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So geht Mobbing "christlich"

Was sich in unserer Allgäuer Kirchengemeinde seit September diesen Jahres abspielt, sucht seinesgleichen.
Mitte September wurde unser geschätzter Pfarrer von seinem Bischof auf Dienstreise im Ausland zu einem „dienstlichen Personalgespräch“ geladen, ohne Angabe zum Anlass eines solchen Gespräches, zu dem dieser eigens anreisen wollte. Der Termin war so kurzfristig angesetzt, dass es Pfarrer N. nicht möglich sein sollte, einen Interessenvertreter und Zeugen bei diesem Zweiergespräch dabeizuhaben.
Gesprächsanlass zu benennen und ein Recht auf Beistandschaft gehören zu den arbeitsrechtlichen Grundgepflogenheiten eines freiheitlich-demokratischen Staates. Pfarrer N. verweigerte aufgrund dieser Umstände die Teilnahme an dem Gespräch, was sein Bischof mit „disziplinarischen Konsequenzen“ verband. Am 27.09. führte er ein Gespräch mit dem Kirchenvorstand der Gemeinde von N. und setzte diesen von der (rückwirkenden!) Kündigung N.´s in Kenntnis, ohne, dass N. selber als Betroffener informiert gewesen wäre: eine allein aus formalen Gründen unwirksame Kündigung.
Da N. schwerbehindert ist, hätte zumindest die Zustimmung des Inklusionsamtes vor Ausspruch der Kündigung eingeholt werden müssen. Doch die Kirche glaubt, allen weltlichen Rechtes enthoben zu sein. Da die Kündigung schon vom 25.09. datiert ist, ist klar, welchen Inhalt das Personalgespräch hätte haben sollen: eine auflösende Bedingung des Arbeitsverhältnisses, die nicht Gegenstand eines solchen Gespräches sein darf.
Mit der schriftlichen Kündigung vom 27.09. wurde der dienstliche Mailaccount des Pfarrers gesperrt, sodass er auch ihm gehörende Dateien bis heute nicht mehr Zugriff nehmen kann.
Drei Tage später wurde ein „Nachfolger“ von N., L., öffentlich eingesetzt, da man diesen –nach erneuter Kündigung am 01.10.- bis zum 30.11. einseitig freizustellen meinen glaubte zu können.
Mit anderen Worten: Innerhalb eines laufenden Arbeitsverhältnis besetzte der verantwortliche Bischof einfach „doppelt“. Kirchenrechtlich gesehen ein „Schisma“. N. beharrte auf seinen Anspruch gemäß geltendem Arbeitsrecht, beschäftigt zu werden und setzte nahm einzelne, bereits von ihm vorbereitete Dienstverpflichtungen wahr. Das sollte ihm zum Verhängnis werden.
Gegen die Kündigung wurde zivilrechtlich Kündigungsschutzklage eingereicht. Der Bischof bestreitet deren Zulässigkeit, da er autonom entscheiden könne, wer wann und warum zu gehen habe.
Die mutmaßliche Diskriminierung eines Schwerbehinderten ist im offenkundig egal.
Mitte Oktober stellte N. zu seiner Überraschung fest, dass sein Telefonanschluss und seine Post zu L. umgeleitet wurden. Natürlich ohne seine Zustimmung und ohne sein Einverständnis. Unter Missachtung aller datenschutzrechtlichen Standards und seines Rechtes auf informationelle Selbstbestimmung, Grundrechten, von denen N. glaubte, dass wenigstens diese in einer Kirche gelten würden. Er stornierte den postalischen Nachsendeauftrag, doch einiges an vertraulicher Post –Führungszeugnis und arbeitsgerichtliche Ladung- sind bis heute „verloren“. Zugleich versuchte N. über das zuständige Amtsgericht eine einstweilige Verfügung wegen „Nachstellung“ gegen den Kirchenvorstand undL., die diese Maßnahmen zu verantworten hatten, zu erwirken. Zugleich bat N. um zeitnahe Entscheidung, da am 1. und 2. November Gottesdienste stattfanden, die er mit vorbereitet hatte und an denen er auch als Vorsteher teilnehmen wollte. Doch eine Entscheidung blieb –auch auf mehrere Nachfrage hin- aus. Wie sich später herausstellte, hatte das Gericht die –ablehnende- Verfügung via Post (!) an N. geschickt, von der das Gericht ja hätte wissen müssen, das sie ihn aufgrund der Nachwirkungen der illegalen Umleitung gar nicht erreichen würde. Eine Alternative, wenn das Gericht sich denn Mühe gemacht hätte, wäre die Faxübermittlung gewesen.
So wurde N. am 1.11. in eine vom Kirchenvorstand gestellte öffentliche „Falle“ gelotst.
Noch am Morgen des 1.11. suchte N. die zuständige Polizei auf, um sie davon zu informieren, dass er gehört habe, dass auch L. an der Friedhofsandacht in öffentlicher Funktion teilnehmen wolle. Die zuständige Beamtin versprach –auch aufgrund der laufenden einstweiligen Verfügung- die Angelegenheit mit L. zu klären und N. telefonisch vom Resultat in Kenntnis zu setzen, um einen öffentlichen Eklat zu verhindern. Einen Telefonanruf gab es nicht. Als N. auf dem Friedhof erschien, kam es zur Begegnung mit L., der N. im Beisein einer Zeugin beleidigte und provozierte. Diese rief daraufhin die Polizei, da L. die Andacht zu stören gedachte. Als diese erschien, wurde N. mit den Worten begrüßt: „Wir haben bereits eine Entscheidung, die gleich von allen zu akzeptieren ist.“

