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UN beschließt den Internationalen Mädchentag

Vor etwas mehr als einer Stunde hat die UN die Einführung des Internationalen Mädchentag beschlossen.

Wozu ein Internationaler Mädchentag ?

Es gibt den Welt-Kindertag, es gibt den Welt-Frauentag und eine Vielzahl anderer internationaler Gedenk- und Aktionstage – wozu brauchen wir einen eigenen Mädchentag?
Die Antwort ist simpel: Weil die Welt bislang die Herausforderungen, mit denen Mädchen, vor allem in Entwicklungsländern, konfrontiert sind, zu wenig beachtete.
Mädchen sind stark und können zu den „Motoren“ ihrer Gesellschaft werden – wenn sie ihre Rechte wahrnehmen können. Doch dafür brauchen Mädchen und ihre Bedürfnisse besondereAufmerksamkeit. Deshalb hat Plan mit der Kampagne Because I am a Girl einen weltweiten
Aktionstag für Mädchen gefordert. Die Einrichtung des 11. Oktober als „International Day of the Girl Child“, Internationaler Mädchentag, durch die Vereinten Nationen ist nicht nur ein enormer Erfolg für
Plan und Because I am a Girl, sondern ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung:

Ein weltweiter Aktionstag macht auf internationaler Ebene auf Mädchen aufmerksam: auf ihre spezifischen Bedürfnisse, auf die Probleme, die sie haben und darauf, dass Mädchen die gleichen Rechte und Chancen erhalten sollen wie Jungen.
Durch die weit verbreitete Praktik, weibliche Föten abzutreiben, weil die Familien einen Sohn bevorzugen, wird Mädchen ihr wesentliches Grundrecht verweigert, nämlich das Recht auf Geburt.
Dadurch fehlen in der Bevölkerungsstatistik rund 100 Millionen Frauen, davon etwa 60 Millionen in Asien1.

Mädchen werden seltener in ein Geburtenregister eingetragen als Jungen2. So können sie grundlegende Rechte nicht wahrnehmen und können beispielsweise leichter Opfer von Menschenhändlern werden.
Weil Familien häufig die Jungen bevorzugen, ist das Risiko, dass ein Mädchen an Mangel- oder Unterernährung leidet, dreimal so hoch wie für einen Jungen3.
Weltweit gehen rund 67 Millionen Kinder nicht zur Schule – der Großteil davon sind Mädchen4.
Mädchen besuchen seltener als Jungen eine weiterführende Schule5. Häufig befinden sie sich in ihrem 14. Lebensjahr in einer Ehe und führen einen eigenen Haushalt6. Doch das bedeutet nicht, dass sie unabhängig sind: Obwohl jeder dritte Haushalt von einer Frau geführt wird, besitzen Frauen
nur 10 Prozent des Welteinkommens7.
Mädchen erfahren mehr Gewalt und sexuelle Belästigung, und können leichter Opfer von Menschenhandel oder zur Prostitution gezwungen zu werden8. Und eben diese Mädchen werden mitm größerer Wahrscheinlichkeit arm bleiben und diese Armut an ihre Kinder und spätere Generationen
weiterreichen. In Mädchen zu investieren, dafür zu sorgen, dass sie gesund aufwachsen und ihre Rechte wahrnehmen können, ist erfolgversprechender als jede andere Investition, die in einem

Entwicklungsland getätigt wird. Haben Mädchen die Chance, zur Schule zu gehen und eine Berufsausbildung zu machen, haben sie Zugang zu sauberem Wasser und können sie für ihre Gesundheit sorgen, dann wird dies nicht nur ihre eigene Lebenssituation, sondern auch die ihrer Familie und ihrer ganzen Gemeinde verbessern9. Studien haben gezeigt, dass Mädchen der Schlüssel zur nachhaltigen Reduzierung von Armut sind.
Wenn wir sicherstellen, dass Mädchen von Geburt an die gleichen Chancen wie Jungen erhalten, dann helfen wir ihnen und ihren Familien dabei, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen und geben
ihnen die Chance, selbstbewusste Frauen, Mütter, Berufstätige und Leitfiguren zu werden10.
Ein zusätzliches Jahr weiterführender Schulbildung kann das spätere Einkommen eines Mädchens durchschnittlich um 15 bis 25 Prozent erhöhen11. Mit der Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt selbst erwirtschaften zu können, wird sie sich sowie ihre Kinder aus der Armut befreien können. Sie wird
das, was sie verdient, in ihre Kinder investieren – in ihre Gesundheit, ihre Bildung und ihre Zukunft.
Ein gebildetes Mädchen wird mit größerer Wahrscheinlichkeit später heiraten und weniger und gesündere Kinder zur Welt bringen12.
Der Internationale Mädchentag wird die Aufmerksamkeit der Welt auf die Bedeutung von Mädchen und ihren Rechten lenken. Er wird die Basis für die Weltgemeinschaft sein, die gewährleistet dass Mädchen die Investition und Anerkennung erhalten, die sie verdienen und die sie als Bürgerinnen und
als einflussreiche Agentinnen der Veränderungen innerhalb ihrer eigenen Familien, Gemeinden und Nationen gefordert haben.

