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Verbesserte Behandlung von Gefäßverengungen im Klinikum Ingolstadt

Kürzlich hat das Klinikum Ingolstadt (als zweite deutsche Klinik) eine neuartige Therapie zur verbesserten Behandlung von Gefäßverengungen eingeführt.

Das Problem der seit Langem bekannten Wiedereröffnung von Gefäßen durch Ballonkatheter und der Einsetzung von Metallprothesen - sogenannten Stents - liegt in der Möglichkeit, dass sich solche wiedereröffneten Gefäße wieder verschließen können, indem sich nach der Aufdehnung eine überschießende Gefäßinnenhaut entwickelt, welche sich dann zu einer erneuten Enge ausformt.

Schon seit einigen Jahren wird über die Anwendung von einer nur auf den Ort der Behandlung abgezielten Strahlentherapie geforscht, die sich als sehr wirksam in der Bekämpfung der Wiedereinengung der aufgedehnten Gefäße erwiesen hat. Allerdings haben bislang vor allem logistische Gründe verhindert, dass diese Therapie, die immer noch nicht durch die Kostenträger im Gesundheitswesen entsprechend finanziert wird, breite Anwendung gefunden hat.

In Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Garching ist es nun gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, in dem ein flüssiges Nuklid (Rhenium 188) in einen Ballonkatheter eingeführt wird und über diese radioaktiv strahlende Substanz eine lokale Bestrahlung der Gefäßwand mit hoher Vor-Ort-, aber einer sehr geringer Umgebungsdosis erzielt wird, wobei die Bestrahlungszeit etwa zehn Minuten beträgt und einmalig angewendet wird. Dieses Verfahren, welches seit 2008 zugelassen ist und maßgeblich am Klinikum Augsburg entwickelt wurde, ist nunmehr erstmals, in Zusammenarbeit mit dem Augsburger Zentralklinikum und dem Forschungszentrum Garching, auch in Ingolstadt angewendet worden und soll künftig insbesondere solchen Patienten zugänglich gemacht werden, die nach einer Gefäßaufdehnung schnell und häufig eine erneute Verengung entwickeln.
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