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LandsAid hilft weiter in Haiti: "Mit einfachen Mitteln viel bewirken"

LandsAid Behandlungszelt
 
Rebekka Bodemer behandelt Kind
Die Hurlacher Kinderkrankenschwester Rebekka Bodemer berichtet aus einer Zeltstadt in Port-au-Prince

Hurlach/Kaufering, 1. Juli 2010. Mehr als drei Wochen ist sie bereits für die Kauferinger Hilfsorganisation LandsAid e. V. auf Haiti im Einsatz, nun hat sie ihren Aufenthalt nochmals um zwei Wochen verlängert: Die Kinderkrankenschwester Rebekka Bodemer aus Hurlach versorgt gemeinsam mit anderen Ärztinnen und Apothekerinnen haitianische Patienten – Menschen, die seit dem verheerenden Erdbeben im Januar weitgehend von medizinischer Versorgung abgeschnitten sind. „Sie wissen einfach nicht, wo sie in den zerstörten Strukturen Hilfe finden sollen. Die wenigen Krankenhäuser, die kostenlose Versorgung zur Verfügung stellen, haben nur begrenzte Kapazität und oft nur kurze Öffnungszeiten. Genau da können wir mit unserer mobilen Klinik ansetzen. Ob in den Zeltstädten oder bei der normalen Bevölkerung, überall fehlt es an medizinischer Versorgung. Es ist schön zu merken, wie wir hier mit einfachen Mitteln viel bewirken können“, berichtet die Kinderkrankenschwester aus Hurlach im Online-Tagebuch auf der LandsAid-Homepage.

Ging es unmittelbar nach dem Erdbeben um die möglichst schnelle und effektive Versorgung der zahllosen Verwundeten, muss jetzt besonders in den Zeltstädten dringend die Hygiene aufrecht erhalten und Infektionskrankheiten vorgebeugt werden. Erschwerend wirkt sich die Regenzeit auf die ohnehin schon schwierige Lage aus. Denn mit dem Regen haben sich die hygienischen Verhältnisse noch verschlechtert, Krankheiten wie Typhus, Denguefieber, Cholera oder Malaria könnten – in den provisorischen Zelten, die die Straßen und Plätze von Port-au-Prince säumen – zur Gefahr werden. Auch die infizierten Wunden werden mehr. Die Menschen sind unter- oder mangelernährt, können sich kein Essen, geschweige denn Medikamente für sich oder ihre Kinder leisten.

„Man kann es sich fast nicht vorstellen, wie die Menschen dort leben: Zelt an Zelt, Kinder schleppen Wassereimer von irgendwoher ins Camp, Familien leben unter notdürftigen Plastikplanen, Schwangere sitzen vor ihren Zelten auf dem Boden, kleine Kinder spielen im Dreck mit Steinen und Hölzern… sie leiden am meisten unter der Situation, leben auf der Straße oder in notdürftigen Zelten, schlafen sogar teilweise auf blankem Boden – auch jetzt in der Regenzeit“, schreibt Rebekka Bodemer weiter.
Viele der Hilfsorganisationen haben ihre Einsätze mittlerweile beendet. Die Menschen brauchen aber dringend weiter Hilfe. „Zusätzlich zur Regenzeit mit den sturzbachartigen Regenfällen wird es gerade immer windiger und man merkt, dass die Hurrikan-Saison begonnen hat“, so die Kinderkrankenschwester.

LandsAid will die Arbeit der mobilen Kliniken in jedem Fall bis mindestens Ende September weiter führen. Seit Ende Juni ist bereits das achte Hilfsteam im Einsatz. Am 15. Juni hat die Hilfsorganisation eine neue mobile Klinik in Port au Prince in Betrieb genommen, in einer Zeltstadt in Tabarre. Dieser Ort war wochenlang nahezu ohne medizinische Versorgung, es mangelte zudem an Trinkwasser und Nahrung. Schon am ersten Tag wurden ca. 90 Kinder unter fünf Jahre behandelt.

Inzwischen haben knapp 30 LandsAid-Einsatzkräfte aus Deutschland in den mobilen Kliniken gearbeitet. Unterstützt durch lokales medizinisches Personal, konnten sie so einer großen Anzahl an Haitianern basismedizinische Versorgung ermöglichen: Insgesamt wurden bisher mehr als 18.000 Patienten behandelt. Weiter bereitet LandsAid in Port-au-Prince den Bau einer Pro-thesenwerkstatt vor, um den Menschen, die durch das Erdbeben Gliedmaßen verloren haben, zu helfen.

„VIELE KLEINE LEUTE, AN VIELEN KLEINEN ORTEN, DIE VIELE KLEINE SCHRITTE TUN, KÖNNEN DAS GESICHT DER WELT VERÄNDERN! Dieser Spruch ist mir vor ein paar Tagen bei unserer Arbeit eingefallen. Hier in Haiti hat man manchmal das Gefühl, alles geht nur ganz langsam voran. Aber wir haben gute Schritte zu verzeichnen und wir sehen, dass sich das Gesicht der Zeltstadt verändert“, schreibt Rebekka Bodemer abschließend.


LandsAid e.V. bittet für den weiteren Einsatz in Haiti um Spenden auf das
Konto 10022
VR Bank Landsberg
BLZ 700 932 00


Hintergrundinformationen


LandsAid e.V. arbeitet als mildtätig anerkannte Nichtregierungsorganisation mit dem Ziel, Menschen schnell und effektiv zu helfen, die durch Naturkatastrophen, durch bewaffnete Kon-flikte oder Unterdrückung in Not geraten sind. Die Betroffenen sollen möglichst Hilfe zur Selbst-hilfe erhalten und Zukunftsperspektiven aufgezeigt bekommen.
Die Gründung von LandsAid erfolgte im Januar 2006 als Verein für Internationale Humanitäre Hilfe in Landsberg am Lech. Unter dem Motto „Gemeinsam helfen“ werden ehrenamtliche Helfer und Spender im besonderen Maße in die Arbeit der Organisation mit eingebunden. Über das Geschehen vor Ort und die Verwendung der Projektgelder wird zeitnah und transparent berichtet.
Die Mitarbeiter von LandsAid besitzen jahrelange Erfahrungen in Krisengebieten weltweit. Der Verein leistet qualifizierte humanitäre Hilfe durch Konzentration auf klar definierte Bereiche:
• schnelle notfall-medizinische Katastrophenhilfe
• Projektarbeit in Krisengebieten (Medizin und Ernährung)
• Ausbildung, Vermittlung und Betreuung von Einsatzkräften, Einsatznachsorge


Weitere Infos:
Andrea Badelt und Andrea Schmelzle
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 08191 - 4287832
Email: Andrea.Badelt@LandsAid.org
Andrea.Schmelzle@LandsAid.org
www.LandsAid.org
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin Landsberg | Erschienen am 12.07.2010
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