Über Because I am a Girl:
Mit Because I am a Girl macht Plan auf die besondere Situation von Mädchen aufmerksam und setzt sich dafür ein, dass Mädchen die gleichen Rechte und Chancen haben wie Jungen.
Plan Deutschland engagiert sich seit 2003 für Mädchen – zunächst unter dem Namen „Mädchen- Kampagne“, seit 2010 unter dem internationalen Titel Because I am a Girl. Schirmfrau der Kampagne ist Senta Berger, und viele weitere prominente Frauen unterstützen Because I am a Girl, wie zum
Beispiel die Sängerin Joana Zimmer, die der Kampagne ihren Song „So much more“ schenkte. Auch die Chefredakteurinnen großer deutscher Frauenzeitschriften sind mit an Bord. Sie haben eineinzigartiges Medienbündnis geschlossen, um sich gemeinsam für die Rechte von Mädchen stark zu machen.
Zu Because I am a Girl gehören auch die interaktive Ausstellung Weil wir Mädchen sind… sowie der "Because I am a Girl-Bericht", den Plan seit 2007 jedes Jahr zu einem aktuellen Thema veröffentlicht.
Er fragt: „Wie leben Mädchen? Was macht ihre Lebensumstände aus und wo werden siebenachteiligt?“ Der Bericht 2011 fragt „So, what about boys – Und was ist mit den Jungs?“. Er unterstreicht, wie wichtig es ist, Jungen und Männer bei der Gleichberechtigung einzubeziehen und
dass es nicht allein die Aufgabe von Frauen und Mädchen sein kann, Gleichberechtigung zu verwirklichen.

1 “Because I am a Girl: The State of the World’s Girls 2007” – Because I am a Girl-Bericht von Plan International, London,
2007, S. 24
2 “Because I am a Girl: The State of the World’s Girls 2007” – Because I am a Girl-Bericht von Plan International, London,
2007, S. 25
3 Plan International Because I am a Girl campaign, “What kind of disadvantages do girls face?” – http://planinternational.
org/girls/campaign/faq.php
4 http://www.unesco.org/new/fileadmin/MULTIMEDIA/HQ/...
5 http://www.un.org/millenniumgoals/pdf/MDG_FS_3_EN....
6 ICRW: www.unfpa.org / Plan UK: www.plan-uk.org
7 http://www.internationalwomensday.com/facts.asp
8 “Because I am a Girl: The State of the World’s Girls 2009. Girls in the Global Economy. Adding It All Up.” Because I
am a Girl-Bericht von Plan International, London, 2009, S. 191


9 http://wwwwds.
worldbank.org/external/default/WDSContentServer/IW3P/IB/2011/08/08/000158349_20110808092702/Rendered/PD
F/WPS5753.pdf
10 New lessons: The power of educating adolescent girls. A girls count report on adolescent girls. Cynthia B. Lloyd,
Population Council – http://www.popcouncil.org
International Year of Youth 2010-2011. Girls and Young Women Factsheet - http://social.un.org/
Returns to Investment in Education: A further Update – http://siteresources.worldbank.org/
11 New lessons: The power of educating adolescent girls. A girls count report on adolescent girls. Cynthia B. Lloyd,
Population Council – http://www.popcouncil.org
International Year of Youth 2010-2011. Girls and Young Women Factsheet - http://social.un.org/
Returns to Investment in Education: A further Update – http://siteresources.worldbank.org/
12 http://www.girleffect.org/uploads/documents/1/Girl... (United Nations Population Fund, State of
World Population 1990)
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