Vor der versammelten Gottesdienstgemeinschaft und der Aussegnungshalle im Gewand wurden mit L. und N. „Gespräche“ geführt. Schließlich wurde N. mitgeteilt, dass er den Friedhof zu verlassen habe. Es lägen „Dokumente“ vor, die bestätigten, dass L. und nicht er für den Gottesdienst zuständig seien. Mit anderen Worten: Am Allerheiligentag führten bayerische Polizeibeamte ohne Rücksicht auf die Situation einen gewandeten Pfarrer vom Friedhof auf Basis einer bereits vor Eintreffen gefassten Entscheidung. N. wurde ein ganztägiges „Friedhofsverbot“ auferlegt.

Geschockt suchten N. und die Zeugin nach dem annähernden Realisieren dessen, dass gerade ein Stalkingopfer vor den Augen des Täters von der Polizei abgeführt worden war, die Polizei auf, um Hintergründe des Vorgangs zu erfahren.
Die jetzt zuständige Beamtin erklärte, dass etwa eine Stunde vor der Andacht der Kirchenvorstand F., leitender Mitarbeiter eines Landsberger Verpackungsunternehmens, auf der Wache erschienen sei, um Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung zu erstatten und im Zuge dessen darüber informierte, dass angeblich nur L. zur Feier der Gottesdienste berechtigt sei. Unterlagen, die dies belegten, lagen zum damaligen Zeitpunkt nicht vor. Die Beamten schenkten dem Mann einer ehemaligen Kripobeamtin mehr Glauben als dem Stalkingopfer Pfarrer N..
Sie entschuldigte sich für die öffentliche Abführung von N. vor den trauernden Angehörigen durch die Polizeibeamten der Inspektion.
Einen Tag später erschien N. in einem Altenheim, um dort erneut Gottesdienst zu feiern. Von der abschlägigen Bescheidung seines Verfügungsantrages war er nicht in Kenntnis gesetzt worden. Er konnte sich sowohl mit seinem Dienstausweis als auch mit einem Dokument seines Arbeitgebers legitimieren, nicht „freigestellt“ zu sein. Er konnte nicht davon ausgehen, dass die Polizei im Falle einer erneuten Gottesdienststörung von L. erneut ihn als Opfer, und nicht den Täter abführen würde und damit präjudizierend in eine kircheninterne Angelegenheit in unangemessener und unverhältnismäßiger Weise eingriff. Doch genau dies geschah jetzt zum zweiten Mal, als L. erneut beleidigend auf N. zuging mit der Provokation: „Sie tragen die falsche liturgische Farbe!“
N. vertraute sich ein letztes Mal der Polizei an. Als diese kam, verwies N. auf seinen Ausweis, die laufende Verfügung und die Erklärung seines Bischofs. Dies jedoch interessierte die Beamten nicht, die ihn sofort erneut abführten. Dieses Mal durfte er wenigstens noch sein Gewand ausziehen.
Auf seinen Dienstausweis hinweisend erwiderte einer der Beamten, es sei ein leichtes, einen solchen am PC selber zu erstellen… N. wurde angedroht, bei einem erneuten Bestreben, Gottesdienst feiern zu wollen, in Polizeigewahrsam genommen zu werden. Zuhause angekommen wurde N. wieder von L. provoziert.
