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Aktionstag des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zum Fall der Berliner Mauer. Teil 3.

Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989. DDR-Reisepass. Zeichnung von Maxi Herta Altrogge.
              Nanu? wird mancher jetzt denken. Der 9. November ist doch noch ein Dreivierteljahr hin.

Gäbe es den RBB nicht, hätte ich es auch nicht gewusst. Am 5. Februar 2018 ist ein so genannter "Zirkeltag", das heißt, an diesem Tag existiert die Berliner Mauer genau so lange nicht mehr, wie sie vorher existierte.
Aus diesem Grund erinnert der Sender schon die ganze Woche mit verschiedenen Beiträgen daran.

Mich hat diese Aktion inspiriert, eine kleine Abhandlung über die Geschichte der Mauer zu verfassen. Teil 3: Die Jahre 1991 bis 2017/So erlebte ich den Fall der Berliner Mauer.



20. Mai 1991: Zwanzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Tödliche Vergangenheit". Ermittler: Günter Lamprecht als Franz Markowitz.

16. Juni 1991: Erstausstrahlung der 139. Folge der DDR-Gerichtsfall-Fernsehserie "Der Staatsanwalt hat das Wort" unter dem Titel "Verliebt – verloren". Hier werden erstmals innerhalb der Serie die dramatischen Ereignisse um den 9. November 1989 thematisiert.

20. Juni 1991: Antrag "Vollendung der Einheit Deutschlands", mit dem Inhalt, den künftigen Regierungssitz in Berlin zu etablieren, parteiübergreifend von prominenten Bundestagsabgeordneten formuliert und eingebracht. Das Ergebnis geht mit 185 zu 151 Stimmen für Berlin aus.

7. Juli 1991: Einundzwanzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Tini". Ermittler: Günter Lamprecht als Franz Markowitz.

13. August 1991: Aus Anlass des 30. Jahrestages des Mauerbaus beschließt der Berliner Senat die Errichtung einer "Erinnerungs- und Gedenkstätte". Danach beginnt eine heftige Debatte in der Berliner Öffentlichkeit. Die Sophien-Gemeinde und das Lazarus-Krankenhaus wenden sich entschieden gegen eine Gedenkstätte. Die in der Bernauer Straße residierende Versöhnungsgemeinde wiederum setzt sich genauso entschieden dafür ein. Die beteiligten Bezirke Berlin-Mitte und Wedding reagieren zunächst zurückhaltend.

Unfrieden um das Mauererbe gab es im Sommer 1991. Laut Aussage einiger Künstler, die Segmente der einstigen DDR-Grenzbefestigung im Rahmen des Projektes East Side Gallery künstlerisch gestaltetet hatten, seien ihre Werke ohne ihre Genehmigung von einer Werbeagentur vermarktet worden. Man fühlte sich um zustehende Leistungshonorare betrogen.

22. September 1991: Zweiundzwanzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Blutwurstwalzer". Ermittler: Günter Lamprecht als Franz Markowitz.

Herbst 1991: Ein Jahr nach der Wiedervereinigung ist das deutsch-deutsche Verhältnis an einem Tiefpunkt angelangt: "I want my wall back" ("Ich will meine Mauer wieder") ist einer der populärsten T-Shirt-Aufdrucke jener Tage.

6. Februar 1992: Der erste Gesamtberliner Senat bestätigt die Unterdenkmalstellung des 1,3 Kilometer langen Grenzabschnitts in der Bernauer Straße im Berliner Bezirk Friedrichshain vom 2. Oktober 1990. Auf den dortigen Mauersegmenten befindet sich unter anderem das berühmte Zungenkuss-Gemälde mit Honecker und Breschnew und dem Untertitel "Mein Gott, hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben".

Juni 1992: Das Deutsche Historische Museum übernimmt als Nutzungsberechtigter die Bestandssicherung des Denkmals. Die von der Errichtung der Gedenkstätte betroffenen Partner werden zu einem Gespräch eingeladen. Es gelingt, die Grundlagen für die Ausschreibung eines Gestaltungswettbewerbes festzulegen. Die Bundesregierung stellt die notwendigen Finanzmittel dafür bereit. Die Sophien-Gemeinde bleibt allerdings bei ihrer ablehnenden Haltung.

17. September 1992: Auf Sat.1 geht die Krimiserie "Wolffs Revier" an den Start. Ex-DDR-Fernsehstar Jürgen Heinrich löst als Kriminalhauptkommissar Andreas Wolff Fälle im zusammenwachsenden Berlin der Neunziger Jahre.

2. Oktober 1992: Als Rechtsnachfolger des Ost-Berliner Magistrats wird das Land Berlin zum Eigentümer des seinerzeitigen Grenzareals, auf dem die Gedenkstätte entstehen soll. Bis dahin war die Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolger angesehen worden. Zur konkreten Umsetzung des Vorhabens beginnen Verhandlungen zwischen dem Land Berlin und der Sophien-Gemeinde.

1992 brachte das Land Berlin den "Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Grundstücke an der innerdeutschen Grenze und der Grundstücke von Zwangsausgesiedelten" beim Bundesrat ein.

10. Januar 1993: Dreiundzwanzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Berlin – beste Lage". Ermittler: Günter Lamprecht als Franz Markowitz.

2. Februar 1993: Der Berliner Senat billigt das Konzept eines Koordinationsgremiums zur Schaffung der Gedenkstätte Berliner Mauer.

25. April 1993: Vierundzwanzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Tod einer alten Frau". Ermittler: Günter Lamprecht als Franz Markowitz.

Oktober 1993: Das Land Berlin und die Sophien-Gemeinde schließen eine Vereinbarung, in der die Rahmenbedingungen für die Errichtung der Gedenkstätte festgelegt werden.

6. Februar 1994: Fünfundzwanzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Die Sache Baryschna". Ermittler: Günter Lamprecht als Franz Markowitz.

April – August 1994: Das Deutsche Historische Museum schreibt den Wettbewerb zur Gestaltung der Gedenkstätte Berliner Mauer aus. 259 Arbeiten werden zugelassen.

12. Juni 1994: Der amerikanische Präsident Bill Clinton hält vor dem Brandenburger Tor eine Rede anlässlich des Abzuges der amerikanischen Truppen aus Berlin.

8. Juli 1994: In dem Film "Fünfkampf" – Originaltitel "Pentathlon" – spielt Dolph Lundgreen einen aus der DDR in die USA geflüchteten Spitzensportler. Welcher es nach dem Fall der Berliner Mauer mit seinem ehemaligen DDR-Trainer zu tun bekam. Dieser war vom vormals strammen SED-Parteigenossen zu einem Rechtsterroristen "mutiert" und plante Terroranschläge, um die Öffentlichkeit mürbe zu machen für die Errichtung eines autoritären Führerstaates.

Im August 1994 wurden in den Vatikanischen Gärten einige Mauersegmente mit der aufgemalten Sankt-Michaels-Kirche aufgestellt.

4. September 1994: Sechsundzwanzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Geschlossene Akten". Ermittler: Günter Lamprecht als Franz Markowitz.

Oktober 1994: Der Wettbewerb zur Gestaltung der Gedenkstätte Berliner Mauer bringt keinen eindeutigen Sieger hervor. Drei Arbeiten werden gleichberechtigt mit dem zweiten Preis prämiert. Fünf weitere Entwürfe werden angekauft.

