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Bonus-Zahlung trotz Kundenrückgang?

Soll die Gemeinde trotz eines Kundenrückgangs von rund 20 Prozent der Geschäftsführung der Energiewerke Isernhagen (EWI) eine Bonus-Zahlung leisten? Darüber hat der Finanzausschuss am Mittwochabend kontrovers diskutiert.

Auch in diesem Jahr soll der Geschäftsführung für die erfolgreiche Arbeit eine Einmalzahlung gezahlt werden – so lautet die Beschlussvorlage der Gemeindeverwaltung. Erfolgreiche Arbeit? Da wurden die Grünen-Politiker im Wirtschafts-, Finanz und Feuerschutzausschusses am Mittwochabend hellhörig. „Es läuft überhaupt nicht so, wie wir uns das vorstellen“, stellte Fabian Peters (Grüne) fest. „Bei dem hohen Kundenrückgang tragen wir keine Bonus-Zahlungen mit.“

Die Energiewerke Isernhagen gehören zu 51 Prozent der Gemeinde und zu 49 Prozent EON Avacon, 2011 wechselten laut EWI-Jahresbilanz 4342 und damit 20 Prozent der Kunden zur Konkurrenz. Die Gemeinde schlägt dennoch vor, dem ehemaligen Geschäftsführer 9000 Euro und dem Prokuristen 5000 Euro als Einmalzahlung zukommen zu lassen.

Dieses Geld könnte man in der Gemeinde weitaus sinnvoller einsetzen“, sagte Herbert Löffler (SPD). „Warum machen wir solche Bonuszahlungen nicht an der Kundenentwicklung fest?“. Für die Einmalzahlungen sprachen sich die CDU-Politiker aus. „Die Energiewerke leisten sehr viel für die Gemeinde Isernhagen, auch im Hinblick auf den Haushalt“, argumentierte der Auschussvorsitzende Helmut Lübeck (CDU). Überhaupt seien die Zahlungen eine Wertschätzung der guten Arbeit der Geschäftsführung, und kein Kunde sei wohl wegen dieser zwei Personen zu einem anderen Anbieter gewechselt.

918000 Euro von ihrem Bilanzgewinn in Höhe von 1,819 Millionen Euro sollen die Energiewerke zum 1. Juli an die Kommune ausschütten. Ob die Gemeinde die Bonuszahlungen für die Geschäfsführung leisten wird, darüber hat der Rat zu entscheiden. Im Ausschuss endete die Abstimmung knapp dafür mit fünf zu vier Stimmen. „Wir sollten die Entwicklung beachten und nicht Zahlungen leisten, nur weil wir es die letzten Jahre auch immer getan haben“, gab Christiane Müller-König (Grüne) abschließend zu bedenken.

Der Artikel von Carina Bahl erscheint in der Nordhannoverschen Zeitung am Freitag, 22. Juni.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Nordhannoversche Zeitung | Erschienen am 22.06.2012
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Hubert R. aus Isernhagen | 22.06.2012 | 12:34  
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Siegfried Lemke aus Isernhagen | 22.06.2012 | 19:42  
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Wolfgang Kahnt aus Isernhagen | 22.06.2012 | 23:19  
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Hans-Jürgen Beck aus Isernhagen | 23.06.2012 | 21:14  
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Hubert R. aus Isernhagen | 23.06.2012 | 22:23  
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Siegfried Lemke aus Isernhagen | 25.06.2012 | 13:02  
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Hubert R. aus Isernhagen | 25.06.2012 | 17:00  
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Hubert R. aus Isernhagen | 26.06.2012 | 18:44  
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Siegfried Lemke aus Isernhagen | 27.06.2012 | 13:36  
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Hubert R. aus Isernhagen | 27.06.2012 | 19:00  
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Siegfried Lemke aus Isernhagen | 27.06.2012 | 23:41  
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