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Einfacher Einstieg in chancenreichen Pflegeberuf

Hermann Steger, der Leiter der Krankenpflegeschule im Berufsbildungszentrum (BBZ) Gesundheit am Klinikum, weiß, dass Pflegeberufe Konjunktur haben und gefragt sind. (Foto: Klinikum Ingolstadt)
Die Pflege ist in Bewegung. Pflegeberufe haben Konjunktur und sind gefragt. „Wir werden in einigen Jahren einen Fachkräftemangel in diesem Bereich haben“, sagt Hermann Steger, und das obwohl die Krankenhäuser in den letzten Jahren erheblich Pflegestellen in einem Umfang von rund 50.000 abgebaut hätten, so Steger, um dem Kostendruck im Gesundheitswesen Herr zu werden. Für die Zukunft bedeutet das aber Chancen für den Pflegenachwuchs, denn Pflegekräfte sind gefragt, der Bedarf an Pflegeleistungen steigt, und die Entwicklung des Berufsbildes geht weiter.

Auch wenn das Klischee es manchmal anders will – längst hat sich die Pflege vom klassischen Bild der Krankenschwester entfernt. Unter dem Begriff der Pflege fasst man heute eine ganze Reihe unterschiedlicher Berufe und Spezialisierungen zusammen, die unterschiedlichste Tätigkeiten und Karrierechancen mit sich bringen. Ein noch sehr junges Berufsbild ist das des Pflegefachhelfers, das sich aus dem früheren Krankenpflegehelfer entwickelt hat. Der neue Beruf ist unter der Krankenpflegeausbildung angesiedelt und bietet vor allem jungen Frauen und Männern, die es in der Schule nicht so leicht hatten, eine solide Berufsperspektive.

Pflegeausbildung ohne „Quali“
Denn die einjährige Pflegefachhilfeausbildung können auch junge Bewerber ohne qualifizierten Hauptschulabschluss beginnen. „Die Ausbildung zum Pflegefachhelfer bietet tolle Berufsperspektiven für sie“, sagt Hermann Steger, der Leiter der Krankenpflegeschule im Berufsbildungszentrum (BBZ) Gesundheit am Klinikum. Denn wer sich in der einjährigen Ausbildung bewährt und gute Leistungen zeigt, habe danach sogar die Möglichkeit, die dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger zu absolvieren oder aber in seinem Beruf zu bleiben und zu arbeiten. Denn die Aussichten für die Ingolstädter Pflegefachhelfer sind gut: „Wir bilden vor allem für den Eigenbedarf aus und versuchen daher, nach Möglichkeit auch alle Teilnehmer im Klinikum zu übernehmen“, sagt Steger.

Die Ausbildung umfasst insgesamt rund 600 Theoriestunden sowie 1100 praktische Stunden. Das theoretische Wissen wird in Theorieblöcken im BBZ oder Klinikum vermittelt, das praktische Wissen im Klinikum. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir hier in Ingolstadt alles quasi unter einem Dach anbieten können“, freut sich Steger. Die zukünftigen Pflegefachhelfer müssen sich während der Ausbildung entweder auf Altenpflege oder Krankenpflege spezialisieren. Im BBZ wird allerdings nur Letzteres angeboten. Während ihrer praktischen Ausbildung sammeln die Schüler Erfahrungen in vier verschiedenen Bereichen, von denen ein Teil in der chirurgischen Pflege, ein weiterer in der internistischen Medizin und ein dritter Teil in der Geriatrie, also der Altenpflege absolviert werden muss. Den vierten Praxisteil können die Schüler nach ihrer eigenen Vorliebe aus einem der drei Bereiche auswählen. Die Ausbildung ist dabei übrigens länderspezifisch, nachdem Bayern gegen eine bundesweite Regelung geklagt und Recht bekommen hatte. Das Ausbildungsjahr beginnt jeweils mit 20 Plätzen am 14. September und dauert bis Ende Juli des Folgejahres.

Die Pflegefachhelfer sind so etwas wie die Assistenten der Gesundheits- und Krankenpfleger. Ihr Tätigkeitsbereich konzentriert sich vor allem auf den Bereich der sogenannten „Grundpflege“. Die umfasst sogenannte hauswirtschaftliche Tätigkeiten, aber auch das Essen mit den Patienten und die Körperpflege, wie das Waschen, oder die Mobilisierung der Patienten, wie etwa Gehübungen nach einer Verletzung. Sie begleiten die Patienten häufig auch zu Untersuchungen oder Anwendungen. Allerdings gibt es auch zahlreiche Tätigkeiten, die die Pflegefachhelfer nicht durchführen dürfen und die den Gesundheits- und Krankenpflegern – so die heute korrekte Bezeichnung für Krankenschwestern und Pfleger – vorbehalten bleiben.

Auffächerung der Pflegeberufe
Die Pflege biete heute Berufsperspektiven in den verschiedensten Bereichen vom Pflegefachhelfer über die Gesundheits- und Krankenpflege, Fort- und Weiterbildungen in verschiedenen Bereichen, Spezialisierungen, wie die Ausbildung zu Operationstechnischen Assistenten, bis hin zu Studienfächern in den Bereichen Pflegemanagement, Pflegepädagogik oder Pflegewissenschaften. Gerade die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten nach den Richtlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft bieten Pflegekräften die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zu erweitern, sich selbst weiterzuentwickeln und sich auch neue Karrierechancen zu eröffnen. Die Ausdifferenzierung der Pflege geht weiter.

Da das Wissen in der Pflege auch immer komplexer und spezifischer wird, bieten die Ausbildungswege zudem die Möglichkeit, sich auf einen medizinischen Fachbereich zu spezialisieren, etwa die Onkologie, Nephrologie oder Rehabilitation. Dementsprechend sind auch die täglichen Aufgaben recht unterschiedlich. In der Onkologie etwa haben die Pflegekräfte oft mit schwer kranken Krebspatienten zu tun, in der Nephrologie mit nierenkranken Dialysepatienten und in der Rehabilitation mit Patienten, die sich nach einer Behandlung bereits auf dem Weg der Besserung befinden.

Vor allem eines aber ist allen Pflegeberufen gemeinsam: Sie bieten gute Zukunftschancen. Denn die Bewerberzahlen seien in den letzten Jahren rückläufig gewesen. Der Pflegebedarf aber werde in Zukunft auch durch den demographischen Wandel weiter steigen – und mit ihm auch die Chancen für Menschen in Pflegeberufen.
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