2. November 1994: Auf Initiative des Landes Berlin vom 11. Mai 1994 brachte der Bundesrat an jenem Tag den Entwurf eines "Gesetzes zur Einbeziehung der Mauer- und Grenzgrundstücke in das Vermögensgesetz" ein.

1995: Rückübertragung des Grundstücks der ehemaligen Versöhnungskirche zur Sakralnutzung.

12. März 1995: Siebenundzwanzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Endstation". Ermittler: Günter Lamprecht als Franz Markowitz.

Juli 1995: Die Bundesregierung entscheidet in Absprache mit dem Land Berlin, den Gestaltungsentwurf des Stuttgarter Architekturbüros Kohlhoff & Kohlhoff zu verwirklichen.

22. November 1995: Rückkehr der Glocken der seinerzeitigen Versöhnungskirche zu Bußtag. Gleichzeitig auch Rückkehr des Altars, die Homepage der Versöhnungsgemeinde schreibt von einem Holzaufsatz.

9. Juni 1996: Achtundzwanzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Tod im Jaguar". Ermittler: Winfried Glatzeder und Robinson Reichel als Ernst Roiter und Michail Zorowski.

15. Juli 1996: Erst das Gesetz über den Verkauf von Mauer- und Grenzgrundstücken an die früheren Eigentümer, kurz Mauergrundstücksgesetz, regelte, dass ein enteigneter Eigentümer sein Objekt nur dann zurückerhält, wenn er dafür 25 Prozent des aktuellen Verkehrswertes bezahlt und der Bund sie nicht für dringende eigene öffentliche Zwecke verwenden oder im öffentlichen Interesse an Dritte veräußern will. In diesem Fall entschädigt der Bund die ehemaligen Eigentümer mit 75 Prozent des Grundstückswertes.

28. Juli 1996: Neunundzwanzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Der Phoenix-Deal". Ermittler: Winfried Glatzeder und Robinson Reichel als Ernst Roiter und Michail Zorowski.

13. Oktober 1996: Dreißigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Buntes Wasser". Ermittler: Winfried Glatzeder und Robinson Reichel als Ernst Roiter und Michail Zorowski.

10. November 1996: Einunddreißigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Krokodilwächter". Ermittler: Winfried Glatzeder und Robinson Reichel als Ernst Roiter und Michail Zorowski.

1996: Auswahl der Berliner Architekten Rudolf Reitermann und Peter Sassenroth.
Ihre Aufgabe: Die geretteten Glocken und der Altar der künftigen Kapelle der Versöhnung sollen am ursprünglichen Ort wieder in Gebrauch genommen werden.

April 1997: Das Bauamt Berlin-Mitte und die Sophien-Gemeinde veranlassen die Entfernung von 32 Mauersegmenten zum Schutz von Massengräbern aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, die sich angeblich unter den Segmenten befinden sollen.

Mai – November 1997: Beginn der Bauarbeiten zur Umsetzung des Gestaltungsentwurfes von Kohlhoff & Kohlhoff. Das Land Berlin kündigt die Errichtung eines Dokumentationszentrums zur Ergänzung des Denkmals an.

25. Mai 1997: Zweiunddreißigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Mordsgeschäfte". Ermittler: Winfried Glatzeder und Robinson Reichel als Ernst Roiter und Michail Zorowski.

10. August 1997: Dreiunddreißigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Schlüssel zum Mord". Ermittler: Winfried Glatzeder und Robinson Reichel als Ernst Roiter und Michail Zorowski.

August 1997: Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, Wolfgang Huber, schlägt als Gesamtkonzept vor: Gedenkstätte, Dokumentationszentrum, "Kapelle der Versöhnung".

7. September 1997: Vierunddreißigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Geld oder Leben". Ermittler: Winfried Glatzeder und Robinson Reichel als Ernst Roiter und Michail Zorowski.

28. September 1997: Fünfunddreißigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Eiskalt". Ermittler: Winfried Glatzeder und Robinson Reichel als Ernst Roiter und Michail Zorowski.

24. Oktober 1997: Auf dem einstigen Todesstreifen entsteht das futuristische Geschäftszentrum Berlins. Als erstes Gebäude des gesamten Ensembles wird das debis-Haus der Daimler-Benz-Tochter debis, später Atrium Tower genannt, eingeweiht.

9. November 1997: Symbolische Grundsteinlegung für die Gedenkstätte Berliner Mauer.

22. Januar 1998: Die Deutsche Post gibt eine Briefmarke mit dem Motiv der Glienicker Brücke zwischen Potsdam und dem Bezirk Berlin-Wannsee, ehemals West-Berlin, heraus.

23. März 1998: Gerichtsmediziner-Serien begannen in jener Zeit international zu boomen. So wagte sich auch das ZDF an ein solches Projekt und landete einen Riesenerfolg: "Der letzte Zeuge", Erstausstrahlung der ersten Folge an diesem Tag. Ein Dreierteam, bestehend aus den beiden Gerichtsmedizinern Dr. Robert Kolmaar (Ulrich Mühe), Dr. Judith Sommer (Gesine Cukrowski) und dem Kriminalhauptkommissar Johannes "Joe" Hoffer (Jörg Gudzuhn), lösen gemeinsam Fälle. Immer wieder tauchte in den Handlungsfäden auch der Themenkomplex DDR-Mauer-Stasi auf.

5. April 1998: Sechsunddreißigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Blick in den Abgrund". Ermittler: Winfried Glatzeder und Robinson Reichel als Ernst Roiter und Michail Zorowski.

13. Juli 1998: Siebenunddreißigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Ein Hauch von Hollywood". Ermittler: Winfried Glatzeder und Robinson Reichel als Ernst Roiter und Michail Zorowski.

13. August 1998: Eröffnung der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße. Der Mauerrest ist insgesamt 200 Meter lang.
Die Mauer als solche ist zu diesem Zeitpunkt bereits weitestgehend abgerissen; die von Berlin-Touristen wahrscheinlich am häufigsten gestellte Frage lautet: "Wo war die Mauer?"

16. August 1998: Achtunddreißigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Der zweite Mann". Ermittler: Winfried Glatzeder und Robinson Reichel als Ernst Roiter und Michail Zorowski.

22. November 1998: Neununddreißigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Berliner Weiße". Ermittler: Winfried Glatzeder und Robinson Reichel als Ernst Roiter und Michail Zorowski.

1998: Vorstellung des Genehmigungs-Entwurfs für die Kapelle der Versöhnung.

Die Parlamentarier des Deutschen Bundestages übersiedeln vom Bonner Bundestag in das revitalisierte Berliner Reichstagsgebäude. Am 19. April 1999 fand die symbolische Schlüsselübergabe an den Präsidenten des Deutschen Bundestages sowie eine erste Plenarsitzung statt. Fortan sprach man von der "Berliner Republik".

23. April 1999: Der Berliner Senat lässt zum wiederholten Male Mauerteile entfernen. Von den ursprünglich 116 Mauersegmenten stehen jetzt nur noch zwei geteilte Abschnitte mit einmal 15 und einmal fünf Segmenten.

23. Mai 1999: Zu Pfingsten Grundsteinlegung für die Kapelle der Versöhnung. Die Glocken läuten wieder.

25. Juli 1999: Vierzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Dagoberts Enkel". Ermittler: Stefan Jürgens und Dominic Raacke als Robert Hellmann und Till Ritter.

