KlettgauGalerie: Interview mit der polnischen Künstlerin Marta Kawiorska

Klettgau: KlettgauGalerie | Am 5.5. 2013 um 14 Uhr eröffnet die KlettgauGalerie feierlich mit einer Vernissage die Ausstellung der Künstlerin Marta Kawiorska. Ihre faszinierenden Werke präsentierte die Polin den Besuchern bereits in einer Preview, nun wird ihre ganze Bilder-Serie zu sehen sein. Das Motto der Ausstellung ist "Zwischen den Räumen". Ihr Wirken und Werken erläutert die Künstlerin in einem spannenden Interview:

Interview mit Marta Kawiorska: “Meine Umgebung inspiriert mich“

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?
Dies geschah ganz natürlich. Meine Eltern waren Künstler: meine Mutter eine Schauspielerin und mein Vater ein Maler. Somit war Kunst in meinem Leben und in meinem Elternhaus allgegenwärtig. Als Kind habe ich sehr viel gezeichnet und war davon überzeugt, talentiert zu sein, sodass meine Eltern, besonders mein Vater, für mich eine Ausbildung an einer weiterführenden Kunstschule anstrebten. Obwohl ich mich damals nicht durchringen konnte, der Richtung meines Vaters zu folgen, beschloss ich, nach dem Gymnasialabschluss Malerei zu studieren.

Welches sind die wichtigsten Meilensteine in Ihrer künstlerischen Laufbahn?
Ich denke nicht wirklich, dass es schon solche Momente gab, wobei der Erhalt zweier Stipendien zweifellos ein signifikanter Erfolg für mich war. Das erste, das “Prof. Janina Kraupe-Swiderska-Stipendium“, wurde mir noch während meines Studiums verliehen. Ebenso prägend war das Künstlerstipendium der Stadt Krakau, welches ich im Abschlussjahr meines Studiums 2009 erhielt.+

Welcher berühmte Künstler/in der Geschichte hat Sie begeistert oder inspiriert?
Ich habe schon immer die Gemälde großer Meister der Renaissance verehrt, besonders die Porträts von Hans Memling und von Hans Holbein dem Jüngeren. Sie bewegen mich spirituell und scheinen die Ewigkeit auszudrücken. Unter den zeitgenössischen Künstlern schätze ich besonders Mark Rothko und den polnischen Künstler Jerzy Nowosielski. Ich würde sagen, dass Nowosielski meine Werke in bestimmten Phasen meiner künstlerischen Arbeit sehr beeinflusst hat. Ich stehe außerdem unter dem starken Einfluss von Picassos Persönlichkeit und Kreativität, besonders mag ich die Arbeiten aus den klassischen Perioden seiner künstlerischen Aktivitäten.

Wo holen Sie sich Ihre Inspiration?
Inspiration hole ich mir aus meiner Umgebung, von den Straßen der Städte, die ich besuche.

Wie entsteht Ihre Kunst?
Die meisten meiner Arbeiten basieren auf Fotografien, die ich während meiner Reisen mache. Während ich einen mir unbekannten Ort besuche, konzentriere ich mich besonders auf die optischen Aspekte, auf die Besonderheiten. In diesem Erregungszustand meiner Wahrnehmung erkenne ich die Vielfältigkeit inspirierender Motive, die später von mir analysiert und dann auf die Leinwand übertragen werden.

Mit welchen Materialien arbeiten Sie am liebsten?
Meine Lieblingstechnik ist Öl auf Leinwand. Manchmal benutze ich auch Acrylfarben oder fertige kleine Aquarell- oder Gouachemalereien an.

Wie viel Zeit beansprucht die Kunst in Ihrem Alltag?
Das hängt von mehreren Faktoren ab, wie viel Zeit ich für meine Kunst in Anspruch nehmen kann. Wenn ich mich voll auf die Arbeit konzentrieren kann und keine Nebentätigkeiten vollführe, dann male ich im Durchschnitt fünf Stunden pro Tag. Mal mehr, mal weniger. Ich arbeite immer sehr langsam und vorsichtig, deshalb benötige ich eine gewisse Zeit zur Fertigstellung der Werke.

Gibt es ein Werk, das Ihnen besonders am Herzen liegt? Wenn ja, welches?
Neben den Porträts, welche ich bereits erwähnt habe, gibt es explizit drei Werke, welche mich besonders faszinieren. Dies wäre zum einen das Gemälde von Francesco Guardi “Gondeln in der Lagune“. Dazu die Picasso-Zeichnung “Die Liebenden“ und das Bild “Bacchus“ von Caravaggio.

Was verbirgt sich hinter dem Titel der Ausstellung „Zwischen den Räumen“?
Der Titel der Ausstellung bezieht sich darauf, dass die Grundlage der Gemälde Fotos sind, welche ich in verschiedenen Städten und Ländern gemacht habe. Also in vielen verschiedenen Umgebungen. Zweitens: Die meisten Bilder zeigen Fassaden von Gebäuden, welche die Grenze zwischen innerer und äußerer Realität darstellen. Sie haben alle eine Verbindung, dennoch trennen sie verschiedene Welten. Die Geschichten der Bilder sind sowohl hinter als auch vor den Mauern spürbar, also “Zwischen den Räumen“.
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