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Kränkung und Krankheit haben einen gemeinsamen Wortstamm!

Das Ausdruck Kränkung und krank haben einen gemeinsamen Wortstamm. Kränkung hat etwas mit krank zu tun, sei es, dass Sie durch Kränkungen krank werden oder dass Sie Ihre Krankheit als Kränkung erleben.

Krankheit bedeutet für den Erkrankten auch eine Kränkung.
Krankheit hat etwas mit Kränkung zu tun, mit einer seelischen Verletzung, einem Zusammenbruch von Idealen, dem Aufgeben-müssen bestimmter Ziele, dem Abschied-nehmen von bestimmten Selbstvorstellungen hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Begabung, Sexualität und anderem.

Die seelische Verarbeitung der Erkrankung hat mehrere Phasen. Das anfängliche Nicht-wahrhaben-Wollen und Verleugnen des Schicksalsschlags ist verbunden mit Empfindungslosigkeit als Folge des Gefühlsschocks. Das Empfinden wird ausgeschaltet oder auf ein Minimum reduziert, um weiterleben zu können, da der Schmerz und die Angst als unerträglich empfunden werden. Das Eingestehen, krank zu sein, rührt tief an Ihrem Selbstwertgefühl, das ja auch mit Gesundheit, Fitness und gutem Aussehen verbunden ist. Das Erstrebenswerte nicht mehr erfüllen zu können ist eine tiefe Demütigung, die die Kranken zu verdrängen versuchen. Verbunden ist diese Schande mit Gefühlen von Ohnmacht, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Wut, Angst und Schmerz und der Suche nach Schuldigen, die für das Unglück verantwortlich gemacht werden können, die eigene Person eingeschlossen.

Eine Überwindung der Schande durch die Krankheit erfordert eine Ablösung bzw. das Abtrauern von körperlicher Unversehrtheit, körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten, Schönheitsidealen, Erwartungen sowie Wünschen an das Leben und vielem anderen. Trauern heißt, den Verlust oder den Schicksalsschlag als Realität anzuerkennen, den damit verbundenen Schmerz und die Verzweiflung zu spüren und auszudrücken. In einem nächsten Schritt kann ein neuer Bezug als Ergebnis des Trauerprozesses entstehen, wenn die Sicht wieder auf das Leben gerichtet wird und nicht mehr alles nur unter dem Blickwinkel des Schicksalsschlags gesehen werden muss. Die Assimilation (Angleichung) der Erfahrungen aus dem Trauerprozess bereichert Ihrer Persönlichkeit und schafft neue Möglichkeiten, mit der veränderten Situation umzugehen. D. H. nicht, dass es nicht mehr zu Angst, Verzweiflung und Schmerz kommt, doch wenn Sie nicht darin verhaften, sondern den Schmerz als Teil von sich integrieren, können Sie dadurch seelisch wachsen, statt am Schicksal zerbrechen zu müssen.
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4 Kommentare
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Heidi K. aus Schongau | 27.01.2012 | 19:13  
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Gudrun Großbach aus Xanten aus Kevelaer | 27.01.2012 | 20:15  
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Elena Sabasch aus Hohenahr | 04.02.2012 | 14:26  
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Wolf STAG aus Essen | 22.03.2012 | 16:57  
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