N. reichte Dienstaufsichtsbeschwerde und Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht gegen die vier Beamten ein (noch laufend).
Wenige Tage später erhielt N. eine Ladung der Polizeiinspektion, da ihm sein Kirchenvorstand „Unterschlagung“ vorwarf. Doch: Wie sollte etwas während eines noch laufenden Dienstverhältnisses von einem leitenden Mitarbeiter unterschlagen werden können, solange noch gar keine Übergabe stattgefunden haben konnte, während der Krankschreibung von N.?
Der „Bischof“ sprach ein Hausverbot für Kirche und Gemeindezentrum aus, indem sich das Arbeitszimmer von N. befindet, das er zugleich „unverzüglich zu räumen“ habe. Es ist wohl einzigartig in der Kirchengeschichte des Ostallgäu, dass ein „Bischof“ seinem Geistlichen verbietet, seine eigene Kirche zu betreten, obwohl er dort gar kein Hausrecht hat, sondern nur der Kirchenvorstand.
Später wird der gleiche Mann N. zu einer „Anhörung“ in genau dieses Gemeindezentrum laden, um ihn dann via „Hausfriedensbruch“ erneut öffentlich mit Hilfe der Polizei zu diskretieren.
Fazit: RichterInnen können unsanktioniert soviele grobe Fehler machen, wie sie wollen. Und bekommmen dafür Monat für Monat viel Steuergeld auf ihr Konto.
Hüten Sie sich vor der Polizei- Gustl Mollath ist offenkundig alles andere als ein Einzelfall.
N: "Am schlimmsten ist, dass man als Mobbingopfer selbst oder gerade in der Kirche völlig alleine dasteht. Selbst angebliche "KollegInnen" lassen einem im Stich. Sonntagschristentum halt. Ich fühle mich, als hätte ICH etwas verbrochen und nicht mein Arbeitgeber, der tiefen Unfrieden in meiner Gemeinde zu säen, um sie über kurz oder lang "dicht" zu machen. Außerdem geht es bei der ganzen Sache auch um Geld: Für eine Kanalsanierung von 30000 Euro, welche der Bischof bezuschussen soll, lässt man einen seiner ungeliebten, heterosexuellen Pfarrer als Kirchenvorstand doch schon mal so einfach über die Klinge springen." Und juristisch gegen Mobbing vorgehen? Vergessen Sie es. Und wenn sich die Opfer "einen Strick nehmen", ist die Öffentlichkeit schockiert.
Jetzt soll N. die "Dienstwohnung" räumen, am besten noch vor Weihnachten, mit seiner ganzen Familie. Veranlasst von einem leitenden Mitarbeiter der hiesigen Sparkasse, dem o.a. KV- Vorsitzenden und einem Selbständigen, die so gut wie nie in der Gemeinde präsent sind, wird ihm dieses "Weihnachtsgeschenk" vom "Weihnachtsmann" in den Briefkasten geworfen, obwohl das Mietverhältnis noch nicht einmal gekündigt wurde.

Scheinheilig statt Heiligenschein
Kirche?
Widerlich – antichristlich und entlarvend.

Fortsetzung folgt.
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