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Frührehabilitation und Akutgeriatrie unter einem Dach

Priv.-Doz. Dr. Brigitte Buchwald-Lancaster, die bisher die beiden Fachbereiche Frührehabilitation und Akutgeriatrie leitete, wird in Zukunft die neu formierte Klinik führen.
Eins und eins ist manchmal nicht zwei, sondern mehr, sagt man. Das gilt wohl auch für einen neu geschaffenen Fachbereich im Klinikum Ingolstadt: die Klinik für Frührehabilitation und akutgeriatrische Medizin. Das Institut für physikalische und frührehabilitative Medizin und die erst im Juli letzten Jahres neu eingerichtete Akutgeriatrie verschmelzen zu einer Klinik. „Es ist ein logischer Schritt, denn es gibt viele Überschneidungen“, sagt Priv.-Doz. Dr. Brigitte Buchwald-Lancaster, die bisher bereits beide Fachbereiche leitete und in Zukunft die neu formierte Klinik führen wird.

Gesundheit, Selbstständigkeit und Mobilität bestimmen wesentlich unsere Lebensqualität. Nach einer schweren Krankheit ist es daher für die Betroffenen von entscheidender Bedeutung, dass neben der Heilung der Krankheit auch mögliche Fähigkeitsstörungen und andere Folgen so weit wie möglich wieder beseitigt werden. Nach einem schweren Unfall oder einer Infektion benötigen die Patienten dabei oft eine umfassende Unterstützung durch Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten aus verschiedenen Bereichen, wie sie im Klinikum Ingolstadt im Institut für physikalische und rehabilitative Medizin bereits seit vielen Jahren gegeben ist. Da besonders ältere Menschen nach einer großen Operation oder einer komplexen Infektion eine intensive, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene und ganzheitliche altersmedizinische Versorgung benötigen, hat das Klinikum die beiden Fachbereiche nun in einer Klinik gebündelt.

Zusammenarbeit wird noch enger
Durch die Zusammenlegung zur Klinik für Frührehabilitation und akutgeriatrische Medizin erhoffe man sich Synergien zwischen den beiden verwandten, aber bisher getrennten Fachbereichen und eine noch effizientere und effektivere Behandlung der Patienten. Denn die beiden Bereiche haben viele Überschneidungen und haben daher bereits bisher eng kooperiert. In Zukunft wird das durch die gemeinsamen Strukturen noch einfacher. Der Bereich für physikalische und rehabilitative Medizin kümmert sich vor allem um schwer kranke und verletzte Patienten aller Altersschichten, die nach einer schweren Operation oder Infektion und oft einem Aufenthalt auf einer Intensivstation viel Hilfe bei der Genesung benötigen. Die Frührehabilitation hat die Aufgabe, sie so früh wie möglich auf dem Weg zurück in ein möglichst normales und selbstständiges Leben zu unterstützen. Denn es geht darum, zeitig daran zu arbeiten, dass Funktions- und Fähigkeitsstörungen so weit wie möglich beseitigt oder in ihrer Entstehung vermieden werden.

Das Spektrum der Patienten, die eine solche frührehabilitative Unterstützung benötigen, ist groß: Es reicht vom schweren Unfallopfer bis hin zum Schlaganfallpatienten. Teamarbeit ist dabei gefragt: Ein multiprofessionelles Team aus Ärzten aus verschiedenen Fachbereichen, Pflegekräften und Therapeuten arbeitet gemeinsam mit dem Patienten an seiner Genesung. Im ärztlichen Bereich behandeln je nach Bedarf Fachärzte für Neurologie, für Unfallchirurgie, physikalische und rehabilitative Medizin und Allgemeinmedizin sowie Geriater gemeinsam den Patienten. Aber auch die Pflege ist speziell auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten: Eine besonders intensive und aktivierende Pflege soll die Patienten frühzeitig fordern und fördern, damit sie möglichst schnell wieder an ein möglichst selbstständiges Leben herangeführt werden. Dies geschieht insbesondere auf der klinikeigenen Station mit 21 Betten, auf der Patienten, die eine frührehabilitative Unterstützung benötigen, gezielt versorgt werden können. Aber das Team der Klinik für Frührehabilitation und Akutgeriatrie betreut auch Patienten, die in anderen Kliniken des Hauses versorgt werden müssen oder ambulante Patienten, die beispielsweise nach ihrem stationären Aufenthalt von ihren gewohnten Therapeuten weiterbetreut werden können.

