Sowjet Länder mit Auftritten bereist und meine Lieder präsentiert. Das öffnete mir Türen in die türkische Welt, wo ich damals einen Plattenvertrag in Istanbul bekommen hatte. Istanbul ist eine Märchenstadt, wie Aladdin oder 1001 Nacht, mit so einer unglaublichen Geschichte und Architektur.

Eine Stadt mit so vielen Ecken und Kanten, wo man immer wieder neue Inspirationen bekommt. Unabhängig von der orientalischen Mentalität, Politik und Oberflächlichkeit im Musikgeschäft, habe ich diese Stadt geliebt und genossen. Ich hatte immer wieder gute Menschen getroffen, auch die Liebe, Träume verwirklicht. Aber es zog mich wieder zurück nach Köln zu meiner Familie. Ich hatte angefangen als Kursleiter im Fitness Bereich zu arbeiten um da meine Entertainment Seite auszuleben. Sport ist die Welt, in der Disziplin, Motivation und Kommunikation ein wichtiger Bestandteil ist, so wie auch in der Musikwelt. In beiden Berufen geht es um Geben und Nehmen, Andere glücklich zu machen, zu motivieren, zu inspirieren und dadurch auch selber glücklich zu werden.

Meine Kursteilnehmer haben mir beigebracht ich selbst zu sein, ohne Starallüren und so meine Wurzeln nie zu vergessen. Dafür Danke an euch Alle. Durch die Fitness Kurse habe ich in einem für mich damals fremden Land viele tolle Freunde und Menschen kennen gelernt und ins Herzen geschlossen. Vielleicht ist es euch nicht bewusst, aber jeder von euch hat mich inspiriert und genau so wie ich euch, habt ihr mich motiviert. So ist auch mein 1. Deutsches Album „Nur die Liebe zählt“ entstanden.

Die Liebe öffnet alle Türen in der ganzen Welt, ob Du die Sprache des Landes kennst oder nicht. Unsere Herzen sind so linguistisch begabt, dass Einzige was wir machen müssen ist, unsere Herzen öffnen, nur so können dich andere verstehen.
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