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Gerne in der Pflege

Rainer Knöferl steht für die Trends in der Pflege: mehr Qualifikation, Verantwortung und vielleicht auch mehr Männer in diesem Beruf. (Foto: Klinikum Ingolstadt)
Er ist ein Kind des Klinikums, fühlt sich im Ingolstädter Schwerpunktkrankenhaus immer noch pudelwohl und ist seit Januar neuer Pflegedienstleiter im Bereich „PC“ und damit für 15 Stationen vorwiegend im chirurgischen Bereich zuständig: Mit 38 ist Rainer Knöferl nicht nur jung in dieser verantwortungsvollen Aufgabe, sondern steht auch für die Trends in der Pflege: mehr Qualifikation, Verantwortung und vielleicht auch mehr Männer in diesem Beruf.

Sie sind die freundlichen Gesichter, die Patienten am Morgen begrüßen, die helfenden Hände, die das Essen reichen oder beim Waschen helfen, die emsigen Helfer hinter den Kulissen: Die Pflegekräfte in einem Krankenhaus sind heute nach wie vor die hilfsbereiten Menschen, die dafür sorgen, dass sich die Patienten in den schwierigen Situationen eines Krankenhausaufenthalts dennoch wohl und gut aufgehoben fühlen. Sie sind aber heute auch fachlich immer mehr spezialisiert und diejenigen, die den Patienten mehr denn je während seines Aufenthalts begleiten und zum Beispiel auch seine Nachsorge mit organisieren.

Pflege ist heute längst mehr als nur die Arbeit am Patienten. Sie ist auch viel Organisation und Management. Pflegekräfte werden immer mehr zu so etwas wie Fallmanagern, die sich nicht nur menschlich, sondern auch organisatorisch um die Patienten kümmern. Eine entscheidende Funktion erfüllen dabei die Pflegedienstleistungen. Sie sind so etwas wie die Manager in der Pflege – so wie Rainer Knöferl. Der 38-Jährige ist seit Anfang des Jahres einer der Pflegedienstleiter im Klinikum Ingolstadt und verantwortlich für 15 Stationen im Bereich „PC“, wie man im Klinikum sagt, dem operativen Bereich also, wie den chirurgischen Fächern, der Urologie oder der KomfortPlus-Station mit insgesamt rund 300 Mitarbeitern in der Pflege.

Von der Ausbildung bis zum Studium

„Das ist schon eine große Verantwortung und eine Herausforderung, vor allem aber eine spannende Aufgabe“, sagt Knöferl. Das Klinikum kennt der Karlshulder in- und auswendig. Schon 1994 kam er als junger Mann ins Klinikum und lernte hier seinen Beruf. Nach dem Ende von Ausbildung und Wehrdienst absolvierte er eine Weiterbildung zum Mittleren Management und schließlich von 2004 bis 2005 in Kloppenburg eine weitere Qualifikation im Bereich Pflegediagnostik und Fallmanagement. Damit aber nicht genug: Aktuell drückt er schon wieder die Schulbank und den Schreibtischstuhl. Denn der junge Mann absolviert gerade neben seiner umfangreichen und verantwortungsvollen Tätigkeit als Pflegedienstleiter auch noch ein zeitaufwendiges, berufsbegleitendes FH-Studium.

Es sei manchmal schon eine ganz schöne Herausforderung, alles unter einen Hut zu bekommen, sagt der zweifache Familienvater. Dennoch sieht er die Möglichkeiten und Karrierechancen, die sich in der Pflege auch durch diese neuen Ausbildungsmöglichkeiten in den letzten Jahren zunehmend aufgetan haben, als große Chance. Mit seiner bisherigen Karriere steht Knöferl zugleich für diesen Trend. Allein sein Werdegang mit seinen vielen Qualifikationen zeigt, wie die Pflege sich immer weiter entwickelt und durch verschiedene Spezialisierungen sowie neue Aufgaben und Positionen an Verantwortung gewinnt und neue Chancen bietet.

„Wir begleiten die Patienten“

„Die Pflege wird immer wichtiger“, sagt Knöferl. „Wir begleiten den Patienten durch unser Haus.“ Menschliche Fürsorge und eine fachlich gute Pflege seien heute längst nicht mehr alles. Es gehe auch um viele Qualitätsstandards, Codierung von medizinischen und pflegerischen Leistungen und ökonomische Fragen oder die Planung der Weiterversorgung nach dem Krankenhausaufenthalt. Pflegekräfte sprechen mit Angehörigen, informieren sich über die familiäre Situation und die Möglichkeiten der Nachversorgung, organisieren bei Bedarf Hilfsmittel oder eine zeitnahe Reha. Aber auch die Verwaltungsaufgaben werden immer wichtiger.

Und noch für einen anderen Trend in der Pflege steht Knöferl: Langsam finden auch immer mehr Männer in den traditionellen Frauenberuf. „Ich hoffe es jedenfalls“, sagt Knöferl schmunzelnd. Mit den vielen Krankenschwestern hat er natürlich kein Problem, aber eine gesunde Mischung sei nie schlecht. „In der Pflege ist alles da, was einen Beruf interessant macht“, wirbt er. „Ich habe meinen Beruf immer gerne ausgeübt, fühle mich im Klinikum sehr wohl und möchte auch gar nicht weg.“

Bis letztes Jahr war der leidenschaftliche Bayern-Fan, der in seiner Freizeit auch immer wieder gerne bei den „Alten Herren“ seine Fußballschuhe schnürt, noch Stationsleiter. Jetzt ist er gleich für mehr als ein Dutzend Stationen verantwortlich und muss sich auch um Planung und organisatorische Dinge wie Personalplanung und -einsatz kümmern. Die meisten Pflegekräfte kennt er seit vielen Jahren, und das gute Verhältnis will er auch in seiner neuen Rolle nicht ändern. „Ich glaube, ein kollegialer Umgang ist sehr wichtig. Ich möchte nicht, dass das jetzt irgendwie steif wird. Da wird sich nichts ändern.“

Menschen helfen
An seine neue Aufgabe geht er gelassen und bodenständig heran, fühlt sich nach den ersten Tagen wohl und freut sich auf die Herausforderungen, „die sicher kommen werden.“ Denn die Pflege befindet sich weiter im Umbruch, wird in ihren Strukturen immer professioneller organisiert, bisweilen werden Stationen zusammengelegt oder anderes umstrukturiert, Pflegeprozesse optimiert. Viel zu tun also für einen jungen „Pflegemanager“ wie Rainer Knöferl, der sich auch genau aus diesem Grund für sein berufsbegleitendes Studium entschieden hat, weil er dabei viele Grundlagen lernt, die ihm in seiner neuen Funktion helfen.

Einen Ausgleich findet er in der freien Natur, vor allem bei seiner Leidenschaft, dem Bergwandern. Da bekommt man nicht nur den Kopf frei, sondern kann auch vom Gipfel weit ins Land schauen. Einen solchen Weitblick wünscht er sich auch für seine neue Tätigkeit. Denn auch da können viel Bodenständigkeit und gesunde Distanz im stressigen Alltag helfen. Das Schönste am Pflegeberuf sei schließlich, dass man mit Menschen zu tun habe und ihnen helfen könne, das dürfe man nie vergessen. Direkt mit den Patienten wird er zwar in seiner neuen Tätigkeit nicht mehr ganz so viel zu tun haben. Aber ganz will er darauf nicht verzichten. Der Kontakt sei ihm schon sehr wichtig. „Aber ich bin zufrieden und fühle mich wohl in meiner neuen Tätigkeit.“
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