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Meckenburgrundfahrt – (3) Ivenacker Eichen, darunter die voluminöseste Eiche Europas

die größte der Ivenacker Eichen
  Ivenack: Ivenacker Eichen | Für Wanderungen galt für mich stets der Leitspruch „Der Weg ist das Ziel“ bzw. „Wo es schön ist, da lass Dich ruhig nieder“.
Das mag auch noch für Radwanderer gelten, aber nicht für Autofahrer.
So oft hätte ich bei dieser Rundfahrt einfach mal gestoppt und wär ausgestiegen.
Doch welcher Kraftfahrer fährt schon deshalb auf der Suche nach einer Parkmöglichkeit im Schneckentempo oder läuft von solch einer Hunderte Meter zurück?
Doch trotzdem war die Autowandereise schön und einmal hab ich es auf der Weiterfahrt von Waren gepackt, anzuhalten. Hier las ich einen Tipp „Natur und Literatur“ – auf den Spuren von Fritz Reuter“.
Wieder zu Hause habe ich auf der Internetseite Traumziele-MV.de zum Beispiel einen Hinweis auf die Tour: „Barocke Gutsanlage Faulenrost - Zwischen Mecklenburgischer Schweiz, Mecklenburger Parkland und dem Auenland“ gefunden.
Dafür fehlte dieses Mal die Zeit. Na spätestens in zwei Jahren löse ich meine neuerworbenen Gutscheine von Mecklenburg ein...

Endlich erreichten wir gegen 13:30 Uhr den Waldparkplatz in Ivenack und gehörten wieder zu nur wenigen Besuchern.
Jammerschade, dass das Kassenhäuschen jetzt im Spätherbst in der Woche geschlossen hat. So war es uns verwehrt den erst 30. August 2017 eröffneten sogar barrierefreien Baumkronenpfad zu stürmen.

Doch der Anblick der Eichen hat mich dafür entschädigt.

Kurze historische Informationen
Vor 1000 Jahren wurde dieses Gebiet durch die Slawen als Waldweide (Hude) genutzt. Um 1300 wurde das Vieh des Ivenacker Zisterzienserinnenklosters in den Wald getrieben. 1710 wurde das Gebiet eingezäunt; so entstand der Tiergarten. Zur Jagd wurde Damwild ausgesetzt, das damals in Mitteleuropa nicht heimisch war. Die Eichenstämme hatten 1806 schon einen so großen Umfang, dass die Ivenacker den wertvollen Zuchthengst Herodot in einem der Stämme vor den Franzosen versteckt haben sollen. Doch sein Wiehern verriet ihn, und der Hengst wurde beschlagnahmt. Wäh-rend der beginnenden Weltwirtschaftskrise wurde das Gehege 1929 aufgelöst. 1972 entstand dann das heutige Gehege mit einer Fläche von rund 75 Hektar, einer kleineren Fläche als zuvor. Wiederum wurde Damwild ausgesetzt

Ich stand vor fünf der heute noch sechs monumentalen Eichen (Um 1900 waren es noch 11 alte Eichen) und keine ist älter als 850 Jahre – und auch nicht 1000 Jahre!

Im Netz kann man sehr vieles nachlesen. Doch mir erschien besonders folgende Seite sehr informativ und realistischBitte selbst nachlesen.
Name/Standort         BHU           Taille             Höhe             Breite Alter               (ca.) Jahr
Pferdekopfeiche      8,95 m     8,78 m       23 m                 9 m             700
Knusteiche              9,35 m     8,53 m        29 m                 12 m         700
Große Eiche      11,70 m     10,26 m     32 m 21 m    850
Eiche im Wald        7,25 m    7,12 m 30 m 25 m     500
Eiche am Eingang    7,98 m   7,98 m 25 m 18m           700
2. Eiche am Eingang 6,95 m  6,95 m 6,88 m   22 m          18 m         600
Hinweis: BHU = Brusthöhenumfang; Taille = Taillenumfang; Höhe = Baumhöhe;
Breite = Kronenbreite → siehe dazu Messmethode..

Obwohl es in Schweden und dem Vereinigten Königreich ein paar Eichen gibt, welche einen etwas größeren Umfang an Brusthöhe aufweisen, ist dies bei der „Großen Eiche“ dank des langen Stammes und der großen Höhe, bei weitem die voluminöseste Eiche Europas. Auf dem Schild vor der Eiche ist ein Holzvolumen von 180 Kubikmeter angegeben. Dieses Volumen wurde offensichtlich ohne umfangreiche Messungen berech-net. Jeroen Pater und Ich (Jeroen Philippona) haben ein gesamtes Holzvolumen von 130 bis 140 Kubikmeter berechnet. In ganz Europa, einschließlich Großbritannien gibt es nur wenige andere Eichen mit einem Volu-men von über 100 Kubikmeter.
Quelle:
aber auch

Auf Informationstafeln rund um die Eichen konnten wir auch lesen das die Eichen durch Windbruch einen beträchtlichen Teil ihres ursprünglichen Volumens verloren haben.
Man hätte schon viel früher den nachteiligen Unterwuchs von Buchen um die Eichen beseitigen müssen.

Ich hätte Stunden hier verbringen können, denn durch den ständigen Wechsel von dichten Bewölkung und tiefstehender Sonne ergaben sich auch ständig andere Motive. Es gibt noch so viel hochinteressante Details; doch ich kann nicht alles in einen Artikel stopfen!
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3 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 22.11.2017 | 19:01  
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Romi Romberg aus Berlin | 23.11.2017 | 12:37  
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Romi Romberg aus Berlin | 25.11.2017 | 17:53  
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