25. August – 18. Oktober 1999: Bau des Stampflehmkörpers der Kapelle der Versöhnung durch Martin Rauch aus Vorarlberg in Österreich mit Unterstützung von Lehm Klud/Mecklenburg, Lehmprojekt/Dresden, LuKa-Lehmbau/Leipzig, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Denkmalpflege e.V. und Netzwerk offene Häuser e.V.. Freiwillige Helfer aus elf Ländern West- und Osteuropas beteiligen sich daran.

9. November 1999: Zehnter Jahrestag des Mauerfalls.
Eröffnung des Dokumentationszentrums der Gedenkstätte Berliner Mauer.
Richtfest der Kapelle der Versöhnung, der historische Altar ist wieder aufgebaut.
Aufnahme der Versöhnungsgemeinde in die Nagelkreuzgemeinschaft und Übergabe der Skulptur Reconciliation, zu Deutsch Versöhnung, durch Vertreter der Kathedrale von Coventry.

10. November 1999: An der Glienicker Brücke wird die Bronzeskulptur "Nike 89" des Bildhauers Wieland Förster feierlich enthüllt.

12. Dezember 1999: Einundvierzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Tödliches Labyrinth". Ermittler: Stefan Jürgens und Dominic Raacke als Robert Hellmann und Till Ritter.

19. Dezember 1999: Seit dem 4. Advent finden die Gottesdienste der Versöhnungsgemeinde in der Versöhnungskapelle statt.

Dezember 1999: Erstausstrahlung von "Sonnenallee", deutsche Filmkomödie von Leander Haußmann. Sie thematisiert das Leben Ost-Berliner Jugendlicher der 1970-er Jahre im Schatten der Berliner Mauer.
Der darin aufgeführte Tanz zu den Klängen von "Get It On" von T-Rex, der nach kürzester Zeit Kultstatus erreichte, verfügt übrigens über kein reales Vorbild aus DDR-Zeiten, sondern wurde eigens für den Film kreiert.

1. Januar 2000: Bezirksreform in Berlin: Aus 23 werden zwölf. Damit sind die Strukturen der geteilten Stadt nun endgültig Geschichte.

13. Februar 2000: Zweiundvierzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Blüten aus Werder". Ermittler: Stefan Jürgens und Dominic Raacke als Robert Hellmann und Till Ritter.

Februar 2000: Erste Taufe in der Kapelle der Versöhnung.

4. Juni 2000: Dreiundvierzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Von Bullen und Bären". Ermittler: Stefan Jürgens und Dominic Raacke als Robert Hellmann und Till Ritter.

14. Juni 2000: Auf dem Potsdamer Platz wird das Sony Center, ein siebenteiliger, futuristischer Gebäudekomplex, als Europazentrale von Sony eröffnet.

18. Juni 2000: Zu Trinitatis erstes Gemeindefest in der neuen Versöhnungskapelle.

9. Juli 2000: Vierundvierzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Das letzte Rodeo". Ermittler: Stefan Jürgens und Dominic Raacke als Robert Hellmann und Till Ritter.

20. August 2000: Fünfundvierzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Der Trippler". Ermittler: Stefan Jürgens und Dominic Raacke als Robert Hellmann und Till Ritter.

9. November 2000: Auf dem Gelände des ehemaligen Todesstreifens wird die Kapelle der Versöhnung eingeweiht. Der neue Lehmaltar ist aufgestellt.

21. Januar 2001: Auf Sat.1 Erstausstrahlung von "Der Tunnel". Zweiteiliges Filmdrama um einen tatsächlich gewesenen Fluchttunnel unter der Berliner Mauer. In den Hauptrollen Heino Ferch und Sebastian Koch sowie als Gegenspieler Krüger Uwe Kockisch.

25. März 2001: Sechsundvierzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Berliner Bärchen". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

8. Juli 2001: Siebenundvierzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Der lange Arm des Zufalls". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

5. August 2001: Achtundvierzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Tot bist Du!". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

13. August 2001: Die offizielle Gedenkfeier aus Anlass des 40. Jahrestages des Baues der Berliner Mauer bezieht die Gedenkstätte Berliner Mauer ein. Es findet ein ökumenischer Gottesdienst mit Georg Kardinal Sterzinsky und Generalsuperintendent Martin Michael Passauer in Anwesenheit des Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse und des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit statt. Ausstellungseröffnung im Dokumentationszentrum und Kranzniederlegung an der Gedenkstätte durch den Bundeskanzler Gerhard Schröder und den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit.

11. Oktober 2001: Das Berliner Abgeordnetenhaus beschließt den Berliner Mauerweg entlang des Mauerstreifens um das gesamte frühere West-Berlin.

Im Dezember 2001 stellt der Haushaltsausschuss des Bundestages aus dem Mauergrundstücksfond Mittel für das Dokumentationszentrum im ehemaligen Gemeindehaus bereit, die für eine fünfjährige Sicherung der inhaltlichen Arbeit sowie den behindertengerechten Umbau des Gebäudes und den Neubau eines Besucher-Aussichtsturms festgelegt sind.
Durch den neu errichteten Turm wird den Besuchern der Blick auf die Denkmalsanlage "Gedenkstätte Berliner Mauer" und die historische Umgebung der Bernauer Straße ermöglicht.

24. März 2002: Neunundvierzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Zahltag". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

Im ehemaligen Grenzstreifen bei Teltow-Sigridshorst, wo dank einer Benefizaktion der japanischen TV-Asahi-Group tausende Kirschbäume stehen, findet seit 2002 jährlich ein Kirschblütenfest nach japanischem Vorbild statt.

15. Juni 2002: Nach 40 Jahren wird in Berlin der S-Bahn-Ring wieder geschlossen.

18. August 2002: Fünfzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Filmriss". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

3. Oktober 2002: Nach zwei Jahren Restaurierung wird das Brandenburger Tor enthüllt.

15. Dezember 2002: Einundfünfzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Zartbitterschokolade". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

9. Februar 2003: Zweiundfünfzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Die Liebe und ihr Preis". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

28. Mai – 1. Juni 2003: Ökumenischer Kirchentag in Berlin. Die Kapelle der Versöhnung ist der "Ort der Ruhe".

23. Juni 2003: Feierliche Einweihung des Besucherturms und Wiedereröffnung des Hauses in der Gedenkstätte Berliner Mauer.

6. Juli 2003: Dreiundfünfzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Rosenholz". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

27. August 2003: Ersterscheinung des kanadischen Sozialdramas "Gaz Bar Blues": Im Jahr 1989 ist der Betreiber Brochu einer kleinen Tankstelle in Québec in Schwierigkeiten. Die großen Tankstellen machen starke Konkurrenz, die Behörden bauen bürokratische Hürden und keiner der beiden Söhne hat großes Interesse, Nachfolger des in die Jahre gekommenen Vaters zu werden. Der ältere der beiden Söhne nimmt den Fall der Mauer in Berlin zum Anlass, aus dem Alltag in der Tankstelle zu fliehen und reist nach Berlin.

2. Oktober 2003: Die deutsche Tragikomödie "Herr Lehmann" erscheint. Inhalt: Das beschauliche Leben des West-Berliner Überlebenskünstlers Frank Lehmann wird durch den Fall der Berliner Mauer gehörig durcheinandergewirbelt.

26. Oktober 2003: Vierundfünfzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Dschungelbrüder". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

4. Januar 2004: Fünfundfünfzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Eine ehrliche Haut". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

9. Mai 2004: Sechsundfünfzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Der vierte Mann". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

9. November 2004: Genau 15 Jahre nach dem Fall der Mauer geht der letzte Prozess gegen DDR-Grenzsoldaten im Rahmen der so genannten Mauerschützenprozesse mit einem Schuldspruch zu Ende.

