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Eulenspiegel im "Huckepack" am Frankenberger Rathaus

Till Eulenspiegel am Frankenberger Rathaus
Finstere, gespenstische Geschichten verspricht ein Spaziergang durch die "Dunkle Gasse" in Frankenbergs historischer Altstadt. Überrascht werden wir jedoch bald von herrlichen Fachwerkfassaden und einem Blick vom Untermarkt auf das wahrscheinlich schönste Fachwerk-Rathaus Deutschlands mit einer außergewöhnlichen Architektur. Selbst die Deutsche Post würdigte das 500 Jahre alte Rathaus mit den zehn Türmen, die auf die zehn Zünfte, die es in Frankenberg gab, hinweisen.

Unser besonderes Interesse wecken die bunten in Holz geschnitzten Figuren, die die Querbalken des mit Schiefer bedeckten Obergeschosses abstützen. Man braucht schon etwas Fantasie, um die kunstvollen Figuren zu deuten. Wir wenden uns den vom Obermarkt etwas ängstlich dreinschauenden und die Augen weit aufreißenden Eulenspiegel zu. Dudelsackspielend ruht er auf dem Rücken eines in "feinem Zwirn" gekleideten Stadtbürger. Äußerlich durch seine Schellenmütze erkennbar, wird der Narr oft mit einem Spiegel, den er den Bürgern vorhielt, dargestellt.

Er war dafür bekannt, dass er die Bürger, ob arm oder reich, verulkte und deren Unzulänglichkeiten mit seiner Geisteskraft bloßstellte. Unsere Vermutung geht dahin, dass er sich von den Stadtbürgern "Huckepack" tragen lässt, um so einige Missstände in der Stadt aufzudecken. Ein Sinnbild für Spott und Schadensfreude, aber auch für Scharfsinn mit der er den Mitmenschen überlegen war.
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2 Kommentare
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 11.11.2012 | 21:27  
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Peter Gnau aus Kirchhain | 11.11.2012 | 22:27  
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