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Kindheitslexikon: Haus und Garten

Unser Haus


Als die Familie meiner Großmutter mütterlicherseits, Helene Müller, Anfang des 20. Jahrhunderts nach Kölleda kam, hatte sie zunächst in verschiedenen Unterkünften gelebt.

Eine davon war das Anwesen, in welches Jahrzehnte später der Altstoffhandel rein kam. Ich kann mich noch erinnern, dass sie, wenn man in dem Hof stand, auf eine Reihe Fenster im ersten Stock in nordwestlicher Richtung zeigte.

Irgendwann später zog die Familie dann um in das Eckhaus direkt gegenüber vom späteren "Treppen-Konsum", was aber auch damals schon ein Lebensmittelgeschäft war.

Eine weitere Unterkunft lag im Haus direkt neben der Bäckerei Triebel auf dem Roßplatz, Richtung Backleber Tor.

Unser Haus ist 1928 errichtet worden. Es war das erste in der Straße, das fertig wurde. Daher bekam es auch die Hausnummer 1. Für die Errichtung zeichnete bereits das Ehepaar Walter und Helene Müller verantwortlich.

Den alten historischen Küchenherd meiner Großmutter ließen nach unserem Wegzug die Nachbesitzer unseres Hauses ins örtliche Heimatmuseum überführen.

Unsere Gärten


Ich kann mich erinnern, immer wenn wir im Garten Samen in die Erde gesteckt und das Ganze angegossen hatten, legten wir noch einen alten Sack darüber, damit sich die Feuchtigkeit hielt.

Manche Gärtner pflanzten Gemüsesorten im Frühjahr zeitversetzt im Abstand von etwa einer Woche, 14 Tagen. Damit sie dann über einen längeren Zeitraum ernten konnten. Meine Großmutter machte das zum Beispiel mit unseren Zuckererbsen.

Über die sehr nützliche Funktion von Tierdung im Garten gab es unter den Privatgärtenbesitzern unserer Gegend ein Sprichwort: "Mist ist der heilige Christ!"

Besonders schön war die Stimmung in unserem Garten im September. Wenn die Sonne sehr intensiv schien und irgendwie so eine Stille herrschte. Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, sehe ich unsere Gartenlaube, die Rückseite unseres Hühnerstalls, die Astern am Garten-Ende, schon unter dem Schatten der benachbarten Scheune und unseres Wallnussstrauches gelegen.

Die Petersilie im Garten überwinterten wir, indem wir einen ziemlich großen, breiten Futtertrog über sie drüberstülpten. An der Seite schoben wir noch einen Stein darunter, dass sie "atmen" konnte.

Den Grünkohl erntete Großmutter immer erst dann, wenn der erste Frost darüber gekommen war. Das machte ihn besonders schmackhaft.
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4 Kommentare
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Wolfgang H. Zerulla aus Burgwedel | 09.05.2016 | 22:39  
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Christoph Altrogge aus Kölleda | 10.05.2016 | 20:48  
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Wolfgang H. Zerulla aus Burgwedel | 10.05.2016 | 21:06  
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Christoph Altrogge aus Kölleda | 10.05.2016 | 23:06  
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