13. März 2005: Siebenundfünfzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Todesbrücke". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

13. April 2005: Erstausstrahlung des 2004 gedrehten deutschen Fernsehfilms "Der Stich des Skorpion" auf ARD. Der Politthriller ist angelehnt an die Autobiografie des realen Fluchthelfers Wolfgang Welsch, gespielt von Jörg Schüttauf. Beim Ministerium für Staatssicherheit der DDR war Operation "Skorpion" die Codebezeichnung für den Auftrag, Welsch zu ermorden.

5. Juli 2005: Die 1.065 Mauerkreuze am Checkpoint Charlie werden entfernt.

16. Oktober 2005: Achtundfünfzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Leiden wie ein Tier". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

2006: Unter dem Motto "Deutschland – Land der Ideen" wurden auf Anregung des Bundespräsidenten Horst Köhler 365 Orte in ganz Deutschland ausgewählt, um das Land in der Welt zu präsentieren. Die Versöhnungskapelle war dabei.

17. April 2006: Neunundfünfzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Kunstfehler". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

2006: Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Gesamt-Berlin erweist sich als hervorragender Gastgeber für die Welt, die Schlagworte vom "Weltmeister der Herzen" und dem "Sommermärchen" machen die Runde.

20. Juni 2006: Der Berliner Senat tagt unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit in der Bernauer Straße 111. Das Gremium legt ein integriertes "Gesamtkonzept zur Erinnerung an die Berliner Mauer" vor.

29. September 2006: Ersterscheinung des deutschen Fernsehfilms "Die Mauer – Berlin '61".

19. November 2006: Sechzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Liebe macht blind". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

2007: Berlin hat jetzt im Gegensatz zu Mauer und Brandenburger Tor auch eine positiv besetzte weltweite "Marke": Eisbär Knut.

25. März 2007: Einundsechzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Dornröschens Rache". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

28. September 2007: Auf Arte deutsche Erstausstrahlung des zweiteiligen Mauerdramas "Die Frau vom Checkpoint Charlie" mit Veronika Ferres in der Hauptrolle.
Die echte Tochter der "Checkpoint-Frau" ist DDR-Fernsehinsidern als die Darstellerin der Birgit Hoffmann aus der Familienserie "Geschichten übern Gartenzaun" bekannt.

3. Oktober 2007: Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit sendet die ARD erstmals die Tragikomödie "Heimweh nach drüben". Inhalt: Dem loyalen DDR-Bürger Stephan Busemann, verkörpert von "Berufssachse" Wolfgang Stumph, wird eine Reise zu seinem Bruder im Westen gestattet. Was Stephan nicht weiß: Sein Sohn Martin flüchtet am gleichen Tag mit seiner Frau Bettina per Heißluftballon in den Westen. Das Material dafür hatte ihm ausgerechnet er besorgt. Somit galt Busemann als Fluchthelfer und konnte nicht mehr zurück in die DDR.

26. November 2007: "Die Todesautomatik" ist ein Drama der Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft und des ZDF über den Fluchthelfer Michael Gartenschläger und die Selbstschussanlagen an der innerdeutschen Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Der Film basiert auf den Handlungen Gartenschlägers, der beim Versuch, eine Selbstschussanlage an der Grenze abzumontieren, 1976 durch ein Spezialkommando des Ministeriums für Staatssicherheit erschossen wurde. Seine Premiere feierte der Film am 3. Oktober 2007 beim Filmfest Hamburg und wurde zum ersten Mal im ZDF am 26. November 2007 im Fernsehen gezeigt.

9. Dezember 2007: Zweiundsechzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Schleichendes Gift". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

16. März 2008: Dreiundsechzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Tod einer Heuschrecke". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

31. August 2008: Vierundsechzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Blinder Glaube". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

11. September 2008: Das Abgeordnetenhaus von Berlin beschließt, zum Jahrestag des Falls der Berliner Mauer am 9. November 2008 die Gedenkstätte Berliner Mauer und die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde in der landeseigenen Stiftung Berliner Mauer zusammenzufassen.

19. April 2009: Fünfundsechzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Oben und unten". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

Anlässlich des zweiten runden Jahrestages des Mauerfalls übergab die "Bild"-Zeitung jedem Bundesland ein Originalsegment der Mauer. Begonnen wurde diese Aktion am 17. September 2009 im Saarland. Die Mauersegmente befinden sich mit einer entsprechenden Plakette versehen regelmäßig in der Nähe des jeweiligen Landtages.

22. September 2009: Auf SAT.1 Erstausstrahlung des Spielfilms "Böseckendorf – Die Nacht, in der ein Dorf verschwand". Nach einer wahren Begebenheit: Die Schikanen der DDR-Behörden gegen Menschen, die in Dörfern an der innerdeutschen Grenze leben und bei denen latente Fluchtgefahr besteht, werden im Mauerbau-Jahr 1961 nahezu unerträglich. Somit organisieren schließlich 53 Personen aus 14 Familien ihre Flucht in den Westen.

25. September 2009: Konzert des klassischen Cellisten Xavier Philipps in der Kapelle der Versöhnung. Phillips ist Schüler von Mstislaw Rostropowitsch, der kurz nach der Maueröffnung in Berlin im Grenzstreifen spontan ein Konzert gab.

29. September 2009: Bundespräsident Horst Köhler in der Kapelle der Versöhnung an der ehemaligen Berliner Grenze.

29. Oktober 2009: Die Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller, in deren Biografie Grenzen ebenfalls eine bedeutsame Rolle spielten, liest in der Gedenkstätte Berliner Mauer.

1. November 2009: Sechsundsechzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Schweinegeld". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

9. November 2009: An der Bernauer Straße Ecke Gartenstraße wird das Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer eröffnet, in dem man sich über das gesamte Gedenkstättengelände informieren kann.
Ehrengast ist der ehemalige polnische Bürgerrechts-Anführer, Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa, ohne dessen Einsatz auch die deutsche Geschichte wahrscheinlich anders verlaufen wäre.

19. November 2009: "Liebe Mauer" ist eine romantische Tragikomödie von Regisseur und Drehbuchautor Peter Timm. In den deutschen Kinos startete der Film am 19. November 2009. Felicitas Woll und Maxim Mehmet spielen die Hauptrollen.

"Mauerhase", polnischer Originaltitel: "Królik po Berlińsku", ist ein deutsch-polnischer fiktionaler Dokumentarfilm, modern auch "Fake-Doku" genannt, über das Schicksal der im Todesstreifen während der deutsch-deutschen Teilung lebenden Wildkaninchen. Der Dokumentarfilm war 2010 für den Oscar in der Kategorie Bester Kurzdokumentarfilm nominiert.
Der Film beschreibt die Zeit der Teilung aus der Sicht der Kaninchen, denen die eigentliche Bedeutung der Vorgänge an der innerdeutschen Grenze verborgen und fremd bleibt. Sie gehen davon aus, dass die Mauer zu ihrer Sicherheit gebaut wurde.
Für die Kaninchen ist die Zeit der Teilung eine glückliche, da sie im Todesstreifen weitestgehend unberührt und frei von natürlichen Feinden leben können. Nach dem Fall der Mauer sind die Kaninchen gezwungen, sich im Westen zurechtzufinden.
Erscheinungsdatum: 4. Dezember 2009 (Polen).
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mauerhase, Abruf vom 30. März 2018)

24. Mai 2010: Siebenundsechzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Hitchcock und Frau Wernicke". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

26. Juni 2010: Auf dem "Festival Großes Fernsehen" der Landesanstalt für Medien NRW feiert das zweiteilige deutsche Geschichtsdrama "Go West – Freiheit um jeden Preis" seine Premiere. Jugendliche planen im Jahr 1984 ihre Flucht aus der DDR.

