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Bettengeschenk des Klinikums Ingolstadt

Geschäftsführer Heribert Fastenmeier (links) übergibt die Betten und medizinischen Geräte, im Beisein des Leitenden Sicherheitsingenieurs Oliver Marb (links) an Christian Ott (2. von links) und Andreas Sewerin vom THW Ingolstadt. (Foto: Klinikum Ingolstadt)
Dass Europa nicht gleich Europa ist, spürt jeder, der schon einmal in ländlichen Gegenden in manchen Landstrichen Rumäniens unterwegs war, wo man auf den holprigen Straßen noch Eselskarren begegnen kann. Auch wenn die Situation in Oradea im Nordosten des Landes besser ist, ist man auch dort von zentraleuropäischen Standards in vielerlei Hinsicht weit entfernt. Und so freut sich das Universitätskrankenhaus in Oradea sehr über neue Krankenhausbetten und medizinische Geräte, die das Klinikum und das THW Ingolstadt gerade gespendet und geliefert haben. Beide Häuser verbindet eine langjährige Partnerschaft.

Seit inzwischen mehr als zwölf Jahren pflegt das Klinikum Ingolstadt enge Beziehungen nach Oradea in Rumänien. Rumänische Nachwuchsärzte kommen regelmäßig ins Klinikum, um hier Erfahrungen zu sammeln und von den deutschen Ärzten zu lernen, Mediziner aus dem Klinikum fahren nach Oradea, um dort an der medizinischen Fakultät der Universität zu unterrichten. Und nun stehen auch erneut medizinische Geräte im Universitätskrankenhaus in Oradea.

Ausstattung für mehrere Krankenzimmer
Zehn fast neuwertige Krankenhausbetten, die im Klinikum als Ersatz dienten, wurden im Ingolstädter Schwerpunktkrankenhaus aussortiert und nun mithilfe des Ingolstädter THW in das befreundete Krankenhaus in Oradea geliefert, wo sie dringend gebraucht werden. „Die Betten sind noch in einem sehr guten Zustand, aber können bei uns nicht mehr eingesetzt werden“, erklärt Oliver Marb vom Klinikum. „Wir wollten für sie eine sinnvolle Nutzung finden und haben dabei schnell an unser Partnerkrankenhaus in Oradea gedacht.“ Dort war man über das Angebot aus Deutschland sehr erfreut und nahm dankend an.

„Wir freuen uns sehr, dass wir hier so schnell und unkompliziert helfen konnten“, sagt Heribert Fastenmeier, der Geschäftsführer des Klinikums Ingolstadt, das auch den Transport finanzierte. Den übernahm das Ingolstädter THW. Vor ein paar Tagen machte sich ein großer LKW des THW auf, um die Ausstattung für mehrere Krankenzimmer über viele Hundert Kilometer nach Rumänien zu bringen. Am Steuer saßen Andreas Sewerin, Andreas Heckl und Markus Harfolk. „Eine sehr ärmliche Gegend“, weiß Sewerin aus persönlicher Erfahrung. Es ist nicht das erste Mal, dass er in Rumänien ist. Einmal habe man Sanitärcontainer zu einer Schule gebracht, erzählt Sewerin. „Da gab es vorher keine Toiletten, sondern nur Löcher in der Erde – und das in Europa. Das kann man sich kaum vorstellen.“

Im Krankenhaus in Oradea ist die Situation zwar weit besser, aber auch dort freut man sich über die medizinische Ausstattung aus Deutschland, die für mehrere Krankenzimmer reicht. Vier elektrische und sechs mechanische höhenverstellbare Betten, dazu medizinische Nachtkästchen und Schränke für die Krankenzimmer – eine komplette Ausstattung für zehn Patienten. „Alles gut in Schuss“, sagt Oliver Marb, der im Klinikum für die Ersatzbetten zuständig war, die immer vorgehalten werden.

Hilfe in Burkina Faso geplant
Das Klinikum will auch weiterhin nicht nur für die Partner in Oradea da sein und den Austausch weiter pflegen, sondern im nächsten Jahr sogar noch weiter entfernt helfen: Erst vor Kurzem war bekanntlich eine Ingolstädter Delegation in Legmoin in Burkina Faso, um sich selbst von der Situation vor Ort zu informieren, wo die im Rahmen der UNICEF-Spendenaktion gesammelten Gelder eingesetzt werden. Dabei fanden die Gäste aus Deutschland extreme Not vor.

Mit in der Delegation um den Ingolstädter Finanzbürgermeister Albert Wittmann war auch Priv.-Doz. Dr. Michael Wenzl, der Direktor der Chirurgischen Klinik II im Klinikum Ingolstadt, der sich selbst von den erschreckenden Zuständen in der medizinischen Versorgung in dem Dritte-Welt-Land überzeugen konnte. Hilfe aus dem Klinikum wird hier noch dringender gebraucht – und soll in einigen Monaten auch kommen. „Im nächsten Jahr werden wir, falls möglich, dort helfen“, meint Heribert Fastenmeier. „In Deutschland ist uns oft nicht bewusst, wie gut es uns geht und wie hervorragend unsere medizinische Versorgung funktioniert. Das Klinikum will daher jedes Jahr auch dort helfen, wo die Verhältnisse noch ganz anders sind.“
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