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Gewalt auf dem Volksfest

gefunden auf stattzeitung.in (Artikel lesen)

Ingolstadt: Wieder unruhige Nacht auf dem Pfingstvolksfest. Ein Polizist wurde bei einer Massenschlägerei im Bierzelt schwer verletzt. Dies und weitere Meldungen im Polizeibericht.



Sehr viel Arbeit bescherte der erste Pfingstvolksfest-Samstag der Ingolstädter Polizei.

Unrühmlicher Höhepunkt war dabei eine Massenschlägerei zwischen etwa 50 Beteiligten im Herrnbräu-Zelt gegen 23.45 Uhr. Als die Einsatzkräfte das Zelt betraten, um die Aggressoren zu trennen, wurden sie mit massiven Übergriffen selbst attackiert, ohne dass sie die Möglichkeit hatten, überhaupt ansatzweise den zugrunde liegenden Sachverhalt zu ergründen. Besonders hervor taten sich während des Händels ein 31-jähriger und sein 63 Jahre alter Vater aus Geisenfeld. 
Der betrunkene 31-jährige verhielt sich extrem aggressiv gegenüber den im Zelt eingesetzten Securitymitarbeitern und den Polizeibeamten. Deshalb sollte er in Sicherheitsgewahrsam genommen werden. Hierbei setzte er sich vehement zur Wehr, konnte aber letztlich mit erheblichem Aufwand von den Polizisten fixiert werden. Sein nur leicht alkoholisierter Vater unterstützte seinen Sohn dadurch, dass er selbst körperlich gegen die Beamten vorging, um dem ?Junior? die Flucht zu ermöglichen. Während der Fesselung des ?Juniors? wurde ein 30-jähriger Beamter brutal  zu Boden gerissen und verlor das Bewußtsein. Er erlitt schwere Kopf- und Knieverletzungen und wurde nach Erstversorgung durch das BRK von einem Rettungswagen ins Klinikum transportiert. Ob der Polizist auf dem Boden liegend von einem der zahlreichen Herumstehenden noch getreten wurde, steht noch nicht fest und muss durch die folgenden Vernehmungen und Ermittlungen ergründet werden. 
Als der 31-jährige schließlich zur nahegelegenen Polizeidienststelle transportiert werden sollte, versuchte dessen Vater immer wieder, die Beamten von seinem Sohn wegzureissen und dessen Gewahrsamnahme zu verhindern. Diese Angriffe konnten unterbunden, und der 31-jährige in die Arrestzelle verbracht werden. Während der Aufarbeitung der Geschehnisse begaffte ein 30-jähriger Volksfestbesucher die medizinische Erstversorgung des verletzten Polizeibeamten derart interessiert, dass er die Rettungskräfte an ihrer Arbeit behinderte. Nachdem er einem Platzverweis nicht Folge leistete, musste auch er kurzzeitig in Gewahrsam genommen werden.

Auch andere Angehörige der Familie folgten den Einsatzkräften zur Polizeidienststelle und mussten durch den diensthabenden Schichtleiter des Gebäudes verwiesen werden. Die Polizei ermittelt gegen Sohn und Vater wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und zusätzlich wegen versuchter Gefangenenbefreiung gegen den Älteren.

Zur gleichen Zeit wie die Massenschlägerei wurde auf dem Festgelände auch einem 21-jährigen Ingolstädter die Nase mittels eines Kopfstoßes gebrochen. Über die befragten Zeugen konnte der Täter, ein 34-jähriger Schanzer, von der Polizei aber schnell ermittelt werden. Er stellte hingegen ein absichtliches Handeln in Abrede und gab eine anderslautende Version der Ereignisse für den Nasenbeinbruch des Jüngeren an.
Die Polizeiinspektion Ingolstadt, die wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, muss nun die Hintergründe durch weitere Vernehmungen der zur Tatzeit leicht alkoholisierten Beteiligten aufklären.

Eine stark blutende Nase bei einer Pfingstfestbesucherin war auch das Resultat einer weiteren körperlichen Auseinandersetzung auf dem Festgelände gegen 23.15 Uhr. Ein 17-jähriger Ingolstädter hatte einer 25-jährigen aus der Donaustadt mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Die Gründe hierfür liegen noch im Dunkeln. Die Geschädigte klagte über Kopfschmerzen und wurde vor Ort durch das BRK medizinisch versorgt. Den aggressiven Jugendlichen erwartet eine Anzeige wegen Körperverletzung.

Ebenfalls Widerstand leistete ein 27-jähriger Deutsch-Russe aus der Donaustadt um 22.00 Uhr, der zuvor das Personal der BRK-Wache auf dem Volksfestgelände angepöbelt hatte. Bei der Personalienfeststellung durch die Polizei zeigte sich der stark betrunkene Mann sehr aggressiv und beleidigte die Beamten mit mehreren nicht druckreifen Ausdrücken aus dem Fäkalvokabular. Als ihm die Gewahrsamnahme erklärt wurde, schlug er unvermittelt mit der Faust gegen einen der eingesetzten Polizisten. Dieser konnte dem Schlag zwar ausweichen, wurde dennoch leicht davon gestriffen und demzufolge nur geringfügig verletzt. Der Aggressor wurde durch die Polizisten überwältigt und in Gewahrsam genommen. Wegen seiner hochgradigen Alkoholisierung wurde von der Staatsanwaltschaft eine Blutentnahme angeordnet, die auf der Dienststelle von einem Arzt durchgeführt wurde.
Der Ingolstädter muss sich demnächst vor der Justiz wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Beleidigung verantworten.


Dreiste Ladendiebin
Die Aufnahme von Ladendiebstählen gehört für Polizeibeamte zum ?täglichen Brot?. Normalerweise entwenden Diebe kleinere Gegenstände, die sie unter ihrer Kleidung verbergen oder in mitgeführte Taschen legen, um sie, ohne den fälligen Kaufbetrag zu begleichen, aus dem betreffenden Geschäft zu schmuggeln versuchen.
Mit derartigen ?Kleinigkeiten? wollte sich eine 50-jährige Rheinländerin am Samstag Mittag in einem Lebensmittelgeschäft in Kösching aber gar nicht aufhalten. Sie verstaute in ihrem Einkaufswagen Nahrungs- und Genussmittel im Wert von fast 500 Euro und schob diesen in aller Ruhe aus dem Geschäft, ohne zuvor die Kasse zum Bezahlen aufgesucht zu haben. Die Frau wurde jedoch von aufmerksamen Mitarbeitern des Ladens im Außenbereich angehalten und in das Büro gebeten.
Anschließend verständigte der Ladendetektiv die Polizei, die staunend den Sachverhalt entgegennahm. Die in Kösching wohnende Frau muss sich demnächst wegen Ladendiebstahls in nicht geringwertiger Höhe vor der Ingolstädter Justiz verantworten.
 
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