26. September 2010: Achtundsechzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Die Unmöglichkeit, sich den Tod vorzustellen". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

3. April 2011: Neunundsechzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Edel sei der Mensch und gesund". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

13. August 2011: Die Errichtung der Berliner Mauer liegt nun ein halbes Jahrhundert zurück.
Bundespräsident Christian Wulff übergab im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern aller Verfassungsorgane, darunter Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sowie zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens, darunter der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, von Opferverbänden, Zeitzeugen und Aufarbeitungsarbeitungsinitiativen sowie rund 30.000 Menschen den neuen, pünktlich fertig gestellten Kernbereich der erweiterten Mauer-Gedenkstätte zwischen Acker- und Brunnenstraße der Öffentlichkeit.

23. Oktober 2011: Siebzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Mauerpark". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

1. April 2012: Einundsiebzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Alles hat seinen Preis". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

18. Juni 2012: Außenausstellung der Gedenkstätte Berliner Mauer: Abschluss der Planungs- und Baukoordination für das dritte Baumodul beziehungsweise die bauliche Durchführung in den Abschnitten zwischen Ruppiner und Swinemünder Straße und zwischen Swinemünder und Wolliner Straße.

18. November 2012: Zweiundsiebzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Dinge, die noch zu tun sind". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

6. Januar 2013: Dreiundsiebzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Machtlos". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

19. Juni 2013: US-Präsident Barack Obama spricht auf dem Pariser Platz in Berlin.

8. September 2013: Vierundsiebzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Gegen den Kopf". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

16. Dezember 2013: Egon Bahr und Rolf Schneider im Dialog: Diskussion anlässlich des 50. Jahrestages des Passierscheinabkommens im Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer. Als Sprecher des damaligen Regierenden Bürgermeisters von West-Berlin, Willy Brandt, war Egon Bahr maßgeblich an der Entwicklung des Abkommens beteiligt. Sein Gesprächspartner, der Autor und Schriftsteller Rolf Schneider, erlebte die Auswirkungen des Abkommens als Journalist in der DDR.
(Quelle: https://www.stiftung-berliner-mauer.de/de/uploads/... Abruf vom 21. November 2018)

9. Februar 2014: Fünfundsiebzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Großer schwarzer Vogel". Ermittler: Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Till Ritter und Felix Stark.

Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls markierten 6.880 weiße Ballons einen Teil des ehemaligen Mauerverlaufs als Kunstinstallation Lichtgrenze vom 7. bis 9. November 2014.

9. November 2014: Zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls werden der letzte Teilabschnitt der Außenausstellung und die neue Dauerausstellung "1961 | 1989. Die Berliner Mauer" im renovierten Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer eröffnet.

16. November 2014: Sechsundsiebzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Vielleicht". Ermittler: Boris Aljinovic als Felix Stark.

4., 5. und 7. Januar 2015: Erstausstrahlung der ersten Staffel des sechsteiligen ZDF-Fernsehfilms "Tannbach – Schicksal eines Dorfes". Er handelt in zwei Staffeln von dem fiktiven Dorf "Tannbach" an der bayerisch-thüringischen Grenze und seiner Entwicklung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Da das Dorf teils im "Osten" und teils im "Westen" liegt, weil der Tannbach zur Grenze erklärt wurde, findet sich in ihm das Schicksal der Bevölkerung des geteilten Deutschlands zur Zeit des Kalten Krieges wieder. Reales Vorbild für "Tannbach" war das Dorf Mödlareuth.

22. März 2015: Siebenundsiebzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Das Muli". Ermittler: Meret Becker und Robert Karow als Nina Rubin und Mark Waschke.

2. August 2015: In Barcelona feiert die US-amerikanische Agenten-Action-Komödie "Codename U.N.C.L.E." ihre Welturaufführung. Der Film ist eine Kinoadaption der Agenten-Serie "Solo für O.N.C.E.L." aus den 1960-er Jahren.
Im Jahr 1963 reist der ehemalige Meisterdieb und jetzige CIA-Agent Napoleon Solo nach Ost-Berlin. Dort sucht er die Kfz-Mechanikerin Gaby Teller auf und eröffnet ihr, dass ihr Vater Udo Teller, Waffen-Wissenschaftler für die Nazis, nach dem Krieg für die Amerikaner arbeitete und in den USA ein neues Leben führte, bis er vor kurzem verschwand. Es wird vermutet, dass er für eine internationale Verbrecherorganisation eine Atombombe entwickelt, die ohne die bisherige Uran-Anreicherung funktioniert. Um Udo Teller zurückzuholen, soll Gaby mit Solo in den Westen fliehen. Da beide abgehört werden, starten sie direkt ihre Flucht nach West-Berlin. Dabei versucht der KGB-Agent Illya Kuryakin sie aufzuhalten, scheitert jedoch an der Berliner Mauer.
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Codename_U.N.C.L.E., Abruf vom 29. November 2018)

4. Oktober 2015: Auf dem 53. New York Film Festival wird der amerikanisch-deutsche Steven-Spielberg-Film "Bridge of Spies – Der Unterhändler", Arbeitstitel: "St. James Place", präsentiert. US-Kinostart: 16. Oktober 2015, Deutschland-Premiere: 26. November 2015.
Die Handlung beschreibt den Agentenaustausch von Rudolf Abel gegen gegen Francis Gary Powers am 10. Februar 1962 auf der Glienicker Brücke. In der Hauptrolle des Verteidigers James B. Donovan Tom Hanks.

15. November 2015: Achtundsiebzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Ätzend". Ermittler: Meret Becker und Robert Karow als Nina Rubin und Mark Waschke.

20. März 2016: Premiere auf ZDF für den dreiteiligen Fernsehfilm "Ku'damm 56". Geschichten um eine Tanzschule im alten West-Berlin der 1950-er Jahre.

5. Juni 2016: Neunundsiebzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Wir – Ihr – Sie". Ermittler: Meret Becker und Robert Karow als Nina Rubin und Mark Waschke.

11. Dezember 2016: Achtzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Dunkelfeld". Ermittler: Meret Becker und Robert Karow als Nina Rubin und Mark Waschke.

17. Januar 2017: "Kundschafter des Friedens" ist eine deutsche Spionagekomödie von Robert Thalheim um vier gealterte Stasi-Agenten und ihren ehemaligen Gegenspieler beim BND. Mitwirkende: Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Thomas Thieme, Winfried Glatzeder, Jürgen Prochnow, Walter Kreye, Florian Panzner, Jevgenij Sitochin, Michele Oliveri.
In der sehr emotionalen Schlussszene wird Anspielung genommen auf die seinerzeitigen Agentenaustausche auf der Glienicker Brücke.

5. Juni 2017: Einundachtzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Amour Fou". Ermittler: Meret Becker und Robert Karow als Nina Rubin und Mark Waschke.

10. Dezember 2017: Zweiundachtzigster Berlin-"Tatort" unter dem Titel "Dein Name sei Harbinger". Ermittler: Meret Becker und Robert Karow als Nina Rubin und Mark Waschke.

