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Alles Asche!?

Alles nur Asche?

Befremdlich mag es dem ein oder anderen erscheinen, der heuer in den Aschermittwochsgottesdiensten ein Kreuz aus der Asche der Palmsonntagszweige des letzten Jahres auf der Stirn trägt, vielerorts begleitet von den Deuteworten: „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und zu Staub zurückkehrst!“ – Bin ich aus Staub geworden? Kehre ich wirklich zu Staub zurück? Woraus wir geworden und enstanden sind, lässt sich aus vielerlei Perspektive beantworten: Physikalisch mögen es wohl Atome oder kleiner Teilchen sein, biologische Zellen, chemische Moleküle, ein ehemaliges „Produkt“ von Ei- und Samenzelle … aber Staub?
Vom Gedanken der räumlichen Materie her gedacht ist der Gedanke des Staubes aus meiner Sicht so falsch gar nicht. Staub wird vom Wind getragen, so wie es für jedes menschliche Leben wünschenswert sein dürfte, dass es da irgendjemand oder irgendetwas gibt, das mich „als Staubpartikel“ trägt und hält, mich nicht einfach so im „Nichts“ verschwinden lässt. Philosophisch betrachtet ist es aus meiner Sicht wenig vorstellbar, dass „etwas“, was aus „etwas“ entstanden ist, schließlich in einem „nichts“ enden soll … Auch der zweite Teil des Deutewortes scheint mir in einer Zeit, in der immer mehr Menschen nach dem Tod zu Asche verbrannt werden, doch gar nicht so abseitig. Die katholische Liturgie kennt die sinnenfällige Gabe des Weihrauchs, der für unsere Gebete und darüber hinaus für uns selber steht, die zu Gott „irgendwann hinaufsteigen“, den viele Menschen „unten“, auf Erden, seit Urzeiten in einem „Oben“, einem „Himmel“ denken. Der Blick auf die Vergänglichkeit und Begrenztheit meiner Tage, die mir hier geschenkt sind, mag nichts weniger als mein Tun und Lassen auf das Wesentliche zu konzentrieren. Für unnützes Vertun und Langeweile haben wir eigentlich keine Zeit. Vielleicht begleitet sie, die vom Kreuz und vom Leben Gezeichneten, das Bild des vom Wind zum Himmel gewehten Aschestaubes, der sich dort wieder „zu einem hellen und heilen Ganzen fügen wird“, in die vor uns liegende Fastenzeit.
Aschermittwochsgottesdienst auf "alt- katholisch" am 01.03.2017 um 19 h in der Christi- Himmelfahrts- Kirche, Fichtenweg 6. Herzliche Einladung an ALLE, die Fastenzeit "inSPIRITiert" zu begehen...
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