Maßgeschneiderte Betreuung nach individuellem Therapieplan
Häufig sind es ältere Patienten, die eine intensive frührehabilitative Unterstützung benötigen. Hier kommt zusätzlich die Akutgeriatrie ins Spiel: Denn ältere Menschen sind oft multimorbide, leiden also häufig gleichzeitig an mehreren, oft chronischen Krankheiten, brauchen oft eine andere Versorgung, eine intensivere Pflege und längere Zeit zur Erholung als jüngere. „Ältere Patienten reagieren auf eine akute Erkrankung meist anders als jüngere und benötigen daher auch eine andere, eine spezielle Behandlung“, erklärt Brigitte Buchwald-Lancaster. „Das Problem beim älteren Menschen ist, dass er auch auf eine leichte akute Erkrankung schon mit einer deutlichen Funktions- und Fähigkeitsstörung reagieren kann.“

Gerade für Sie bietet die Verbindung der beiden Bereiche daher viele Vorteile. Denn die neue Klinik für Frührehabilitation und akutgeriatrische Medizin bietet nun beides unter einem Dach. „Das Besondere an der neuen Klinik ist, dass hier zum einen die akutmedizinische Behandlung bei internistischen, neurologischen und orthopädischen Diagnosen durchgeführt werden kann, gleichzeitig aber auch die richtige akutgeriatrische Versorgung und rechtzeitig frührehabilitative Maßnahmen eingeleitet werden können. Die Patienten können auf einer klinikeigenen Station mit 34 Betten in barrierefreien Zweibettzimmern sowie großzügigen Therapieräumen und einem Therapiebad optimal und genau auf ihre Bedürfnisse hin abgestimmt versorgt werden.

Patienten aus München und Regensburg
Unter dem Dach der neuen Klinik arbeiten nach einem individuellen Therapieplan für jeden Patienten je nach Bedarf unterschiedliche Spezialisten zusammen. Allein das Therapeutenteam umfasst über 50 Personen aus verschiedenen Bereichen wie der Physiotherapie und physikalischen Therapie, der Ergotherapie, Logopädie, Neuropsychologie, klinischen Psychologie oder Sozialpädagogik und dem klinischen Sozialdienst. Dabei werden alle Aspekte der Erkrankung und ihrer möglichen Folgen berücksichtigt: Auch das Umfeld und die zukünftigen Lebensumstände werden frühzeitig mit einbezogen und in Absprache mit dem Patienten und den Angehörigen bei Bedarf entsprechende Maßnahmen wie etwa die Versorgung mit Hilfsmitteln oder Unterstützung beim Antrag auf Pflegestufe in die Wege geleitet.

Die neue Klinik im Klinikum darf sich mit ihrer Kompetenz und Ausstattung daher sicher zu den fundiertesten Zentren auf ihrem Fachgebiet in Bayern zählen, das sowohl im Bereich der Diagnostik über alle modernen Methoden wie etwa die FEES zur Untersuchung von Schluckstörungen als auch das gesamte Spektrum an therapeutischen Möglichkeiten bietet. Die Klinik ist daher auch für die sogenannte geriatrisch-frührehabilitative Komplexbehandlung zugelassen, eine komplexe Behandlungsprozedur, bei der hohe Qualitätsstandards eingehalten werden müssen. Brigitte Buchwald-Lancaster und ihr Team erhalten daher auch regelmäßig Anfragen von anderen Krankenhäusern aus München, Regensburg und anderswo und versorgen deren Patienten in ihrer spezialisierten Einrichtung weiter. In Ingolstadt finden die Betroffenen nun eine renommierte Anlaufstelle, die durch die neuen Strukturen und die geballte Kompetenz der nun eingerichteten Klinik ideale Bedingungen für die Rückkehr in ihr gewohntes Leben bietet.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin aichacher | Erschienen am 04.11.2011
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