5. Februar 2018: "Zirkeltag". Ab diesem Tag war die Mauer genauso viele Tage geöffnet beziehungsweise verschwunden, wie sie vorher unpassierbar war.



Ich machte einen Moment Pause, bevor ich die letzte Hausaufgabe für den nächsten Tag begann. Als ich mich von meinem Platz erhob, um dafür das Physikbuch und das Physikheft aus dem Regal zu holen, sah ich per Zufall vom Fenster aus, wie Nachbarin Anne Paul von schräg gegenüber eiligen Schrittes die Straße überquerte. Sie lief nicht, sie rannte, sofern das bei ihren Körpermassen möglich war. "Frau Müller, die Grenze ist offen!" rief sie bereits von der Mitte der Straße aus Großmutter zu, die noch irgendetwas im Vorgarten arbeitete. Dann beobachtete ich, wie sie an den Gartenzaun trat und Großmutter wild gestikulierend etwas erzählte, das ich akustisch nicht verstand.
Wer weiß, was das wieder für eine Ente ist, dachte ich. Natürlich, die Grenze ist offen. Und außerdem ist im Garten hinterm Haus ein UFO gelandet, weil die kleinen, grünen Männchen auf der Milchstraße falsch abgebogen sind und sich jetzt nach dem Weg erkundigen wollen. Politische Umbruchszeiten scheinen ja der ideale Nährboden für Gerüchte und Falschmeldungen zu sein. Ich erinnerte mich, wie Großmutter vor ein paar Tagen erzählt hatte, dass es kurz vor Ende des Krieges und in der Zeit danach genau dasselbe war.
Als ich der Neugier halber ein zweites Mal aus dem Fenster sah, debattierten die beiden immer noch miteinander. Ich bekam nun auch ein paar Satzfetzen mit. Sie handelten von einer Pressekonferenz, während deren Verlauf überhaupt nichts Neues herausgekommen wäre, die jedoch mit einer Riesensensation geendet hätte.
"So, 'ch wille ma wedder newergehe", meinte Frau Paul schließlich. "Vielleicht bringen die ja noch ärchendwas. 'ch ka 's je selwer noch näch ganz gloowe. Also, machen ses gut!"

Kurz vor um Acht saßen wir bei Großmutter in der Stube, wo im Fernsehen der ARD lief. Wie üblich beim Fernsehen Großmutter auf dem Sofa, Mutter im Sessel unter dem Fenster und ich in Großvaters altem Sessel.
Auf dem Bildschirm erschien die Fernsehuhr, welche die letzten Sekunden bis zur vollen Stunde abzählte. Gongschlag. Der Schriftzug "Tagesschau" vor der Weltkarte im Hintergrund erschien. "Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau."
Es folgte die Signation. Gleich als Erstes kam ein Beitrag über eine Pressekonferenz im Internationalen Pressezentrum in der Ost-Berliner Mohrenstraße. Exakt um 18:53 Uhr soll es eine Meldung über die sofortige Öffnung der Grenzen zur Bundesrepublik und West-Berlin gegeben haben, welche um 18:57 Uhr erstmals vom DDR-Fernsehen übertragen wurde.
Der entsprechende Beitrag wurde eingespielt. Kurz vor Schluss der bis dahin laut Meldung unspektakulären Pressekonferenz bringt der Vertreter der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, Riccardo Ehrmann, das Thema Reisegesetzgebung auf.
Schwenk der Kamera auf Schabowski, welcher in der Mitte eines Präsidiumstischs zu sehen war. "Und deshalb haben wir uns dazu entschlossen", verkündete er, "heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen."
Das ist doch nicht wahr, dachte ich.
Frage eines Journalisten: "Ab wann tritt das in Kraft?"
Schabowski: "Bitte?"
Frage: "Ab sofort?"
Schabowski: "Also, Genossen, mir ist das hier also mitgeteilt worden" – er setzte seine Brille auf, blätterte in seinen Unterlagen und zog einen Zettel hervor – "dass eine solche Mitteilung heute schon verbreitet worden ist. Sie müsste eigentlich in Ihrem Besitz sein. Also:
'Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen – Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse – beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Pass- und Meldewesen der VPKÄ – der Volkspolizei-Kreisämter in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne dass dabei noch geltende Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD erfolgen. Damit entfällt die vorübergehend ermöglichte Erteilung von entsprechenden Genehmigungen in Auslandsvertretungen der DDR bzw. die ständige Ausreise mit dem Personalausweis der DDR über Drittstaaten.'
Die Passfrage kann ich jetzt nicht beantworten. Das ist auch eine technische Frage. Ich weiß ja nicht, die Pässe müssen ja, ... also damit jeder im Besitz eines Passes ist, überhaupt erst mal ausgegeben werden. Wir wollten aber ..."
Ein anderes Mitglied des Präsidiums fiel ihm unverständlich ins Wort.
Frage: "Wann tritt das in Kraft?"
Schabowski blätterte laut raschelnd und sichtlich nervös in seinen Papieren. "Das tritt nach meiner Kenntnis ... ist das sofort, unverzüglich", stammelte er. Danach blätterte er wieder in seinen Unterlagen.
Im Saal entstand ein leiser Tumult. Eine neue Frage tauchte auf: "Sie haben nur BRD gesagt, gilt das auch für West-Berlin?"
Schabowski nahm wieder das Blatt zur Hand "Wie die Presseabteilung des Ministeriums ..., hat der Ministerrat beschlossen, dass bis zum Inkrafttreten einer entsprechenden gesetzlichen Regelung durch die Volkskammer diese Übergangsregelung in Kraft gesetzt wird", teilte er mit.
Frage aus dem Podium: "Gilt das auch für West-Berlin?"
Schabowski zuckte mit den Schultern, sah wieder in seine Papiere: "Also, ..., doch, doch: 'Die ständige Ausreise kann über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD bzw. zu Berlin-West erfolgen.'"

Die Nachrichtensendung, welche sich nur mit dem einen Thema beschäftigt hatte, war vorüber. Ich stand auf und schaltete den Fernseher aus. "Na, dürfen wir denn da jetzt einfach so in den Westen?" stellte Großmutter anschließend eine Frage, auf die sie vermutlich keine Antwort erwartete.

"Wie war das damals eigentlich an jenem legendären 13. August 1961?" fragte ich Mutter, als wir wieder unten in der Küche waren.
"Es war ein Sonntag wie jeder andere. August, Sommer, Ferien. Ich hatte das Abitur gut bestanden und genoss die Ferien in vollen Zügen. Frei von allem Prüfungsdruck, frei von dem Schulstress. Wir waren in der Küche. Opa, Oma und ich hatten gemeinsam gefrühstückt und räumten nun alles weg. Später Vormittag. Das Radio lief nebenbei, sonntägliche Sendungen mit musikalischen Ohrwürmern für jedermann, Rudolf Schock, Willi Schneider, 'Glocken läuten, Sonntag ist ...', ein Lied, das jeden Sonntag die gleiche Stimmung herüberbrachte. Hessischer Rundfunk, Norddeutscher Rundfunk, unsere 'Haus-Sender', die wir täglich hörten, die wir liebten und wegen der realistischen Berichterstattung sehr schätzten. Gongschlag. 'Sie hören die Nachrichten.' Mich interessierten sie nicht sonderlich – ich war in Ferienstimmung und in Sonntagslaune! 'Berlin. In Ost-Berlin hat man heute Morgen begonnen, an der Zonengrenze eine Mauer zu setzen. ...'
Ich hörte es ... und begriff nicht, sah ratlos Oma und Opa an. Ich stand neben dem Radio, stellte das Geschirr ab, wagte kaum zu atmen, hörte zu. Auch Oma und Opa standen wie versteinert in der Küche. Detailliert berichtete der Nachrichtensprecher über den Fortgang des Mauerbaues.
Themawechsel im Radio. Wir hörten nichts, standen wie erstarrt und sahen uns wortlos an. 'Eine Mauer durch Berlin?' brachte ich heraus.
Oma kamen die Tränen: 'Die können uns doch nicht einmauern! Walter, sag' du doch was!'
'Ach, es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird', meinte Opa in seiner legendären Ruhe. Aber dann zog es ihn doch in den Garten, und er hielt nach dem Nachbar Wilhelm Ausschau. Er hatte gerade die Schweine und die Hühner gefüttert und kam sofort an den Gartenzaun, als er uns sah, denn wir waren Opa gefolgt. 'Wilhelm, hast du das von Berlin gehört???'
'Jo, Wolder, ich haas noch gar nech glowe genne! Enne Mauer! Das lassn de Amis nech zu! Do kaste dich droff verlasse!' schimpfte er in seinem eigentümlichen Dialekt.
'Und wenn die Russen schießen?' warf Oma aufgeregt ein.
'Och was, de Amis lassn das nech zu!' beteuerte Nachbar Wilhelm."
"War Onkel Bernd damals nicht auch dabei?" warf ich eine Zwischenfrage auf.
"Ja, deswegen haben wir uns auch große Sorgen gemacht. Wir debattierten dann noch lange am Gartenzaun. Dann packte Oma wieder die Angst: 'Alle Kampfgruppen sind auch dabei! Wenn Bernd ...' Sie schloss den Satz nicht ab, ging ins Haus. Onkel Bernd lebte damals schon mit Tante Ilse in Berlin und gehörte der Kampfgruppe an. Erst am späten Abend brachte Frau Sönecke, es war eine Nachbarin, die damals in der Straße wohnte und als eine von ganz wenigen schon Telefon hatte, die relativ befreiende Nachricht: 'Bernd ist zwar mit dabei, ist auch bewaffnet, aber die müssen nur den Fortgang der Bauarbeiten schützen.'
'Das können die doch nicht machen!' und 'Das lassen die Amis nicht zu!' waren die Sätze, die wir, jeder von uns, in unregelmäßigen Abständen wiederholten. Am späten Abend brachte uns Frau Sönecke dann noch einmal eine Nachricht: 'Schumanns aus der Schillerstraße sind heute Nachmittag 'in Urlaub an die Ostsee' gefahren, mit allen vier Kindern', und sie blinzelte dabei vielsagend. Nun bangten wir alle, dass ihnen die Flucht nach dem Westen noch gelingen möge."
Mutter hatte knapp aufgehört zu erzählen, da klingelte das Haustelefon. Ich lief hin und nahm den Hörer ab. "Schnell! Kommt rauf zum Fernsehen!" schrie Großmutter. "Ihr ahnt ja gar nicht, was in Berlin los ist!"
Wir ließen alles stehen und liegen, warfen die Tür hinter uns zu und eilten die Treppe hinauf.

Einige Stunden später. Berlin war nicht mehr wiederzuerkennen. Leute sangen auf den Straßen: "So ein Tag, so wunderschön wie heute ..." Sekt schoss aus unzähligen Flaschen, hinterließ sprudelnde Fontänen. Unzählige Feuer spritzende Wunderkerzen erleuchteten die Nacht.
Die Kamera schaltete zum Grenzübergang Bornholmer Straße. Wieder passierte ein Trabbi die Kontrollstelle. Ein Westdeutscher sprang auf die Kühlerhaube und fuhr im Schneidersitz als eine Art lebende Kühlerfigur wenige Meter darauf mit.
Ihm folgte ein weiterer Trabant-Fahrer. Er fragte aus dem Autofenster heraus einen West-Berliner Zollbeamten etwas ungläubig: "Bin ich wirklich im Westen?"
Das Bild wechselte. Eine Frau auf dem Platz vor dem Reichstagsgebäude, die offensichtlich von dem Reporter zuvor gefragt wurde, ob sie im Westen bleibt, sagte: "Ich gehe auf jeden Fall zurück, weil ich an dieses Land glaube und ich will es einfach bloß sehen, die wunderbare Stimmung hier und diese Stadt, die ich all diese Jahre vermisst habe."
Eine andere Frau brach in Tränen aus: "Die ganzen Demütigungen der Jahre, alles ist vorbei. Wir haben uns nun wiedergefunden."
Ein Mann stammelte völlig kopflos: "Ich habe davon gehört, bin ins Auto gestiegen, hierhergefahren, ..." Weiter kam er nicht.
"Ich glaub, ich träume, das kann doch alles nicht wahr sein", brach es aus einer Frau Mitte Zwanzig völlig atemlos vor der Kamera heraus.
"Wahnsinn, Waaaahnsinn!!!" brüllten ein paar Leute in das Objektiv hinein.
"28 Jahre – det is die Stunde!" rief ein junger Mann die Existenzdauer des Bauwerkes in Gedächtnis.
"Auf einmal waren wir auf dem Ku'damm, keine Ahnung, wie wir da hingekommen sind. Es war wie im Film, wir konnten es gar nicht fassen", erzählte eine Frau Mitte Dreißig, die mit ihrem Ehemann da war. Und nach einem kurzen Moment des Schweigens: "Unsere kleinen Kinder sind noch drüben. Wenn die jetzt die Grenzstellen wieder schließen, dann sehen wir sie nie wieder."
Die Frau hat Unrecht, ging es mir in diesem Moment durch den Kopf. Was da passiert ist, kann keine Regierung und keine Stasi mehr rückgängig machen.
Die Kamera schaltete wieder auf den Platz vor dem Reichstagsgebäude um. "Was haben Sie heute Abend denn schon alles gemacht?" sprach der Reporter ein Ehepaar an.
Die Frau antwortete: "Anderthalb Stunden sind wir in West-Berlin gewesen. Wir sind mit vielen Hinweisen zum Ku'damm gefahren und bis zur Gedächtniskirche gelaufen. Dann haben wir uns am Kranzler Eck umgesehen, wie die Stimmung so ist. Es hat uns phantastisch gefallen!"
"Und werden Sie auch wieder in die DDR zurückkehren?" fragte dann der Journalist.
"Ja, natürlich. Unsere Kinder warten zu Hause. Aber erstmal schauen wir uns Berlin an."
"Waaaahnsinn!!! Waaaaaahnsinn!!!"
"Wir hatten drüben erst ein paar Probleme gehabt. Sie wollten das Tor vor Mitternacht nicht aufmachen. Einige Tausend warteten. Die ersten mussten Zählkarten ausfüllen, die nächsten bekamen noch einen Stempel in den Personalausweis, die übrigen wurden nur noch durchgewunken. Es gab überhaupt keine Kontrollen mehr", schilderte der Mann von einem Ehepaar um die Fünfzig den Verlauf der Grenzöffnung.
Ein Taxi-Fahrer, der der Automarke nach auch aus der DDR zu kommen schien, erzählte aus seinem Fahrzeug heraus: "Iwa Funk hab ick jehört, dass man an der Bornholmer Straße und der Sonnenallee riwakommt. Der Grenzer hat einfach einen Stempel in den Ausweis gemacht. Dann hab ick jefragt: Darf ick denn ooch wieda zurück? Na wenn Se möchten, hat er jesagt." "Mensch, ick gloob, ick spinne!" rief jemand, der nur ganz kurz im Bild war.
"So was habe ich noch nicht erlebt!" hielt die Kamera ebenfalls nur ganz kurz ein weiteres Statement fest.
Wieder hörte man: "So ein Tag, so wunderschön wie heute …"
Ein älterer Mann brach vor der Kamera in Tränen aus: "Ich habe gesehen, wie die Mauer gebaut worden ist – und jetzt erlebe ich, wie sie wieder abgerissen wird."
Die West-Berliner Nahverkehrslinien fuhren die ganze Nacht gratis, erfuhren die Zuschauer vor den Bildschirmen. Auch McDonalds legte Sonderschichten ein, die bis zum nächsten Morgen andauern sollten.
Auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor fragte der Journalist ein Ehepaar, ob es die Grenzöffnung nutzen will, um drüben zu bleiben. Die Frau antwortete: "Nee, nur mal rüwa un kieken, 'n Kudamm seh'n. Morjen jehts wieda in de Arweed."
"Waaaahnsinn, Waaaaahnsinn, Waaaahnsinn!!!! brüllten gleich mehrere Leute, bis ihre Kehlen heiser waren.
"Komisch, de Maua is viel weenija breet, als ma det frija imma jegloobt haam", rief als nächstes ein Mann.
Erneut hörte man "So ein Tag, so wunderschön wie heute". Das Lied schien die Hymne des Tages zu sein, dachte ich. In West-Berlin gab es Gratis-Würstchen gegen das Vorzeigen des DDR-Ausweises, berichtete derweil der Journalist.
Die Straße am Brandenburger Tor auf westlicher Seite, die zum Gedenken an den Aufstand von 1953 im Ostteil der Stadt "Straße des 17. Juni" hieß, wurde kurzerhand in "Straße des 9. November" umbenannt. An mehreren Laternenmasten wurden Schilder mit dieser Aufschrift angebracht.
"Zuerst hamm wa een bisken Angst jehabt, dat die schießen", erzählte eine Frau. "Awa die denkn jar nich dran."
Bildwechsel zur Mauer. Unzählige Menschen waren inzwischen auf den breiten Streifen auf ihr geklettert, die so genannte "Mauerkrone", wie dem Reporter zufolge die exakte architektonische Bezeichnung lautete. Laut seiner Angabe waren es mittlerweile Tausende Berliner aus Ost und West, die sich über die gesamte Länge des Bauwerks rund um Berlin verteilten. Sie stießen mit russischem Sekt aus der DDR und Champagner aus dem Westen an, hatte der Journalist inzwischen auch schon erfahren.
Wieder kam ein Grenzübergang ins Bild. Westler bespritzten die DDR-Autos, die ihn passierten, mit riesigen Flaschen Sekt, trommelten begeistert mit den flachen Händen auf die Dächer der Fahrzeuge. Auch schwarz-rot-goldene Fahnen wurden in diesen Augenblicken auf westlicher Seite geschwenkt. Im Gegenzug hupte jedes DDR-Auto laut, nachdem es die Grenzlinie überschritten hatte.
Die Kamera schaltete auf den Kurfürstendamm, das dreikommafünf Kilometer lange "Schaufenster des Westens", eines der Zentren dieser Nacht. Ein paar Bürger der DDR wurden gefragt, welche Einkäufe sie in den nächsten Tagen im Westen tätigen werden. Südfrüchte, Schmuck, Kosmetikartikel und Elektrogeräte fielen als Antworten.
Wieder schaltete die Kamera zu einem Grenzübergang um. Die ersten Worte einer Frau nach dem Übertritt in den Westen: "Guten Abend – ich werd' verrückt!"
70.000 Leute sollen in dieser Nacht unterwegs sein, erzählte der Sprecher als Nächstes.
Aus der allgemeinen Jubelstimmung heraus war auf einmal eine Parole zu vernehmen: "Visafrei bis Hawaii! Visafrei bis Hawaii!"
Wieder gab es ein Bild auf die Mauer, auf der sich immer mehr Menschen zu versammeln schienen. Gerade wurden an verschiedenen Stellen wieder ein paar Leute von denen hoch gezerrt, die bereits oben standen. "Vier Meter ist die Mauer hoch", kommentierte es der Reporter, "doch das hält in dieser Nacht die Menschen nicht davon ab, sie in Unmassen zu besteigen."
"So ein Tag, so wunderschön wie heute ..."
Erneut stellte der Reporter die Frage an ein Ehepaar, ob es die Gelegenheit nutzen will, gleich im Westen zu bleiben. "Bloß schnell ma rüwakieken", antwortete die Frau, "bevoa die sich det andas üwalejen un die Grenze wieda dicht machen!"
"Mensch, ick werd' wahnsinnig, ick werd' verrückt!" wurde in die Kamera gerufen, gefolgt von "Wahnsinn, ick gloob's nich!"
Feuerwerksraketen explodierten in der Luft.
"So ein Tag, so wunderschön wie heute ..."
Immer paradoxere Bilder waren im Fernsehen zu sehen. Leute kletterten über Absperrzäune, Grenzpolizisten standen reglos daneben und taten so, als würden sie es nicht sehen. Berliner stiegen auf das Dach einer Ost-Berliner Wachkabine. Der diensthabende Grenzpolizist nahm es ohne Regung zur Kenntnis.
Wieder schaltete die Kamera zur Mauer. Es wurde eine Szene eingeblendet, die all das Unglaubliche des Abends, das bisher schon jedes Fassungsvermögen bei weitem überstieg, noch einmal in den Schatten stellte. Ich stand kurz davor, wie ein Geistesgestörter loszulachen. Etliche Männer hatten sich von irgendwoher Spitzhacken besorgt und schlugen damit wie besessen auf das verhasste Bauwerk ein. Laut hörte man die Metallwerkzeuge klimpern, trotz des hohen Lärmpegels herum. Das ist doch nicht wahr, dachte ich. Das ist doch nicht wahr. Das ist vollkommen verrückt. Das kann doch einfach nicht möglich sein. Das ist doch völlig außerhalb jeglichen Vorstellungsvermögens.
Der Berichterstatter vor Ort hatte inzwischen aufgehört, zu kommentieren. Stattdessen zeigte man nur Menschenmassen, wie sie in den Westen strömen, ohne ein einziges Wort, musikalisch unterlegt von "What A Wounderful World" von Louis Armstrong.

Die Uhr zeigte bereits kurz nach um Eins, als Mutter und ich wieder in unserer Küche unten ankamen.
Ich ging noch mal in mein Zimmer, entnahm mein altes Geschichtsbuch aus der 5. Klasse aus dem Regal und schlug das Kapitel über Ägypten auf. Es ist komisch, dachte ich. Wer weiß, wann ich da mal hinkomme. Aber irgendwie erscheint jetzt mit einem Schlage alles machbar.



Wegen des Zeichenlimits sind die Quellenangaben als Grafikdateien eingefügt.
(Nachträge:
Gleich nach https://www.stiftung-berliner-mauer.de/de/uploads/...: https://de.wikipedia.org/wiki/Codename_U.N.C.L.E)
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3 Kommentare
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Romi Romberg aus Berlin | 02.02.2018 | 22:31  
17.142
Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 03.02.2018 | 15:01  
6.333
Christoph Altrogge aus Kölleda | 07.02.2018 | 18:11  
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